Gutmensch

Das Erzbistum Köln ist relativ arm. Jedenfalls im Vergleich zu Paderborn. Das Erzbistum Paderborn kommt auf ein Vermögen von immerhin etwa 4 Milliarden Euro. – Fast schon ein Fall für die Caritas (Jahresumsatz der Wohlfahrts-Branche: >55 Milliarden Euro, Stand 2006 – hat jemand neuere/präzisere Zahlen?) sind dagegen die armen Kölner mit ihren läppischen 3 Milliarden und ein paar Zerquetschten. Dennoch wäre es schön, wenn man sich in Köln einen Duden leisten könnte.

Der Duden gibt als Bedeutung für »Gutmensch« an:

[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o.ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt
– duden.de/rechtschreibung/Gutmensch

Man kann es drehen und wenden, wie ein Ketzer sich in den Flammen des Scheiterhaufens dreht und windet: »Gutmensch« ist kein positiv besetzter Terminus. Nicht für den Duden, und nicht für die meisten Menschen, die das Wort benutzen.

Das alles ficht den Kölner Erzbischof, Rainer Maria Woelki, nicht an. Er machte sich Ende 2016 an die Aufgabe, das Wort »Gutmensch« positiv zu besetzen. Das Erzbistum lancierte die Aktion #gutmensch. (Weil junge Leute das so machen mit den Hashtags.) Woelki sprayte sogar – welch Subversivität! – einen giftgrünen Hashtag »#gutmensch« mit Kreidefarbe auf die Kacheln einer erstaunlich leeren Parkanlage. (Weiß jemand, wo diese Fotos aufgenommen wurden?)

Auf der hübschen Website zum Projekt des Erzbistums wird dann erklärt, warum Gutmensch in Wahrheit total super ist. Gleich die ersten drei Sätze des Textes (Stand 7.1.2017) sind so grandios falsch, dass sie zitiert werden müssen:

Kann es schlecht sein, ein guter Mensch zu sein? Derzeit ist „Gutmensch“ in unserer Gesellschaft nahezu ein Schimpfwort geworden. Gutmenschen seien naiv, dumm und weltfremd.

Alle, was es braucht, den Begriff »Gutmensch« zu verstehen, steckt im Widerspruch zu diesen drei Sätzen!

1. Gutmensch ist nicht »guter Mensch«

Der Begriff »Gutmensch« hat zu keinem Zeitpunkt jemals »guter Mensch« bedeutet. Matthias Heine findet in der Welt eine Fundstelle von 1838, aus dem »Briefe an eine Jungfrau über die Hauptgegenstände der Ästhetik«:

Wird nicht ein solch unberatener Gutmensch für seine unbedingte Menschenliebe verlacht, für einen Thoren von der ganzen Welt gehalten werden und ein Opfer seiner Schwäche sein?

Das Wort »Gutmensch« wurde durch die Jahrzehnte hindurch verwendet für einen Menschen, der die Augen vor der Wirklichkeit verschließt, und einfach leugnet, dass die Medaille noch eine andere Seite hat. Und ja, der Begriff wurde auch in der Nazizeit verwendet, wie überhaupt überraschend viele deutsche Wörter. Und nein, das Wort ist nicht jiddisch. Im Jiddischen gibt es »Mentsch«, und das ist tatsächlich ein guter Mensch, der braucht das »gut« davor nicht.

Während zu Beginn der Begriffs-Verwendung der typische »Gutmensch« noch Selbstaufopferung mitbrachte, bringt der moderne Gutmensch schon mal den Anschein von Heuchelei mit. Manche Menschen sehen im Verhalten des Gutmenschen sogar (hoffentlich) unbewusste und ungewollte Verlogenheit.

Beispiel: Die Menschen, die zu Beginn der Flüchtlingskrise ihre »Refugees Welcome«-Schilder an den Bahnhöfen hochhielten, waren selten die Sozialarbeiter und sonstigen viel-zu-wenig-bezahlten Angestellten, die sich im Alltag mit den Konsequenzen der Refugees-Welcome-Politik beschäftigen. Aber in ihrer Symbolhandlung fühlten sie sich moralisch überlegen, fühlten sich »gut«. Gutmenschen kassieren moralischen Lohn – überlassen die Arbeit aber den wirklich guten Menschen.

