Auf welchem Hügel willst du kämpfen?

Der Regen hat die Erde aufgeweicht und es regnet weiter. Die Stiefel rutschen bei jedem Schritt erst ein Stück weit durch den Schlamm, bevor ein Stein oder ein Ast ihnen Halt gibt. Der Soldat hat diesen Hügel zu verteidigen. Seine Truppe ist klein, sie sind nicht viele, und der Hügel ist von drei Seiten angreifbar.

Warum befinden sie sich gerade auf diesem Hügel? Weil dieser Hügel »entscheidend« sei, wurde gesagt. »Auf diesen Hügel kommt es an!«

Dasselbe hatten sie beim Hügel zuvor gesagt: »Auf diesen Hügel kommt es an!«, und ebenso bei den Hügeln davor. Auf jedem der Hügel waren Soldaten gestorben. Sie starben im Bewusstsein, in der entscheidenden, wichtigsten, bedeutendsten Schlacht gekämpft zu haben. Wenigstens das! Wenigstens nicht alles umsonst!

Der Soldat zweifelt.

Der Soldat fragt: Ist dies der Hügel, auf dem ich sterben will?

Es ist gut, sich diese Frage zu stellen, von Zeit zu Zeit, und es ist keineswegs ausgemacht, dass die Antwort immer »nein« sein wird!

Diese Redensart, diese Frage nach dem Hügel, ich höre sie in letzter Zeit häufiger.

Metaphernschlachten

Die Zukunft des Westens war seit Jahrzehnten nicht mehr so sehr am Scheideweg wie heute. Ein unsicherer Weg nach vorn bedeutet, dass es Konflikte geben wird, Schlachten und Kriege – metaphorisch gesprochen, meistens.

Nicht alle Schlachten sind militärisch, im Gegenteil! Manche Schlacht der Worte beendet ja einen »echten« Krieg, also den mit Waffen und Toten, mit weinenden Müttern und Frauen und Kindern, so wie eine andere Schlacht der Worte einen Krieg erst entfachen kann. Wenn ich die Zeitung heute aufschlage, werde ich den Eindruck nicht los, dass hier und da eine Schlacht der Worte entfacht werden soll, um später eine »richtige« Schlacht der Waffen zu ernten.

»Wer Wind sät, wird Sturm ernten«, heißt es. Nicht jeder, der Wind sät, tut dies ohne Absicht. Es soll ja Leute geben, die am Sturm verdienen, und die stellen eben Windfarmer ein.

Was sind denn die Hügel, die sich uns freundlich anbieten, wir mögen in ihrer warmen Krume unser Leben geben und unseren Sinn finden?

Die Metapher von den Hügeln und dem Leben ist keineswegs zu dramatisch – man könnte sie sogar wörtlich verstehen, selbst wenn es »nur« um Debatte geht: Das Leben besteht aus Zeit. Einen Tag mit der Debatte eines sinnlosen Themas verloren zu haben, das ist wie einen Tag früher gestorben zu sein.

Wenn ich nach dem Hügel frage, auf dem es sich zu sterben lohnte, so frage ich im Kern zweierlei: 1.: Wo investiere ich meine begrenzte Lebenszeit und Aufmerksamkeit so, dass ich am Ende zufrieden sein werde? Und 2.: Welche Schlacht muss gekämpft werden, um die Gesellschaft voranzubringen? (Man kann sagen: Diese zwei Fragen sind eine einzige Frage, doch die eine Frage erklärt die andere.)

Drei der Hügel, die sich uns anbieten, sind Ideologie, Infantilismus und Antidemokraten.

Ideologie

Können Menschen glücklich sein, ohne sich in Abhängigkeit von einer höheren Macht zu wähnen? Ist es realistisch, zu hoffen und darum zu werben, dass sie es zumindest versuchen? Mit anderen Worten: Haben Aufklärung und Säkularismus noch eine Chance?

Dies ist die Zeit von Raumfahrt (noch immer und jetzt privat) und Smartphones und Satelliten und künstlicher Intelligenz und Penicillin (nach wie vor) und Genforschung und Internet, doch Milliarden von Menschen wollen ihr Leben nach den Anweisungen unsichtbarer überirdischer Mächte ausrichten.

