Merkels Politik ist das stärkste Argument für souveräne Nationalstaaten

22. November 2018, von Dushan Wegner; Bild von Kumiko SHIMIZU
Merkel wettert gegen nationale Souveränität. – Ironisch daran: Merkels übergriffige Politik ist das stärkste Argument FÜR souveräne Nationalstaaten! Wenn ein Land z.B. einem suizidalen Wahn verfällt, sollten die anderen doch nicht folgen!
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Er war einst ein lustiger Witz, dieser Witz mit dem Tuch! Wir fanden ihn vor allem in witzlastigen TV-Soaps, fürs große Kino ist er dann doch zu ätherisch, zu flüchtig. Ich erzähle ihn mal! – Also… eine Figur hält einer anderen Figur ein Tüchlein vors Gesicht, und fragt, gespielt ratsuchend: »Findest du auch, dass dieser Lappen nach Chloroform riecht?« – Haha, soweit der Witz.

Nun haben wir in den Nachrichten gehört, dass hier und da dieser »Witz« ganz praktisch umgesetzt wurde, wenn auch mit anderen, aber ähnlich wirkenden Chemikalien (etwa von Bill Cosby, oder zum Beispiel, nach aktuellem Verdacht, vom Familiennachzügler Majd K. in Freiburg), seitdem geht der Witz nicht ganz so leicht von der pelzigen Zunge.

Witze versprechen, einen Schmerz durch Verfremdung und Isolation zu bewältigen. Im Umkehrschluss: Wo ein Witz ist, da ist ein Schmerz!

(Randnotiz: Deshalb ist Staatsfunk-Comedy wie Heuteshow oder Böhmermann so witzlos: sie tut so als wäre sie »witzig«, etwa indem sie Aussagen übertreibt und Sachverhalte zuspitzt, doch da sie tatsächlich den »politisch nicht korrekten« Schmerz tabuisiert, statt ihn zur Sprache zu bringen, also indem sie faktisch anti-witzig ist, hinterlässt Staatsfunk-Comedy diesen typisch schalen Nachgeschmack.)

Um Menschen zu verstehen, hilft es, den Schmerz in ihren Witzen zu suchen. Der Schmerz im Chloroform-Witz scheint zu sein: Wir fürchten es, willenlos ausgeliefert zu sein, auf dass ein anderer uns verletzt. Wir fürchten, was ein Mensch einem anderen antun kann. Wir fürchten, ausgetrickst zu werden, unseren eigenen Schaden herbeizuführen – im Witz ist es ja das Opfer selbst, das sich zum Tuch beugt und einatmet.

Unter Mühen

Die farblose Flüssigkeit Chloroform (chemisch: CHCl3) mit dem typisch süßlichen Geruch wurde im neunzehnten Jahrhundert entdeckt und bald schon zur Betäubung von Patienten etwa bei Zahnbehandlungen oder bei Geburten eingesetzt. Man hört, dass einige (wohl männliche) Vertreter der Kirche gegen Narkose bei der Geburt gewesen sein sollen, da sie angeblich gegen 1. Mose 3:16 verstieß, wonach Frauen »unter Mühen« (oder: »unter Schmerzen«) gebären würden.

In Amerika wurde Chloroform immer etwas misstrauisch betrachtet. Besonders erfolgreich und bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bei den weitaus meisten Operationen im Einsatz war Chloroform ausgerechnet in Deutschland – womit wir bei der Tagespolitik wären.

Geisterstunde im Bundestag

Die Regentschaft der großen Kaputtmacherin Merkel wabert dieser Tage durch ihre Geisterphase. Merkel hat ihren Rückzug angekündigt, sich also selbst politisch totgesagt – und wir alle wissen, wie es um die Lebenserwartung von Totgesagten steht. Merkel spukt weiter herum, aggressiver und gruseliger denn je. Ein Gespenst regiert in Europa. Dieses Gespenst will alle Tore öffnen, auf dass wir uns so recht zu fürchten lernen. Ein Lied, fast so alt wie ich, kommt mir in den letzten Jahren und Wochen immer wieder in den Sinn: You ain’t seen nothing yet!

Diese Woche war politische Geisterstunde im deutschen Bundestag. Merkel sprach, und die Geister, die sie befehligt, ließen ihr kaltes Hauchen wie Applaus klingen. Hurra! Hurra! Huhuhuuuu! (Ich mache Witze – ich artikuliere meinen Schmerz über eine gruselige Regierung – doch einmal im Ernst: Schauen Sie sich doch selbst die Bilder von den Regierungsabgeordneten an, wie sie statt zu debattieren, auf ihre elektronischen Kontrollgeräte starren – »frei« und »mit offenem Visier« sieht anders aus – es ist schaurig!)