»Gutmenschen kassieren moralischen Lohn – überlassen die Arbeit aber den wirklich guten Menschen.« Click to Tweet

Ein Nebenaspekt: In seinem Engagement zur Rettung des Gutmensch-Begriffs hat Kardinal Woelki vergessen, der Transparenz halber zu erwähnen, dass die Caritas den ein oder anderen Euro an der Flüchtlingskrise mitverdient. Er wird es bestimmt nachholen.

2. Ja, Gutmensch ist ein Schimpfwort

Kardinal Woelki versucht, den scharf kritisierenden Ausdruck »Gutmensch« zu erobern. (Wohlgemerkt: nicht »zurück« zu erobern – er war nie »seiner«.) Warum? Es ist nicht »fast schon ein Schimpfwort«. Es ist ein Schimpfwort, es ist ironisch gemeint und man hofft, den Beschimpften in die Realität zurückzuholen – aber es bleibt ein Schimpfwort. Wieder: Man befrage den Duden.

Es wird versucht, aus »Gutmensch« ein Geusenwort zu machen. Das wäre zu vergleichen mit farbigen US-Rappern, die sich »das N-Wort« erobern und innerhalb der eigenen Gruppe neu auslegen. Doch die Verhältnisse sind hier anders. Mit dem N-Wort wurde eine Gruppe von Menschen abfällig bezeichnet, bei der es in Wahrheit keine Schande ist, dazu zu gehören. Mit »Gutmensch« werden dagegen Heuchler bezeichnet, welche die angebliche eigene Moral wie eine Monstranz vor sich hertragen. Wieso sollte man stolz sein, zu dieser Gruppe zu gehören? – Wie Jesus sagt:

Wenn du Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
Matthäus 6,2-4

3. Nicht die Naivität ist das Problem

»Gutmenschen seien naiv, dumm und weltfremd«, zitiert Woelki seine angeblichen argumentativen Gegner. Es ist ein Strohmann-Argument.

Naivität und Weltfremdheit sind wichtige Eigenschaften etwa von Künstlern und Autoren. Ich selbst hoffe bei jedem einzelnen Text, die Welt zu verändern, und scheitere jedes Mal. Ich bin darin naiv und will es bleiben.

Nein, die Probleme mit Gutmenschen sind andere, und ihrer ist Legion.

Gutmenschen sind selbstgerecht. Sie weigern sich nicht selten, die Konsequenzen ihres Tuns zu bedenken. Sie beschimpfen jene, die sie vor den logischen Konsequenzen warnen, als »Rechte« und »Populisten«. Wenn die Konsequenzen dann eintreten, heißt es: Ich habe keine Schuld, ich habe es gut gemeint. Selbstgerechtigkeit allein ist nervig, ihre Konsequenz aber kann tödlich sein.

Gutmenschen sind freiwillig partiell dumm. Sie weigern sich, offensichtliche Zusammenhänge anzuerkennen, wenn diese ihnen nicht in ihr Weltbild passen.

Gutmenschen erhöhen sich selbst. Sie betrachten sich selbst als »moralisch gut« – und erklären damit (im- oder explizit) jeden, der ihnen widerspricht, für moralisch schlecht. In der Politik gibt Gutmenschentum die gefühlte Legitimität, Gesetze zu brechen oder den politischen Gegner sogar körperlich anzugreifen.

Eine Sache, die man heutigen Gutmenschen wahrlich nicht vorwerfen kann, ist echte (!) Dummheit. Ein Gutmensch zu sein und »Haltung« zu zeigen, kann ein höchst lukratives Geschäft sein. Sie können ein Heuchler sein, selbstgerecht, freiwillig partiell dumm und sich selbst auf das höchste moralische Podest stellen – und doch sehr genau wissen, wie Sie Ihre Hände schwielenfrei und Ihr Konto flüssig halten.

Fazit

Ich glaube nicht, dass Herr Woelki selbst diese Kampagne anstieß. Ich würde ihn nicht einmal einen Gutmensch nennen, um Himmels Willen! Es war wahrscheinlich eine Agentur. Sie meinte es gut, da bin ich sicher. Doch darum geht es nicht.