Die deutsche Politik, von der blockflötenden Kanzlerin bis zu ihrer Koalition abgekanzelter Blockflöten, sie holzen die Werte der Aufklärung und Kirchenferne ab, mit einem zukunftsblinden Leichtsinn, der an das Abholzen der Bäume auf den Osterinseln erinnert – manch ein Mensch sägt am Ast, auf dem er sitzt, die Regierung der Deutschen aber rodet gleich den ganzen Wald.

Es ist Ramadan, in Deutschland und rund um die Welt. Der deutsche Rundfunk gibt schon länger Ratschläge heraus, wie sich Ungläubige an Fastende anpassen können. Wo aber ist die Diskussion dieser Praxis? Wo ist der Hinweis darauf, dass Religionsfreiheit auch die Freiheit bedeuten muss, von Religion und ihren Folgen unbehelligt zu bleiben?

Überforderte Politiker und Staatsfunkler lassen das ewig zarte Pflänzchen der Aufklärung unter die steinharten Stiefelabsätze der Dogmatiker und Ideologen geraten.

Was hält man als Atheist davon? Wie kann einer sprechen, welcher der Aufklärung verhaftet ist, wenn hinter ihm der Staat und die Propaganda stehen, und ihm, sobald er den Mund aufmacht, mit der berühmten N-Keule den Schädel einschlagen?

Es ist und bleibt ein Problem, dass in der öffentlichen Debatte eine einzige Religion immer drastischer von Kritik ausgenommen ist – und zwar genau jene eine Religion, aus deren Einflussgebiet die Menschen hungernd und vor Angst zitternd fliehen?

Die Frage stellt sich: Ist Säkularisierung – und damit der Kampf gegen die Vormacht irgendeiner  Dogmatik – der Hügel, auf dem ich metaphorisch wie faktisch zu sterben bereit bin? Ist das der Kampf, den Sie und ich zu kämpfen beschließen?

Infantilität

Ein Kind, wenn es geboren ist, braucht Monate und Jahre, bis es sich selbst im Spiegel erkennt. Es braucht Jahre, die Verhältnisse zwischen sich als Person und den anderen Menschen als ebenfalls eigene Personen zu verstehen – und es ist nie ganz fertig damit. Die Empathie mag uns angeboren sein, doch zur vollen Entfaltung von Mitgefühl und Moral braucht es Erziehung. (Es hat seinen Grund, dass antiautoritäre Linke so wenig Empathie für »die Anderen« aufweisen.)

Mit der Rückabwicklung der Aufklärung zurück zu Eroberungsdogmatik und Tribalismus geht eine Infantilisierung der öffentlichen Debatte einher. Manchem Dogmatiker und dem brabbelnden Kind ist gemeinsam, dass mit größter Selbstverständlichkeit das Widersprüchliche geglaubt wird. Man ist empört, ja beleidigt und verletzt, wenn man auf die Unmöglichkeit des Unmöglichen hingewiesen wird.

Wenn ein Kind uns Widersprüchliches erzählt, nennt man es kindliche Phantasie – oder schlicht ein Lügenmärchen. Wenn ein Pfaffe uns Widersprüchliches erzählt, nennt man es »Geheimnis des Glaubens«. Wenn ein Politiker uns Widersprüchliches erzählt, sehe ich darin Infantilismus.

Ich erlebe in der Debatte der »öffentlichen« Literaten- und Journalistenszene, insbesondere bei Staatsnahen und Preisträgern, eine merkwürdige Lust an der provokativen Infantilität: Linke, staatsnahe und anti-deutsche Meinungsmacher äußern sich öffentlich auf kindliche und den Verstand peinigende Art. Sie provozieren dadurch die Reaktion von Menschen, die redliche Argumente und echte Debatte für überlebenswichtige gesellschaftliche Werte halten. Können Sie die Methodik des Dauerverlierers und Dauertalkshowgastes Ralf Stegner anders erklären, als die öffentliche Lust an infantiler Provokation? Die eines Lauterbach, einer Reschke, eines Böhmermann, eines Gensing, einer Roth?

Man hat Rückendeckung von Regierungsparteien oder staatsnahen Medien und Meinungsmachern. Man sagt Widersprüchliches – und man ergötzt sich an den Schmerzensschreien all jener, die nach echter, erwachsener Debatte dürstet, welche zugleich gezwungen sind, via Steuern und GEZ die öffentliche Infantilisierung zu finanzieren.

