9.9.2019

Einheitskoalition, Einheitsmeinung, Einheitsmensch – ist das die »Neue Deutsche Einheit«?

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Bild von Beata Ratuszniak
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Ich habe mal 'nen Mülleimer gesehen mit 4 Trennlöchern, doch alles fiel in 1 Tüte. Ähnlich wie Wahlen: Egal was du wählst, du wirst von Denselben regiert werden. Einheitskoalition, Einheitsmeinung, Einheitsmensch – war DAS mit »Deutsche Einheit« gemeint?
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An Bahnhöfen und in Flughafenterminals finden wir heute Mülleimer mit drei oder vier Einwurflöchern. Eines für Papier, eines für Glas, eines für Plastik, und so fort. Gutes tun beim Müllwegwerfen – hach, emotionale Befriedigung kann so einfach sein!

Man ist ja heute bereits froh, wenn Leute überhaupt noch ihren Dreck in den Mülleimer werfen, statt den Müll einfach auf den Boden fallen zu lassen oder als Kommentar in der Tagesschau zu senden!

Einmal habe ich einen solchen Mülleimer gesehen, der hatte oben brav vier Einwurfschlitze, doch wenn man genauer hinschaute, dann sah man, dass die vier Einwurfschlitzen nur ein Gitter waren, dass man über eine einzige Mülltüte befestigt hatte, und dass aller Müll in dieselbe Tüte fiel. Die Müllwegwerfer fühlten sich so moralisch wie ökologisch, wenn sie derart ihren Müll trennten, bevor sie ins Flugzeug einstiegen, um vielleicht zum Öko-Aktivisten-Treffen zu fliegen – doch das Trennen und die Wahl der richtigen Einwurfschlitze war eine Illusion.

Wo wir gerade von Wahl und Illusion reden – die Nachrichten!

 

Jeder mit jedem

Auf gewisse Weise ist die Sachsen-CDU die ehrlichste der CDUs – während etwa die CDU von Nordrhein-Westfalen im Landtagswahlkampf 2017 plötzlich von AfD-Slogans »inspiriert« zu sein schien (siehe etwa designtagebuch.de, 2017), präsentierte sich die Sachsen-CDU bei der Landtagswahl 2019 mit der Leitfarbe Grün (siehe etwa Foto bei spiegel.de, 7.9.2019) und warf de facto den letzten halbwegs glaubwürdigen CDU-ler aus dem Land(eswahlkampf) – (sz.de, 26.8.2019: »Kretschmer: ›Maaßen hat genügend Ärger gemacht‹«).

Sachsen hat gewählt, und die »natürliche« Koalitionsoption scheint Schwarz-Blau zu sein – doch das würden natürlich Staatsfunk, Merkel und deren Marionetten nicht erlauben.

Die CDU Sachsen verkündete nun, via Twitter, wie selbstverständlich vor grasgrünem Hintergrund, dass sie im Landesvorstand »Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD zur Bildung einer neuen stabilen Regierung für Sachsen« anstrebt(@cdusachsen, 7.9.2019). Die Große Grüne Soße, heute eben aus Sachsen.

Die implizite Botschaft an den Wähler ist unzweideutig: Es ist egal, wen du wählst, du wirst immer von denselben Leuten regiert werden. Es macht keinen Unterschied, ob du deine Stimme bei CDU oder Grünen oder SPD setzt, es ist alles dieselbe Soße. Jeder kann und wird mit jedem ins politische Bett steigen, ein einziges Sachsen und Gomorrha.

Neue Deutsche Einheit

Wie bei jenem Fake-Trennungs-Mülleimer, bei dem der Müll doch immer in dieselbe eine Tüte fällt, so wirkt auch bei politischen Wahlen zunehmend die »Wahl« wie die Illusion derselben – egal, wen du bestimmst, es wird am Ende eine Mischmasch-Koalition gebildet werden aus immer denselben Saufkumpeln, und sie werden sich mit den denselben NGOs und »Aktivisten« treffen, und sie werden die Grenzen offen halten und sie werden einiges tun, um China zu stärken, Deutschland zu schwächen und die Bürger gefügig zu halten – das alles durchgehend mit drohendem Flankenschutz vom Staatsfunk.