»Gutmensch« ist ein anderes Wort für Heuchler. Ein »guter Mensch« ist etwas ganz anderes. Was aber ist ein »guter Mensch«? Das, liebe Gemeinde, ist Gegenstand der Predigt nächsten Sonntag. Bis dahin, gehen Sie mit Seinem Segen, und halten Sie Ihre Nase sauber.

 

Aktueller Text von Dushan Wegner

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20 Kommentare zu “Gutmensch

  1. Werner R. Niedermeier

    Der Begriff „Gutmensch“ meint keine guten Menschen, auch wenn versucht wird, diese Interpretation als Fakt zu streuen. Der Duden definiert Gutmensch wie folgt:
    „[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt“
    Und genau das ist er und nichts anderes.

  2. Wilde Gesellin

    Ein Gutmensch ist eine Person, die die Augen vor der häßlichen Wirklichkeit verschließt und nur die positiven Seiten einer Medaille sieht. Abweichende Sichtweisen werden im besten Fall negiert, im schlimmsten Fall aggressiv verbal niedergemetzelt.
    Gleichzeitig ist diese Person beseelt von dem Glauben an das Gute im Menschen, das man vielleicht manchmal intensiv suchen muß, aber trotzdem vorhanden ist.
    Denn es kann nicht sein, was nicht sein DARF!

    • Michel Rieke

      Nein, bei allen „Rechten“ gibt es für den extremen Gutmenschen nichts Gutes. Dabei maßt sich der typische Gutmensch an, den Maßstab für „Rechts“ stets neu zu definieren. Die erste sozialliberale Koalition würde heute locker als „rechts“ durchgehen, Helmut Schmidts Ansichten wären ganz klar rechtspopulistisch. CDU-Politiker wie Alfred Dregger würde frau*man mit noch viel schlimmeren Flüchen belegen. Der Gutmensch des 21. Jahrhunderts ist im Besitz unumstößlicher Wahrheiten, die gegen die Ketzer verteidigt werden müssen. Mich erinnern die extremen Gutmenschen immer mehr an die (un)Heilige Inquisition. Die Folterinstrumente sind heute halt soziale Ausgrenzung, Karriereende und öffentliche Brandmarkung.

      Aber den Anteil dieser extremen Gutmenschen an der Bevölkerung ist viel kleiner, als ihr politischer Einfluss Glauben macht. Die große Mehrheit der Deutschen ist weder vom rechten Hass zerfressen, noch wähnt sie sich im Besitz der einzigen humanitären Wahrheit. Deshalb bin ich weiter (verhalten) optimistisch, dass beide Extreme sich nicht durchsetzen werden.

  3. Taschenkrebs

    Vertiefenswert der inhaltl. Zusammenhang zwischen Gutmensch und Gerechter in der Bibel, letzterer ist ja auch oftmals eher selbst- als wirklich gerecht oder ideogisch daran gehindert, zu erkennen, dass er gerade nicht im. Begriff ist, etwas objektiv Gutes zu bewirken oder zu befördern.

    Wir sollten ruhig auf unsere Bibel und unsere christlichen Nomenklaturen rekurrieren. Wenn wir immer mit islamischen Termini hantieren, warum nicht auch mit denen, die den Unterbau unseres aktuellen ‚Wertesystems‘ mitkonstituieren. Hierfür muss man nicht religiöser sein als für das Diskutieren der Scharia. Wir sollten generell den Diskurs nicht zu schnell auf die Terminologien einer hier noch nicht heimischen anderen Kultur verlagern. Daran sollten wir nicht zu aktiv mitwirken, es ist nicht nötig, wir können islambasierte Argumente auch mal mit christentums- / katholizismusbasierten Argumenten behandeln. Es gibt einen frz Philosophen bzw Sprachwissenschaftler, der die Sprache inkl Bildsprache (Enthauptungen) des Korans und des IS analysiert hat, er warnt davor, diesen Diskurs mit islamischer Terminologie auszufechten.

    • Taschenkrebs

      Und zwar Philippe-Joseph Salazar, 2016. Die Sprache des Terrors.

      Autor ist (übrigens im Maghreb geborener) Semiotiker.

