Die wahre »Spaltung« durch Deutschland verläuft zwischen Realitätsverweigerung und Realitätssinn.

Auf der einen Seite haben wir Realitätsverweigerung. Etwa jene, die als Reaktion auf den Terror allen Ernstes rote Herzen in die Luft halten. Was soll das heißen? »Danke«? Und spielen sie Blockflöte dabei? – Wenn Israel als Reaktion auf den Terror rote Herzen hochgehalten hätte, hätten PLO, Hamas und manche deutschen Bewegten ihren Wunsch erfüllt bekommen.

Auf der anderen Seite stehen jene, welche vor exakt dem warnten, was passiert, und wohl auch weiter passieren wird. Dass sie übel beschimpft wurden, ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Niemand mag den Mahner, den Propheten des Untergangs. Doch ihn noch zu beschimpfen, wenn eintrifft, was er vorhersagte, das ist irrational.

Wie diskutiert man mit Menschen, die als Reaktion auf den Terror die Liedertexte und Billigsymbole auspacken? Wie debattiert man mit Journalisten, die stolz auf ihre Empathielosigkeit sind? Wie setzt man sich auseinander mit Medien, die sich nach Anschlägen wie mediale Bodyguards vor Angela Merkel werfen?

Ich weiß es nicht. Ich ringe damit. Ich glaubte einst an die Kraft des besseren Arguments – und will noch immer dran glauben. Doch das ist schwer, wenn »Qualitätsjournalisten« ihre Irrationalität stolz und provokativ zu Markte tragen.

Das eigentliche Problem ist ja, dass die Irrationalen die Politik beeinflussen. In NRW wurden Kriminelle nicht abgeschoben. Haben Polizei und Politik etwa Angst vor dem Zorn der Gutmenschen?

Die Realitätsverweigerer machen das Land kaputt, für alle. Ich habe nach jedem Desaster die Hoffnung, dass sie zu Sinnen finden. Jedes Mal wird sie bitterer enttäuscht.

Ein Text sollte mit etwas Hoffnungsvollem enden, auch eine Blog-Notiz wie diese. Vielleicht haben Sie etwas für mich.

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