Soll man denn noch in Deutschland zu den Wahlen gehen, wenn es sowieso egal ist? Nun, es macht heute tatsächlich wenig Unterschied, ob man CDU oder Grüne oder SPD wählt – nur FDP zu wählen bietet unter Umständen ein Risiko, dass die Stimme tatsächlich in den 5-Prozent-Gully befördert wird. Einige der verheerendsten »grünen« Entscheidungen der jüngeren deutschen Geschichte wurden von »Christdemokraten« beschlossen, nicht von Grünen.

Nein, Deutschland ist wahrlich nicht Nordkorea, auch wenn die umbenannte SED und ehemalige Stasi-Kräfte in Deutschland aktiv an Politik und Meinungssteuerung mitwirken, doch die tatsächlichen Wahloptionen in Deutschland ähneln auf gewisse Weise allmählich der Wahl in totalitären Regimen.

Wer in Nordkorea und Co. zur Wahl geht, der kann sich »entscheiden« zwischen der bestehenden Macht… oder bitteren Konsequenzen.

Nach den letzten Bundestagswahlen erklärten tausende Deutsche, sie gehörten zu den »87%«, die nicht AfD gewählt hätten, sie skandieren bis heute »wir sind mehr« und andere Propaganda-Slogans.

Ein ehrlicher Wahlzettel in Deutschland würde heute, etwas überspitzt formuliert, genau zwei Optionen enthalten:

  1. Ich bin moralisch gut und wähle die große Einheitskoalition.
  2. Ich bin moralisch böse und außerdem ein rechtspopulistischer Satan-Weltraum-Rechtsextrem-Nazi, weil ich nicht wähle, was der Staatsfunk sagt, das ich wählen soll.

Egal, wen du wählst, du wirst von der Einheitskoalition regiert werden. In Schulen und im Staatsfunk wird die Einheitsmeinung bestimmt, und wer abweicht, wird ruiniert werden. Deutschlands »Eliten« träumen bald wieder vom Einheitsmenschen – zumindest wirkt die Agitation gegen Abweichler so. »Deutsche Einheit« bekommt eine neue Bedeutung, und sie ist etwas gruselig.

 

Freiheit, immer wieder

Wenn vor 100.000 Jahren die Grünen an der Macht gewesen wären, dann würden wir noch heute in Höhlen leben, und wir hätten nicht einmal das Feuer erfunden (wegen CO2) oder den Faustkeil (wegen Umweltschäden an quarzhaltigen Felsen). Die Entwicklung des menschlichen Gehirns setzte Eiweiß- und damit Fleischkonsum voraus; hätten die Grünen also (schon) damals geherrscht, wären wir heute womöglich alle weiterhin von grünem Gemüt und Geiste.

Man könnte menschlichen Fortschritt (und manche sagen: menschliches Glück) als andere Perspektive auf menschliches Lernen verstehen. Was unterscheidet uns denn von Neandertalern und Grünen, von Urmenschen und Journalisten? Dass wir dazulernen – und dass wir dazugelernt haben!

Wer lernen will, muss anerkennen und ausleben (können), dass es mehr als eine Möglichkeit gibt, einen Sachverhalt zu interpretieren – sowohl in deskriptiver als auch in präskriptiver Hinsicht! Wer lernen will, der muss sich selbst die Freiheit gönnen, mehrere aus seiner Erkenntnis folgende Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren.

»Ordne deine Kreise«, ist eines meiner Mottos, und das bedeutet auch, »Ordne deine Gedanken!«, sprich: Lerne! – Das eine Motto der »Neuen Deutschen Einheit« ist dagegen: Gehorche!

Gleichförmigkeit und zentrale Planung (von Moral wie von Ressourcen) verhindern das Lernen – sogar buchstäblich (welt.de, 9.9.2019: »26.300 Pädagogen – An Grundschulen fehlen noch mehr Lehrer als gedacht«).