      Er sagt, die Ausrufung des Kalifats im Sommer 2014 war ein genau so wirksamer Staatsgründungsakt wie die Gründung der frz Republik. Die ‚Terroristen‘ sieht er als Partisanen im Schmittschen Sinne. Dadurch, dass die westl. Medien die ‚Opferhandlungen‘ dieser Partisanen nicht vollständig zeigen, schonen sie zwar den westl. Rezipienten, blockieren aber auch dessen natürliche psychische Empörungsreaktion.
      Und weitere Aspekte.
      Vor allem auch, wie wichtig der sprachlich bewusste Umgang mit dem Phänomen ist!

      Das Buch, von Ende August 2016 (zumindest die dt Ausgabe), lohnt sich.

      Noch zum Autor (aus Internet):

      Philippe-Joseph Salazar, 1955 in Casablanca geboren, hat an der Ecole Normale Supérieure Philosophie studiert und ist Schüler von Jacques Derrida, Roland Barthes und Emmanuel Levinas. Seine Arbeiten und Publikationen zum Thema politische Versöhnung haben ihm internationale Anerkennung verschafft. Von 1998 bis 2004 war er Programmdirektor für Rhetorik und Demokratie am renommierten Collège International de Philosophie ‎in Paris, seit 2004 ist er Professor für Rhetorik an der Universität Kapstadt. ‎Für „Die Sprache des Terrors“ erhielt er 2015 den Prix Bristol des Lumières.

  4. Simone Janas

    Gutmensch: Mensch der sich selbst – moralisch – erhöht.

  5. Der Begriff Gutmensch impliziert Verlogenheit, Heuchelei, Geltungsdrang, Doppelmoral und Feigheit wenn es darum geht kontroverse Misstände anzusprechen. Ein Gutmensch ist alles andere als ein guter Mensch. Dem Gutmenschen geht es im wesentlichen darum seine moralische Überlegenheit preiszugeben; dies tut er oft durch leere, aber manipulative Platitüden wie „Refugees welcome“ oder „Kein Mensch ist illegal“. Anders als wirkliche gute Menschen, die keine Ideologie brauchen, sehen Gutmenschen ihre Gesinnung als absolut. Sie haben ein Schwarz-Weiß-Weltbild, sie teilen die Welt in Gut und Böse ein. Sie stellen Forderungen, deren Folgen hauptsächlich die Anderen tragen müssen.

  6. Ambages narras

    Ignorant,heuchlerisch,fahrlässig,denunzierend,fanatisch,emotional,passiv-aggressiv

  7. Speaker59

    «Gut ist, was ich für gut halte» Ein Gutmensch.

  8. Gutmensch ist ähnlich der Affirmation: Sahnehäubchen auf Mist

  9. Nasenbär

    Den Gutmensch kann man am besten mit zwei Zitaten beschreiben.

    Tucholski: „Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.“

    Goethes Faust: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft.“

  10. ErlingPlaethe

    Ein Mensch dem Selbstgerechtigkeit vorgeworfen wird.

    Der meint per se gut zu sein und damit auch gut zu handeln. Selbstzweifel und Skepsis bezüglich des eigenen Handelns sind Überlegungen, die der Gutmensch für sich selbst nicht anstellt, sie aber anderen um so mehr empfielt.

  11. Andreas Schneider

    Den Gutmenschen als Begriff halte ich mittlerweile schon für regelrecht „ausgelatscht“. Der arroganten Hybris, der ich bisweilen begegne, wird diese Bezeichnung ohnehin nicht gerecht – ich wende daher bevorzugt den „Bessermenschen“ an.

    Wobei ich mich jedoch mehr und mehr frage, wie klein wohl der Schritt zum „Übermenschen“ nur noch sein mag – und ob unsere selbsternannten Übermenschen unseligen Angedenkens seinerzeit ebenso verbohrt waren. 😔

  12. Der Aspekt des „virtue signalling“ (Tugendsignale) könnte noch etwas ausgebaut werden. Viele „Gutmenschen“ betreiben eben dieses Signalisieren nur, um ihre Zugehörigkeit zu einer finanziell oder sozial lukrativen Gruppe anzuzeigen.

    • Taschenkrebs

      Stimmt. Auch vermute ich, dass ein Teil der Gutmenschen sich dessen nicht bewusst ist, dass ein anderer Teil der Gutmenschengruppe nicht – wie er selbst – aus Idealismus oder empfundenem Konformitätsdruck der Gutmenschenfraktion zugehört, sondern aus (wohlweislich nicht an die große Glocke gehängtem) finanziellem Eigeninteresse.

