2018 war gruselig – wie wird 2019?

31. Dezember 2018, von Dushan Wegner; Bild von Andrew Seaman
2018 war bis zum Schluss gruselig. In Amberg wurden zuletzt Bürger von jungen Männern gejagt, in NRW wurde eine Clanhochzeit zum Polizei-Einsatz, doch Merkel schwätzt von »Toleranz« und »Offenheit«. – Was kommt 2019 auf uns zu? Wie gehen wir ins neue Jahr?
2018 war gruselig – wie wird 2019?
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Wenn Ihnen jemals das Portemonnaie gestohlen wurde, wenn Sie jemals Ihren Schlüssel daheim vergessen oder Ihr Handy verloren haben, dann kennen Sie diesen dunklen, leeren Moment zwischen erstem Gedanken und Einsicht: Erst bemerkt Ihr Unterbewusstsein, dass etwas nicht stimmt, dass etwas fehlt, doch dann wird die Erkenntnis ans bewusste Bewusstsein weitergereicht, und wie ein hektischer Pantomime tasten Sie die Taschen Ihrer Jacke und Hose ab, durchwühlen eventuelle getragene Taschen, wieder und wieder, und dann setzt sich die Tatsache durch, dass es weg ist. Für einen Augenblick hoffen Sie, dass Sie das Verlorene vielleicht daheim vergessen haben, doch die Hoffnung wird schnell aufgelöst von der Erinnerung, dass Sie das Ding eben noch benutzt haben. Wie ein Fisch auf dem Trockenen noch einige Male zuckt, bevor er erstickt, so durchsuchen Sie nochmal Ihre Taschen, dann eine Atempause, dann nochmal – und schließlich bleibt Ihnen wenig mehr als die Hoffnung auf einen ehrlichen Finder, und wer hofft heutzutage schon darauf, also leiten Sie die vom verlorenen Gegenstand abhängigen notwendigen Maßnahmen ein.

Zwischenzeit

Man spricht ja von der Zeit zwischen den Jahren, doch das Heute fühlt sich wie eine Zeit zwischen den Epochen an, oder, wenn Ihnen das noch nicht lyrisch genug ist: eine Bruchstellenzeit.

Wer die Nachrichten des Jahres 2018 jenseits Berliner Haltungsmedien las (und gelegentlich merkte man es selbst bei denen), stellte immer wieder erschrocken fest, dass immer wieder einstige Verschwörungstheorien sich zu bewahrheiten schienen.

Migrationspakt

Wir erinnern uns an den Migrationspakt, dem Deutschland sich dank Merkel unterworfen hat. Es ist fast, als ob jemand die umherschwirrenden Verschwörungstheorien in Sachen Migration in Vertragsform gegossen hätte, einen postmodernen Vertrag, einen widersprüchlichen Vertrag. Kurze Zeit vor der Unterwerfung traf sich auch noch Herr Soros (der Herr, der ganze Nationen an den Rand des Ruins bringt, um Profit zu machen) mit dem deutschen UN-Botschafter (der sympathische »Merkel-Schatten«, der ein gutes Wort für seine Frau einlegte). Als der demokratisch fragwürdige Vertrag dann im Bundestag diskutiert wurde, fielen die letzten Masken. Es ist kein gutes Gefühl im Magen, dieser Eindruck, dass unsere Herrscher uns ins Gesicht lügen.

Hetzjagden

Das Jahr 2018 war für Demokraten – oder einfach nur Menschen, welche die Wahrheit der Lüge bevorzugen, keine einfache Strecke. Die Maaßen-Entlassung ließ uns hilflos zurück. Die Kanzlerin und ihr Sprecher sahen Hetzjagden, basierend auf einem nur wenige Sekunden langen Schnipsel eines Antifa-Accounts. Politiker und Haltungsjournalisten sahen Hetzjagden, wo die Urheberin des Videos etwas anderes sah. – Zwischen den Jahren fand dann wohl tatsächlich eine Hetzjagd in Deutschland statt, eine echte Hetzjagd, keine politisch korrekt herbeiphantasierte: Asylbewerber sollen durch Amberg gezogen sein und auf Einheimische eingeprügelt haben. Die Medien sagten etwas von »kein Motiv«; doch jeder, der mehr als drei Murmeln im Kopf umherrollen hat und diese auch einzusetzen bereit ist, weiß: es geht um Macht – Macht durch Einschüchterung.

Toleranz

Während Bürger in den Straßen gejagt werden, während die Polizei mit Großeinsatz bei einer Clan-Hochzeit beschäftigt ist und polizeibekannte Abgeschobene einfach im Deutschen Drehtür-Asylsystem wieder einreisen (und legal neuen Antrag stellen!), während Bürger die Zukunft fürchten – und um die Zukunft fürchten – was sagt die große Zerstörerin Merkel?

Die Noch-immer-Kanzlerin ruft zu tolerantem Miteinander auf. »Werte wie Offenheit, Toleranz und Respekt hätten das Land stark gemacht«, sagt sie. Was für ein politisch korrekter Quark, klebrige Grütze und abgenutzte Schlagworte aus der linksglobalistischen Lügenwelt. Es waren Fleiß, Disziplin und harte Arbeit, welche Deutschland aufbauten und zur Stärke verhalfen. War es »Offenheit«, welche die Trümmerfrauen antrieb? Ich bitte Sie!