Die Infantilisierung, die Aufhebung aller argumentativen Redlichkeit beim gleichzeitigen Appell an frühkindliche Aspekte, ist zwar weiterhin die eine Kernkompetenz der Partei »Die Grünen«, doch lange nicht mehr exklusiv. Man klebt und schreibt Sprüche wie »Mathe ist ein Arschloch«. Man muss es sich vor Augen führen: Hysteriker mit abgebrochenem Studium und null verwertbarer Lebenserfahrung verhöhnen die Mahnungen von Professoren, Juristen und gestandenen Unternehmern – das ist Infantilismus.

Merkels Welteinladung wurde öffentlich nicht mit Zahlen, Analysen und qualifizierten Vorhersagen begleitet. Im Gegenteil! Wer ungedankt die Mühe auf sich nahm, es durchzurechnen, wird bis heute übelst beschimpft.

Kindheit ist die Zeit der Märchen, wo Katzen reden können und Siebenmeilenstiefel tragen. Religion ist das Metier der Dogmen, wo ein Wesen gleichzeitig »ganz Gott« und »ganz Mensch« sein kann, wo ein Gott »voller Liebe« und »voller Rache« sein kann, wo es Tag und Nacht werden kann bevor die Sonne geschaffen ist.

Die Ära der grünen Medienlandschaft und der grünen Kanzlerin ist auch die Ära der infantilen Widersprüche.

Eine Kultur ist immer etwas Einmaliges, zumindest innerhalb eines Herrschaftsgebietes. »Multikulti« ist ein Widerspruch in sich. »E pluribus unum« ist ein Prozess des Auflösens von Widersprüchen. Im Schmelztiegel muss geschmolzen werden, damit es nicht nur eine klappernde Sammlung von Metallgegenständen ist. »Multikulti« ist die Lüge, ein Widerspruch sei kein Widerspruch, Nebeneinander sei Miteinander. »Mir ist nicht kalt«, sagt das Kind, zähneklappernd und mit blauen Lippen, wenn es sich die Jacke nicht anziehen will oder nicht aus dem Schwimmbecken herauskommen mag. »Multikulti ist möglich«, sagt der Gutmensch, wenn er nicht einsehen will, dass sein Traum, der nie logischen Sinn ergab, nun blutig und schmerzhaft gescheitert ist. Und wenn es allzu offensichtlich scheitert, holt er eben Buntstifte heraus.

Diese Infantilisierung ist keine harmlose Spielerei und die Kritik an ihr mehr als das verbitterte Mäkeln einiger Logikfetischisten. Spätestens als infantil denkende Gutmenschen ihre Töchter losschickten, erst am Bahnhof die Teddybären und Pappherzchen hochzuhalten, und dann junge Männer aus Krisenregionen zu »integrieren«, musste Deutschland erleben, dass Infantilität mit moralischem Anstrich tödlich enden kann. (Siehe dazu mein Text: »Seid’s ihr völlig deppert?«)

Es wäre notwendig, der Infantilisierung die Stirn zu bieten. Nicht nur verscherbelt infantile Rhetorik wie die der Parlamentspräsidentin Roth die wichtigsten Werte des Westens, sie ist auch nachhaltig gefährlich.

Die Frage stellt sich: Ist der Kampf gegen die Infantilisierung »der Hügel, auf dem wir sterben wollen«?

Antidemokraten

Es gibt Missstände, gegen die lässt sich noch argumentieren. Dazu zählt etwa die Infantilisierung, wie sie betrieben wird von Merkel, Roth und allen Journalisten, die den Weg zur Relevanz durch Rückgriff auf Hyperemotionalität abzukürzen suchen.

Doch es gibt auch Missstände, angesichts derer ringt man als Demokrat um Worte.

Am 18. Mai 2018 stürmten 60 zum Teil vermummte »Aktivisten« das private Grundstück eines Polizisten. bild.de, 19.5.2018: »Die maskierten Angreifer sammelten sich vor dem Haus des Beamten, brüllten und beleidigten den Mann und seine Familie.« Der Beamte war gar nicht daheim, als der linke Mob aufkreuzte, aber seine Frau und seine Kinder. Sie können sich den Rest selbst denken: Es waren, laut Polizei, Personen aus der »linken Szene«, und sie sind selbst alle wieder auf freiem Fuß.

