Vier Welten – welche wählen wir?

3. Dezember 2018, von Dushan Wegner; Bild von Peter Nguyen
In der einen Welt jubeln Medien synchron, dass Merkel »wie Popstar gefeiert« wurde, in der anderen wird die Leiche einer 17-Jährigen im Flüchtlingsheim gefunden. Welche der Welten ist real, in welcher leben wir WIRKLICH – in welcher WOLLEN wir leben?
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Heute will ich nicht von zwei, nicht von drei, sondern gleich von vier Welten reden – genauer: von drei plus einer Welt. In welcher der vier Welten leben Sie? In einer von ihnen oder in allen vier? In welcher Welt möchten Sie leben? In welcher Welt werden Sie – und Ihre Kinder – leben?

Welt des Fortschritts

Wir alle haben von Tesla gehört, und die meisten von uns meinen damit die elektrischen Autos von Elon Musk, immer seltener den Erfinder Nikola Tesla.

Tesla-Autos, laut einer Meldung aus diesem Sommer, sind inzwischen über 1,2 Milliarden Kilometer im Autopilot-Modus gefahren (electrek.co, 17.7.2018), bei welchem der Fahrer noch immer aufpassen sollte, wohin das Auto fährt, um jederzeit eingreifen zu können (mehr Info: tesla.com), aber das Auto doch praktisch alle Fahrentscheidungen trifft.

Zwei Fragen tauchen im Kontext selbstfahrender Autos immer wieder auf: Wie sicher sind sie – und wer trägt die moralische und/oder die rechtliche Verantwortung, wenn es schiefgeht?

Zuerst, zu den Zahlen: Laut Wikipedia »List of self-driving car fatalities« gab es bislang drei tödliche Auto-Unfälle mit Teslas im Autopilot-Modus.

Drei Tote sind natürlich drei Tote zu viel, doch reden wir über einen Vergleichswert: In Deutschland starben 2016 pro 1 Milliarde gefahrene Kilometer 4,3 Menschen und in den USA 7,4 Menschen (laut statista.com: »Anzahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen je eine Milliarde Fahrzeugkilometer im Jahr 2016«).

Wenn diese Zahlen so stimmen, läge die zu prüfende These nahe, dass Autopilot-Fahren sicherer ist als menschliches Lenken.

Die andere Frage bleibt weiterhin die ethische: Wem gibt man im hypersensiblen Westen die »Schuld«, wenn es eben doch schiefgeht? Die neue Zeit bringt auch neue, interessante ethische Fragen mit sich! Schön, wir können dazulernen!

Das also ist die erste Welt, von der ich heute rede: eine Welt von Forschung, intelligenten Maschinen und einer ästhetischen, intellektuell stimulierenden und zugleich sichereren Zukunft.

Einzelfallwelt

Was früher wochenlang die Schlagzeilen befeuert hätte, ist in der brutalen Welt scheiternder Gutmensch-Illusionen kaum noch eine Randnotiz.

BILD meldete gestern: »Vermisste 17-Jährige tot in Flüchtlingsheim gefunden«.

Dann, weiter im Text: »Der Verdacht der Polizei: Das Mädchen aus dem rheinland-pfälzischen Unkel wurde möglicherweise ermordet. Eine Mordkommission ermittelt. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte.« (bild.de, 3.12.2018)

Haben Sie von dieser Meldung in der Tagesschau gehört? Nein, haben Sie nicht. (Die Tagesschau handelt mehr von der dritten Welt, zu der wir noch kommen werden.)

Mittlerweile weiß man: Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Er ist 19 Jahre alt, stammt aus Kenia und hat einen deutschen Pass (laut bild.de, 3.12.2018). Es ist wichtig, dass dieses schreckliche Verbrechen nicht der Instrumentalisierung dient! Stirb leise und räum die Blumen weg.

Das hier ist die zweite Welt: Eine gefährliche, furchteinflößende Welt, wo ungezählte »Einzelfälle« abgehakt werden, wo Familien ihre Kinder beerdigen und dann besser über ihr Leid schweigen, wenn sie nicht »Nazi« genannt werden möchten.

Wollen und/oder werden wir in dieser zweiten Welt leben? Können wir es verhindern – und wie?

Welt der Medien

Wenn wir schon von Welt(en) reden: Die Welt meldete vorgestern (online): »In Argentinien wird Merkel gefeiert wie ein Popstar!« (welt.de, 2.12.2018) – Spiegel schrieb: »Merkel unterwegs in Buenos Aires  Gefeiert wie ein Popstar« (spiegel.de, 2.12.2018). – Focus auch: »Merkel bei Steakhaus-Besuch gefeiert wie Popstar« (focus.de, 2.12.2018).

Auf den Videos sieht man dann, wie rund ein Dutzend Leute tatsächlich rufen und positiv pfeifen, während Merkel ein Restaurant verlässt. Hmm.