Verteidigung, trickreich

Ein freiheitlicher Staat nach dem anderen sagt »Nein Danke« zum Migrationspakt. Es sind Länder, in denen aus der Geschichte und aus der nationalen Geisteshaltung heraus die Souveränität und die Freiheit einen höheren Stellenwert in der Debatte einnehmen als in Deutschland, wie USA oder Israel. Und, dazu: Besonders Länder in Osteuropa, wo die Älteren sich noch traumatisiert erinnern, wie erst Deutschland nach »Lebensraum« dort suchte und dann die Russen von Moskau aus beschlossen, was »das Beste« für sie sei, diese Länder reagieren extra allergisch, wenn die FDJ-Sekretärin bestimmen will, wer dort zu leben hat.

Der Migrationspakt ist, wie man nun in der wirklich freien Presse liest (siehe z.B. tichyseinblick.de, 21.11.2018), wohl doch ein Berliner Baby – der anti-freiheitliche, globalistische und die Pressefreiheit gefährdende Geist war ja bereits ein Zeichen, das die Urheberschaft andeutete.

Merkel verteidigte nun diesen Pakt im Bundestag, und sie tat es eben so, wie Politiker etwas verteidigen, was mit Vernunft nicht zu verteidigen ist: mit Halbwahrheiten und rhetorischen Tricks.

Madame Alternativlos is back

Als politisches Gespenst wird Merkel wieder ganz offen zur Madame Alternativlos. Merkel spaltet, und sie scheint auch spalten zu wollen: Freiheit oder Merkel (tertium non datur?), doch was macht mehr Angst? (Hinweis: dem Deutschen, so scheint es, zu oft die Freiheit.)

Einer der Tricks, mit dem Merkel die gedanken- und/oder gewissenlosen Teile von Parlament und Presse begeistert (also: die Mehrheit), kennt man in der Liste der Fehlschlüsse als »falsche Dichotomie«, oder »falsches Dilemma« (siehe z.B. Wikipedia).

In einer emotional aufgeladenen rhetorischen Situation stellt der Redende den Hörer vor die Entscheidung zwischen zwei Positionen.

Jesus, George W. Bush, und diverse andere haben falsche Dichotomien benutzt (und es oft mit dem Freund-Feind-Schema vermengt).

Jesus sagte:

Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. (Markus 9:40)

George W. Bush sagte:

Either you are with us, or you are with the terrorists. (G.W.Bush, 20.9.2001 vorm US-Kongress – das Protokoll verzeichnet anschließenden Applaus)

Merkel sagte:

Das Schöne an der heutigen Zeit ist, dass es wieder richtige Gegensätze gibt. (…) Da gibt es auch keine Kompromisse. Entweder man gehört zu denen, die glauben, sie können alles alleine lösen und müssen nur an sich denken. Das ist Nationalismus in reinster Form. Das ist kein Patriotismus. Denn Patriotismus ist, wenn man im deutschen Interesse auch andere mit einbezieht und Win-Win-Situationen akzeptiert. (Angela Merkel, zitiert nach welt.de, 21.11.2018)

Es ist, wie bei Merkel üblich, ungelenke Rhetorik auf einem Niveau, mit dem selbst der Regionalleiter eines Wurstvertriebs bei der Mitarbeiterversammlung ausgelacht würde, aber das ist eben das Niveau, das der Berliner Betrieb als »neues Normal« akzeptiert, und im Kern ist es diese falsche Dichotomie: entweder du folgst Merkel in den Untergang und bildest dir ein, es sei »Win-Win« und »Patriotismus« – oder du bist ein Nationalist (sprich: Naaaaaaaazi).

Natürlich ist es falsch, was Merkel sagt. Unwahr, unehrlich, unerhört. Will sie Israel falschen Patriotismus vorwerfen, weil es Merkel nicht in den nationalen Suizid folgt?

Merkel ist wieder ganz Madame Alternativlos – und die von geschwurbeltem Machtanspruch begeisterte Presse atmet das Chloroform extra tief ein.

Die Süddeutsche schreibt:

Deutschland erlebt eine verwandelte Angela Merkel: Souverän legt sie dar, was die wirklich wichtigen Aufgaben sind – der Abschiedsschmerz könnte noch groß werden. (sueddeutsche.de, 21.11.2018)

Erstaunlich, dass man in vollem Chloroformrausch noch grammatikalisch vollständige Sätze tippen kann – dafür immerhin meinen Respekt nach »Prantlhausen«!