      Auch aus finanziellem Interesse an der Fortführung der aktuellen Politik wird ein Teil des Konformitätsdrucks unter Gutmenschen entspringen.

      Das sind dann die ‚Profiteure‘ in verschiedenen Abstufungen von Stakeholdertum (die sozialen Sekundärgewinne) bis zum Shareholdertum (die finanziellen Gewinne) sozusagen.

      Der etwas naivere Gutmensch erlebt dann diesen Druck der vermeintlich homogen idealistischen peer group und ist überwältigt von der konsequenten, erstaunlich kompromisslosen, apodiktischen Gutheit um ihn herum.

      Er orientiert sich dann daran; diese geschlossene Front zerstreut auch seine eigenen Zweifel; und er ahnt nicht, dass er sich (zumindest teilweise) nicht an authentischer Gutheit und authentischem Idealismus orientiert, sondern einem (ummäntelten) fremden Eigeninteresse aufsitzt.

      Daher sollte lieber auch der Gutmensch gründlich für sich selbst überlegen, was in seinem eigenen Interesse liegt.

      Und dem seiner Familie.

      Und sonstiger, die vielleicht ihm gegenüber mehr Loyalität aufbringen werden und schon gebracht haben als die, die er aktuell im Fokus hat.

      Das ist seine Verantwortung, die ihm die übrigen Gutmenschen nicht abnehmen können. Die Verantwortung hat momentan jeder von uns.

      Stichwort Schicksalsgemeinschaft?

  13. Rüdiger Plantiko

    „Ich würde ihn nicht einmal einen Gutmenschen nennen, um Himmels Willen!“ Ich schon. Mit seiner Kollegin vom lutheranischen Ufer, der „guten“ Frau Käßmann, ist er geradezu das Paradabeispiel eines solchen. Die beiden wissen auch genau, daß gerade Leuten wie ihnen dieser Vorwurf gilt, daher wehren sie sich ja so kräftig dagegen.

  14. Bolko Kölle

    Ich glaube nicht das „Gutmensch“ zwingend „Verlogenheit, Heuchelei, Geltungsdrang, Doppelmoral und Feigheit“ impliziert

    wohl aber eine gesinnungsethische, fast kindliche Naivität und Gütgläubigkeit
    vielleicht auch jugendlichen Idealismus mit einer romantisierenden Ader

    Dies kann leicht verbunden werden mit einer narzistisch anmutenden Selbsterhöhung und mit einer angemaßten moralischen Überheblichkeit auf Grund einer scheinbaren moralischen Überlegenheit der Gesinnung
    .
    Ich glaube das „Gutmenschen“ auch sehr hilfsbereit, engagiert und wohlwollend sein können aber auch oft unangemessem handeln, weil sie weder Ursachen noch die Folgen im Sinne einer Verantwortungsethik realistisch und rational berücksichtigen.

    Ich glaube „Gutmenschen“ sind im positiven Sinne Kinder geblieben, die noch für die „Rettung“ der Welt sich engagieren, aber im negativen Sinne nicht erwachsen geworden sind und eine reifere rationale Reflxionsfähigkeit und Realitätswahrnehmung noch entwickeln müssen

  15. Hippiemädchen

    Der Gutmensch ist so naiv wie das Kind das glaubt dass das Geld nur aus dem Geldautomaten kommt und unbegrenzt zur Verfügung steht.

  16. Harry James mit Armbrust

    Ach, Begriffe 🙂
    Man darf Deutsche als Köterrasse bezeichnen, wer uns als Nazis bezeichnet bekommt ein kleines“Dududu“, unser Vizekanzler durfte wütende Wähler als Pack bezeichnen. Eingewanderte Kriminelle aus z.B. Marokko werden als Flüchtlinge bezeichnet, warum soll es da noch stören, wenn Woelki sich für etwas besonders gutes hält, wenn man ihn als Gutmenschen bezeichnen würde?
    Immer mehr Begriffe werden in immer schnellerem Takt unterschiedlich gedeutet, so kann man dafür sorgen, dass Menschen schlicht nicht mehr miteinander reden können – Absicht?
    Wer weiss das schon …

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