Als Obama damals in Berlin auftrat vor 200.000 Leuten, die auf sein Messias-Image hereinfielen, das war tatsächlich »wie ein Popstar« – ein paar Leute nachts vor Steak Restaurant als »wie ein Popstar gefeiert« hochzujazzen (weiß man, wer die Leute waren?), da weht schon ein Hauch von Hurra-Presse.

Ich vermute, dass der Propaganda-Talking-Point »wie ein Popstar gefeiert« von der DPA stammt (siehe @dpa_live, 2.11.2018) – und es wurde brav wie eine Art von Regierungs-PR von diversen Medien verbreitet, als wären sie die Prospektverteiler des Kanzleramtes.

Das nun ist die dritte der Welten: die Welt der Hauptstadt-Journalisten, deren Meldungen bei Gelegenheit von Regierungs-PR nicht zu unterscheiden sind, die bei Talking-Points-Schlagzeilen wie »Merkel wie Popstar gefeiert« nicht mal mehr stutzig werden, wo Merkel vor allem von Journalisten wie ein Popstar gefeiert wird, alle Kritiker »rechtspopulistisch« sind und die Deutschen überhaupt im besten Deutschland aller Zeiten leben.

Die ersten drei Welten

Das also sind die ersten drei Welten!

Es gibt die irre Welt der Propaganda schon ab dem Kindergarten, wo Kritiker aktueller Politik alle als »rechtsextrem« gelten und die Kanzlerin »wie ein Popstar« gefeiert wird. Diese Welt ist weitgehend irreal, und doch gibt es Menschen, die darin zu leben versuchen.

Es gibt die Welt der Angst und »Einzelfälle«, der Messerstiche, der vermissten Mädchen, wo Tote längst keine Erwähnung in den Abendnachrichten mehr rechtfertigen. Diese Welt ist die direkte Konsequenz gutmenschlichen Wahns, der Ursache und Wirkung leugnet – und keines von beidem verhindert.

Es gibt die Welt des Fortschritts, wo intelligente Autos sich selbst beibringen, besser als Menschen zu fahren, wo Schönheit gefeiert wird und Leiden gemindert, die Welt, von der uns einst die positiven unter den Zukunftsvisionären aufregende Bilder malten.

In welcher Welt wollen wir leben, in welcher werden wir leben? Und war da nicht noch eine vierte Welt?

Welt der Innenhöfe

Neben der verlogenen Welt der Propaganda, der blutigen Welt der Einzelfälle und der hoffnungsvollen Welt des Fortschritts sehe ich noch eine weitere, vierte Welt: Die Welt der geschützten Innenhöfe.

In der vierten Welt erlischt alles öffentliche Leben. Weil globalistische Eliten keine Landesgrenzen erlauben, werden hunderttausende Zellen innerhalb der Länder gebaut und das Leben zieht sich in die Innenhöfe zurück, wo jeder Hinein- und Hinausgehende bekannt und geprüft ist.

Einige dieser Grenzen sind sichtbar (wie die um »gated communities« und Weihnachtsmärkte), andere sind transparent (wie die Gewohnheit der Eliten, mit der Limousine von Tiefgarage zu Tiefgarage zu fahren und die Welt »da draußen« gar nicht mehr zu berühren.

Menschen igeln sich wieder ein. Trends wie »Me Too« werden dazu führen, dass Menschen nur noch in vertrauten, sicheren Kreisen flirten und sozialen Umgang pflegen. Das linksgrüne Dogma der Toleranz gegenüber der importierten Intoleranz wird den Trend verstärken und universal machen, dass Menschen einerseits »Zeichen setzen« – in ihrem realen Leben sich aber in die geschützten Innenhöfe zurückziehen – das ist, was ich hier vierte Welt nenne.

Mir schreiben Deutsche, die in den letzten Jahren und Monaten ihren Lebensmittelpunkt verlagert haben, teilweise in deutsche Dörfer und Kleinstädte, in Berge und ja, in die Nähe von Wäldern. Andere sind ganz ins Ausland gegangen, manche sogar auf andere Kontinente, nach Asien, nach Südamerika. Ich nenne auch das metaphorisch: Innenhöfe. Die Menschen suchen nach einem Innenhof, wo sie geschützt sind, wo sie wachsen und glücklich sein können, wo sie die ihnen relevanten Strukturen stützen können, wo auch immer auf diesem Globus ihr Innenhof steht. Die vierte Welt ist die Welt der Innenhöfe.

Welche Welt?

Du kannst den Fluss nicht wieder zurück den Berg hinaufschieben und das Omelett nicht wieder in die Eierschale packen. Die Welt wird sich nicht zurückbewegen.

Ich werfe linksgrünem Wahn vor, die grundlegenden Mechanismen von Ursache und Wirkung zu ignorieren – doch auch wenn man ein Bewahrer und ein Freund der Freiheit ist, sollte man darauf achten, nicht sentimental die Uhr zurückdrehen zu wollen! Was passierte, passierte.

In welcher Welt werden wir leben? In welcher Welt wollen wir leben?

Guter Text?

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