Deutsche Gegenteilwelt

Merkel postuliert:

Nationalstaaten sollten heute bereit sein, Souveränität abzugeben. (welt.de, 21.11.2018)

Von der wackligen Normativität des »sollten« einmal abgesehen, hat die verheerende Merkel-Zeit das exakte Gegenteil dieser Behauptung gezeigt. Die Merkel-Ära hat bewiesen, wie überlebenswichtig die maximale Souveränität der Nationalstaaten ist. Ohne starke und voneinander unabhängige Nationalstaaten können sich schnell die Fehler eines Staates auf andere Staaten ausbreiten.

In Deutschland werden derzeit die Weihnachtsmärkte zu Hochsicherheitszonen umgebaut (siehe z.B. @dpa, 20.11.2018). Wenn die deutschen Grenzen nur halb so sicher wären wie die Weihnachtsmärkte! Der linksgrüne Irrsinn, der Deutschland erfasst hat, wird womöglich weitere Todesopfer fordern, er wird Stadtteile zu No-Go-Zonen machen und Schulen zu Auslandsvertretungen (siehe z.B. bild.de, 20.11.2018: »Nur eins von 103 Kindern spricht zu Hause deutsch – Rektorin aus Neukölln: „Wir sind arabisiert“«). Doch die linksgrüne Wahnphase, die Deutschland erfasst hat, wird vergehen, weil sie nicht nachhaltig ist. Ein polnischer, tschechischer, ungarischer oder jeder andere Politiker, der Souveränität an eine vom linksgrünen Deutschland dominierte Marschrichtung abgäbe, würde sich direkt an seinem Volk und seinem Land schuldig machen.

Merkel und das linksgrüne Deutschland sind das stärkste Argument für souveräne Nationalstaaten. Wenn ein Land durchdreht, wie Deutschland unter Merkel, müssen Staaten die Möglichkeiten haben, sich abzukoppeln, und zu sagen: Sorry, diesem Irrsinn folgen wir nicht.

Schlecht für Herz und Leber?

Chloroform soll toxisch sein, es schadet wohl der Leber und dem Herzen, vermutlich ist es sogar krebserregend. Es gibt gute Gründe, Chloroform nicht mehr zur Betäubung zu nutzen.

Merkels politisches Chloroform wird nach wie vor via Staatsfunk und anästhetisierter Journaille in die Wohn- und Schlafzimmer der Republik gepumpt. Es wird aber offensichtlich, dass politisches Chloroform auf unterschiedliche Menschen unterschiedlich stark wirkt!

Viele Leser schreiben mir, wie sehr es Sie schmerzt, wie brennend ungerecht es ist, dass das Land, in das Sie so viel Zeit, Arbeit, Geld und Hoffnung gesteckt haben, wie Ihre ureigene Heimat, wieder einem kollektiven Wahn zu verfallen scheint – ich kenne diesen Schmerz. Manchmal möchte ich meine Tastatur durch den Raum werfen und so tun, als wäre das alles nicht wahr. Aber es ist wahr.

Dass es Sie und mich schmerzt, beweist immerhin eines: das politische Chloroform wirkt bei uns nicht. Wir kennen alle diese Mitmenschen, die selbst beim brutalsten Mord wie Roboter – oder eben wie betäubt – zuerst fordern, die Tat nicht zu »instrumentalisieren«.

Es hat natürlich einen Preis, nicht auf politisches Chloroform anzuspringen! Uns schmerzt, was andere Bürger so gehorsam hinnehmen, als wären sie betäubt.

Ja, es tut weh, zu sehen, wie Merkel und ihre linksgrünen Helfer zerstören, was Generationen aufgebaut haben. Ist es ein Problem, dass es uns weh tut? Nein! Wenn dir die Ereignisse in der Seele wehtun, zeigt das, dass du bei Bewusstsein bist – wenn sie dir die Organe aus dem Leib schneiden, wäre es das größere Problem, wenn du keinen Schmerz empfinden würdest.

Sollten Sie heute Abend aus Versehen den Staatsfunk einschalten, die offiziellen Nachrichten hören oder eine Talkshow sehen, dann fragen Sie sich ruhig: Finden Sie auch, dass es komisch riecht, etwas süßlich? Das ist das politische Chloroform, es ist schlecht für Herz und Leber.

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