Wenn linke Gewalttäter auf regierungskritische Bürger einprügeln, wird sonst beschönigend von »Gegendemonstranten« geredet. In diesem Fall fällt das Beschönigen schwer, doch man kann es versuchen. Immerhin fällt in Medien wie spiegel.de das Wort »Antifa« nicht, sondern nur »Angehörige der linken Szene«.

»Antifa« ist heute Synonym für politisch linke, via Internet organisierte linke Gewalt, teils mit Verbindungen zu politischen Parteien, die sich gegen die Opposition richtet, und gegen jene staatlichen Organe, welche öffentliche Ordnung und grundgesetzliche Rechte auch für die Opposition durchzusetzen haben.

Die Partei, die den längsten Teil ihrer Existenz »SED« hieß, die Partei der Foltergefängnisse und Staatssicherheit, welche an der Grenze auf Flüchtlinge schießen ließ (»bei Notwendigkeit die Schußwaffe konsequent anwenden, um den Verräter zu stellen bzw. zu liquidieren«, Schießbefehl 1973) und jetzt in Berlin in den Umfragen führt, kündigt nun auch den offenen Kampf gegen bestimmte demokratische Grundrechte an, konkret: gegen das Demonstrationsrecht ihrer politischen Gegner. Am 27. Mai 2018 will man das grundgesetzlich verbriefte Recht ihrer Gegner, gegen die Regierung zu demonstrieren, in Berlin »nicht zulassen« – wir müssen nicht weit ausholen, um zu ahnen, wer das Nicht-Zulassen praktisch umsetzen könnte.

Es gehört seit einigen Jahren nun zum Alltag deutscher Politik, dass linke Gewalttäter prügelnd gegen die Opposition vorgehen (siehe etwa Wahlkampf 2013, 2016), aber auch gegen Sicherheitsorgane, wenn diese »im Verdacht stehen« (so man ideologisierten Gewalttätern solches aussagenbasierte und über primitiven Hass-Affekt hinausgehende Denken zuschreiben will), die Opposition zu »schützen« – was ja deren rechtsstaatliche Aufgabe ist!

Die Antifa gedeiht im politischen Umfeld der Parteien SPD, Grüne und Die Linke. Die Antifa ist eine Schlägertruppe, die den politischen Gegner einschüchtert, dessen Versammlungen sprengt und Zusammenstöße provoziert, welche in Straßenschlachten ausarten sollen – eine Beschreibung, die exakt so auch auf die SA vor knapp 100 Jahren zuträfe.

Wer im Ausland heute an Deutschland denkt, der denkt auch an G20 in Hamburg, als Antifa-Gewalttäter die Straßen in Brand setzten und Läden plünderten. Antifa prügelte zuletzt auf Demonstranten ein, die gegen Merkel demonstrierten und auf Demonstranten, die sich für Frauenrechte einsetzten. Antifa-Unterstützer wiederum finden teilweise selbst wieder Unterstützung bis tief in die staatsnahen Medien und sogar Ministerien hinein.

Freiheit muss geschützt, verteidigt und bewahrt werden – was auf Latein mit »conservare« umschrieben werden könnte. Es ist dringend an der Zeit, Demokratie und Freiheit gegen Antifa und ihre Sympathisanten zu schützen. Freiheit war immer unter Beschuss von jenen, die sich von Unfreiheit einen schnellen Profit versprachen – oder die einfach nur ihre eigene Seelenpein als Lust an der Zerstörung nach außen trugen. Dass aber heute die Feinde der Freiheit mindestens moralische Unterstützung in Medien und Politik erhalten (wobei die konkreten Unterstützer wiederum wenig überraschen), das ist dem Demokraten ein Schmerz.

Wenn man gegen die Antifa argumentieren wollte, wie sollte das gehen? Spätestens wenn »Linksautonome« losziehen, um die Frau und die Kinder eines Polizisten einzuschüchtern, sollte klar sein, dass sich mit diesen Tätern nicht »argumentieren« lässt. Da ist keine Empathie, kein Anstand, Verstand und kein demokratisches Gewissen.

Die Frage stellt sich auch hier erneut: Ist die Argumentation gegen Antifa und linke Gewalt der Hügel, auf dem ich sterben will? Taugen meine »Waffen«, meine Argumente, überhaupt gegen die? (Auch im Fall der Antifa könnte »sterben« ja nicht nur metaphorisch sein! Die Gegner der Antifa enden regelmäßig im Krankenhaus, es ist eine Frage der Zeit, bis der erste Pflasterstein eine Schläfe trifft oder der erste Molotow-Cocktail einen Menschen in Flammen aufgehen lässt.)