Ist es traurig, ist es empörend – oder ist es einfach nur verstörend, dass Merkel mit den abgedroschensten Floskeln auf die schrecklichen Folgen ihrer Politk reagiert? Es ist nicht mehr nur einfach Verhöhnung, es grenzt an offene Beleidigung des Bürgers – und es ist blanker Horror, dass Deutsche solche Nichtsinnigkeit (wieder?) akzeptieren. Hat der Deutsche an sich wirklich keine Bullshit-Immunität aufgebaut? Weiß er nicht, dass tolerieren in Wahrheit ertragen bedeutet? Eine Kanzlerin, welche die Bürger zum Ertragen auffordert? Nun, im Jahresrückblick muss man sagen, es passt zu Geistlichen, welche das Sterben für die Haltung glorifizieren.

Zwischenstimmung

Man könnte die Liste weiterführen. Man könnte über die Lügen des Spiegel berichten, die eigentlich nur bestätigen, was aufmerksame Bürger längst ahnten. Dass Journalisten bei Gelegenheit politisch korrekt lügen, für ihre Lügen wohldotierte Preise erhalten und Anerkennung finden – sind das Verschwörungstheorien oder nun belegte Fakten? (Doch: Schlimmer als die blanken Lügen sind die Auslassungen, die ja nicht aufhören, nachdem und nur weil ein Lügner es ein klein wenig übertrieb.)

Ja, 2018 war ein Jahr, in dem eine ganze Perlenkette angeblicher Verschwörungstheorien zumindest als nicht vollständig abwegig bestätigt wurde.

Und jetzt? – Jetzt, zu Anfang 2019, schweben wir in einem merkwürdigen Zwischenstadium, zwischen alter Gewissheit und neuer Gewissheit.

Es fehlt ein Wort für das leere Gefühl, für diese Zwischenstimmung: Wir wollen nicht daran glauben, dass jene »Theorien« wahr waren – doch der mentale Aufwand wird immer größer, den es braucht, die kognitive Dissonanz zu überwinden, und all die Dinge, die passieren, immer nur auf Zufall und Ausnahme zu reduzieren.

Ich fühle mich, was die Entwicklung des toleranten Westens angeht, wie in jener Leere zwischen erster Ahnung, dass jemand das Portemonnaie gestohlen hat, und später der üblen Gewissheit, dass es weg ist, dass es weg bleiben wird, und dass ein Dieb es gestohlen hat, dass des Diebes Gewinn mein Verlust sein wird, und dass der Dieb es weiß, und dass ihm egal ist, was er mir angetan hat, dass wir also eben nicht alle gute Menschen sind, welche einander nur Gutes wollen.

Trotz allem

Ein neues Jahr beginnt. Wir werden einst auf 2019 zurückblicken wie wir auch auf 2009, 1999 oder 1989 zurückblicken. Ja, 1989 liegt unglaubliche 30 Jahre hinter uns, und die alte DDR greift noch immer in die Gegenwart ein. Wer einmal an der Macht geschnuppert hat, der lässt nicht so schnell los, der lässt nicht nur deshalb los, weil ihm der Staat abhanden gekommen ist.

Die Hoffnung der Zukunft ist nicht die Hoffnung der Vergangenheit. Wir werden uns schützen müssen. Öffentliches Leben wird nach und nach zur Gefahrenzone werden, wie in Köln zu Silvester, wie in Amberg, an beliebigen Tagen, wenn prügelnde junge Männer durch die Stadt ziehen.

Wir werden Das Lied der Innenhöfe singen. Wir werden Schutz suchen – wird die Regierung ihn bieten? Man hofft es, der Zukunft der Demokratie wegen!

Es gilt heute, neue Hoffnung zu finden und unser Leben neu zu planen, nicht im Vertrauen auf die Weisheit derer da oben, sondern trotz des Wissens um deren praktische Dummheit.

Beste Wünsche

Es wird nicht alles gut werden. Es kann nicht von selbst gut werden. Aber, ein wichtiges Aber ist dieses: Aber wir selbst können es anders gut machen.

Die da oben, sind sie böse oder sind sie dumm? Ich bin heute mild gestimmt, ich will von Dummheit ausgehen. – So oder so, aus deren Dummheit und deren Bosheit würde jeweils dasselbe folgen für uns, für unser praktisches Handeln.

Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie, und meiner Familie, und mir, dass wir es gut machen; niemand wird es für uns tun, niemand wird es an unserer Stelle neu machen.

Ich wünsche Ihnen, und mir, dass wir jederzeit genau wissen, was uns wirklich wichtig ist. Ich wünsche uns den Mut und die tägliche Kraft, alles zu prüfen, wenig zu glauben und selbst zu denken.

Selbstverständlich hoffe ich für Sie und für mich auf gute Gesundheit, gute Laune und wunderbares Gelingen. Möge es uns gelingen zu bewahren, was uns bewahrenswert erscheint. Mögen die Menschen, die wir lieben, gesund und glücklich sein, und wenn es nicht so sein soll, dann mögen sie zumindest wenig Schmerzen haben und auf ein reiches Leben zufrieden zurückblicken können.

Das Portemonnaie, die Schlüssel, das Handy – die sichere Stadt, die bessere Zukunft, das bekannte Land – was uns einmal genommen wurde, es wird nicht in derselben Form wieder auftauchen. Es ist fort, wir werden neue Schlüssel brauchen, wir werden unsere relevanten Strukturen neu finden und stärken, es ist an uns, unser Leben neu und selbst zu definieren – und es ist keine Frage, wahrlich nicht, ob wir es wollten.

Was wird denn bleiben? Was soll man in unsicheren Zeiten sagen? Welchen Kurs soll der Kapitän im Sturm einschlagen?

Ich erlaube mir, Ihnen und Ihrer Familie für das neue Jahr exakt denselben Auftrag zu geben, den ich auch mir und meiner Familie gebe: Ordnet eure Kreise!

Guter Text?

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