2017 fragte ich: »Dürfte Satire einen Menschen töten?« – Es ist 2019 und im Staatsfunk wird »satirisch« über die brutale Tötung von Wählern gescherzt, wenn und weil sie außerhalb der »Neuen Deutschen Einheitskoalition« wählen (siehe danisch.de, 7.9.2019). Anderswo treibt man Scherze darüber, Napalm über Sachsen abzuwerfen, weil sie »braun geworden« seien (siehe YouTube/MySpass, ab ca. 1:00:00). Die »Neue Deutsche Einheitscomedy« kennt nur ein Feindbild, und das gehirngewaschene Publikum klatscht. Wie gut, dass noch keine schlimme Sache in der deutschen Geschichte damit begonnen hat, dass der politische und gesellschaftliche Gegner entmenschlicht wurde, und man »satirisch« über seinen Tod sprach (siehe auch »›im Kanal die Rattenschar‹ – Humor im deutschen TV 2019«).

Demokratie muss bedeuten, eine Wahl zu haben, wer einen vertritt und wer einen regiert. Freiheit ist die Möglichkeit, zwischen verschieden Handlungswegen zu entscheiden, von denen mindestens einer minimal zufriedenstellend ist – wenn bei einer Wahl sowieso immer dasselbe herauskommt, egal was ich ankreuze, dann ist es kaum noch eine »Wahl«, und »frei« fühlt es sich auch immer weniger an.

In Sachsen wird die ganz große Einheitssoße angerührt, wohl weil der Staatsfunk und Frau M. die schwarz-blaue Koalition verboten haben – und weil man eine »stabile Regierung« haben möchte. Eine »stabile« Regierung ist kein Selbstzweck, und es kann Situationen geben, in denen eine »instabile« Regierung demokratischer ist. Es ist Wesen und Voraussetzung der Demokratie, dass Regierungen immer etwas »instabil« sind – wer vermeintlich Stabilität um jeden Preis will, der kann sich ja bei SED und Stasi beraten lassen, es laufen ja genug von deren »ehemaligen« Leuten in Berlins Fluren herum.

Ich war noch jung

Deutschland wird zum Land der Einheitskoalition, der mit Androhung sozialer und wirtschaftlicher Maßnahmen durchgesetzten Einheitsmeinung, mit dem unausgesprochenen letzten Ziel des »Neuen Deutschen Einheitsmenschen«, der »Wir sind mehr!« brüllt und der Opposition: »Ratten!« zuruft, und: »Hass ist keine Meinung!«

Als die Berliner Mauer fiel, hatte ich Tränen in den Augen, ich erinnere mich gut. Ich war noch jung, und ich konnte SPD, Grüne und andere Gegner der Wiedervereinigung (siehe welt.de, 3.10.2014) nicht einmal im Ansatz verstehen. Diese »Neue Deutsche Einheit« von heute aber, diese Einheitskoalition, die gewissenlos durchgesetzte Einheitsmeinung, mit dem neuen Einheitsmenschen nach Globalisten-Idealbild am Horizont, diese »neue« und doch so alte Einheit ist mir denkbar fremd.

Seid nicht wie die Leute, die ihre Seele dem Gleichschritt opfern! Seid nicht wie diese Politiker, die es »Haltung« nennen, wenn sie sich nach den Winden der NGOs und Globalisten drehen – und seid nicht (wie) die Leute, die sie wählen!

Die »Neue Deutsche Einheit«, diese neue und doch so alte Lust am Gleichschritt, die angeblich »satirisch« betriebene Entmenschlichung des politischen Gegners, der Wahntraum von der Auslöschung der Abweichler, es kann und soll dem Bürger echte Angst machen, seine Freiheit zu leben – die innere Freiheit der Gedanken, und das, was von der äußeren Freiheit noch übrig ist.

Freiheit ist das Gegenteil dieser »Neuen Deutschen Einheit«. Freiheit, so heißt es, ist wie ein Muskel, der geübt werden muss, damit er nicht verkümmert. Übt euch in der Freiheit! Übt euch in der Freiheit im Wahllokal (und passt gut auf, dass eure Stimmen auch korrekt ausgezählt werden und nicht tatsächlich im Mülleimer landen) und übt euch in der Freiheit der Lebensentscheidungen. Und, vor allem, übt euch in der Freiheit des Denkens und dann des Gewissens.

Es ist ein undemokratischer Geist, diese »Neue Deutsche Einheit«, es ist ein Geist der Unfreiheit.

Es gilt auch weiterhin, und es gilt mehr denn je: Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

»Weiterschreiben, Wegner!«

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