Welcher Hügel?

Nun habe ich also drei Hügel beschrieben. Drei Hügel, die es einzunehmen gilt, wenn einem an Rechtsstaat und Demokratie, und überhaupt am Fortbestand des freiheitlichen Westens gelegen ist: Ideologie und Infantilismus als Rückabwicklung der Aufklärung, Antidemokraten als Gefahr für die Demokratie. Es sind wahrlich nicht die einzigen Hügel, die es zu stürmen notwendig erscheinen könnte! Ich halte nach wie vor Smartphones und Dopamin-triggerndes Social Media für eine gefährliche Epidemie – es ist nicht weniger gefährlich, nur weil man weniger darüber spricht. Der rapide Verfall des Bildungsstandards in Deutschlands Schulen wäre ein weiterer »Hügel«. Die schreiende Ungerechtigkeit der Altersarmut deutscher Rentner, die jahrzehntelang in die Kassen einzahlten und nun doch Pfandflaschen sammeln, das ist ein Hügel, auf dem zu kämpfen mindestens anständig wäre. Die schiere Unmöglichkeit, als 80-Millionen-Land allein die Fehlentwicklungen des afrikanischen Kontinents zu stemmen – ohne die eigentlichen Ursachen auch nur ansprechen zu dürfen – auch das wäre ein Hügel, den zu erobern einige Männer kosten würde.

Auf welchem Hügel will ich kämpfen, auf welchem bin ich bereit zu »sterben«?

Eine Geschichte:

Der Meister hält dem Schüler einen Teller mit vielen Reiskuchen hin. »Nimm einen!«, sagt der Meister. Der Schüler nimmt einen. Der Meister fragt: »Warum hast du die anderen Kuchen verschmäht? Sind sie denn schlecht?« Der Schüler stammelt, weiß nicht recht zu antworten. Der Meister lacht: »Nein, nein, du hast es schon richtig getan. Wer sich für das eine entscheidet, entscheidet sich immer gegen alles andere!«

Es sind alles wichtige Hügel, doch niemand, Sie nicht und ich nicht, kann alle Hügel gleichzeitig stürmen. (Manche fragen mich etwa, warum ich mich nicht mehr mit diesem oder jenem Thema beschäftige.)

Zudem: Wenn wir vom »Stürmen« reden, meinen wir es stets nur metaphorisch, wenn die vom Stürmen reden, meinen sie es nicht selten ganz konkret, mit Waffen und Gewalt. Ich kann Ihnen nicht sagen, welchen Hügel Sie »stürmen« sollten. Ich kann nur sagen, welchen ich stürmen will.

In einem meiner ersten Blogtexte, »Die Freiheit nehm‘ ich mir«, habe ich geschrieben:

Es gibt zu viele Kräfte derzeit, die uns ihre Wichtigkeit aufkleben möchten. Religiöse Fanatiker wollen die eigene, teils menschenverachtende Weltsicht den strauchelnden Gläubigen aufdrücken. Milder, aber ebenfalls gefährlich, sind Polit-Erzieher, die unangenehm erfolgreich versuchen, Menschen mit »abweichender Wichtigkeit« ins gesellschaftliche Abseits zu bannen.

Das ist mein Hügel. Das ist der Hügel, auf dem ich kämpfe. Ich hielt und halte es für überlebenswichtig, dass wir – als Individuen wie auch als Gesellschaft – uns strukturiert und ehrlich bewusst werden, was uns wichtig ist, und dadurch: wie unsere ethischen Urteile zustandekommen. (Das ist, was in Relevante Strukturen erklärt und vorgeführt wird, und das ist, was mein Schreiben jeden Tag motiviert.)

Meine Motivation ist wahrlich nicht die einzig wichtige oder ganz einzig mögliche!

Es gibt eine ganze Reihe von Hügeln, auf denen es sich lohnt zu kämpfen. Alle sind sie schlammig und alle hart zu erobern, sonst wäre die Sache ja jeweils längst geklärt. Die Frage ist also, Bürger, Leser, Mitstreiter: Auf welchem Hügel willst du kämpfen? Auf welchem dein Leben lassen?

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