23% für die Grünen ist ein Alarmsignal

16. November 2018, von Dushan Wegner; Bild von Timothy Dykes
23% für die Grünen ist nicht nur ein Kuriosum, es ist ein Alarmsignal! – 23% der Wähler sind bereit, eine Partei zu wählen, die einer irrationalen Sekte mit Katastrophen-Fixierung ähnelt. – Wissen Sie, wie man mit Kultjüngern redet?
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Die Leute nahmen starke und viele Schlafmittel, zogen frische Turnschuhe an, legten sich in Betten, zogen sich Plastiktüten über den Kopf und über das Gesicht ein violettfarbenes Tuch, und so fand man sie am 26. März 1997, tot in ihren Betten.

Die Sekte »Heaven’s Gate« glaubte an »Recycling«. Sie meinten damit, dass die Erde »gereinigt« werden müsse, und dass sie via Gruppensuizid die Erde für die Phase der Reinigung verlassen müssten. 1997 näherte sich der Komet Hale-Bopp der Erde, und die Sekte glaubte, dass hinter diesem ein Raumschiff fliegt (auf einigen Fotos des Kometen hatte ein Fixstern wie ein leuchtendes Objekt ausgesehen), und dass sie sich nach ihrem rituellen Selbstmord an Bord dieses Raumschiffs wiederfinden würden. Die Selbsttötung in Vorbereitung aufs »Recycling« fand in drei Phasen statt: 15 am 24. März, 15 am 25. März und 9 am 26. März.

Bei aller traurigen, tragischen Abgedrehtheit des Heaven’s-Gate-Kults ist bemerkenswert, wie internetaffin, markenbewusst und mit populärer Kultur vertraut die suizidale Sekte war. Die neuen Turnschuhe waren von einer Marke, die ihre Kunden auffordert es »einfach zu tun« (gemeint ist Sport). Die Website des Kultes ist bis heute online unter heavensgate.com. Die Toten trugen Armbändchen mit der Aufschrift »Heaven’s Gate Away Team«; »Away Team« ist der TV-Serie Star Trek entlehnt. »Hip« und »Cool« zu sein, und dabei suizidal und gefährlich; das ist kein Widerspruch, wenn ich zuerst ans Gefühl appelliere und dabei sowieso schwankende Menschen anspreche.

Grüne auf 23%

Es gibt Zahlen – und es gibt die Geschichten dahinter. Wenn wir die reinen Zahlen hören, wird uns nicht immer die menschliche Dimension hinter den Zahlen bewusst.

Mitte November 2018 lasen wir eine zahlenlastige Schlagzeile: »Umfrage sieht Grüne knapp hinter Union – SPD kommt nur auf 14 Prozent« (spiegel.de, 16.11.2018)

Die deutschen Grünen liegen bei 23 Prozent, CDU/CSU (»die Union«) nur noch bei 26 Prozent (siehe tagesschau.de, 15.11.2018). Es erinnert an die Zeit nach dem Unglück von Fukushima. Die Deutschen hatten plötzlich große Angst vor Reaktorunfällen durch Pazifik-Springfluten mitten in Deutschland, und Angst ist den Grünen wie Wind auf die Rotorblätter; auch damals träumten einige Grüne (einige heimlich, um sich nicht zu blamieren) von der »25« – und einer/m Kanzlerkandidaten_in (oder wie auch immer man das derzeit korrekt »gendert«).

Hinter diesen Zahlen stecken Menschen, die von heute auf morgen beschließen, ihre Stimme einer Partei zu geben, die Vernunft verteufelt, Widersprüche und Infantilismus feiert, und in verblendeter Machtgier bereit zu sein scheint, für ihre inkohärente, aber selbstbewusste Ideologie das Wohl des Landes und das Wohl der Schwächsten zu opfern.

Anti-AfD-Partei

Ich bin mir sicher, dass die Grünen sich meine Erklärung für ihren Erfolg gern auf die schmale, stolzgeschwellte Brust heften würden, zumindest dem Titel nach – die Erklärung wahrscheinlich weniger.

Das Geheimnis des derzeitigen grünen Höhenflugs: Die Grünen sind die Anti-AfD-Partei. – Lassen Sie mich bitte erklären!

Die AfD ist erfolgreich, weil sie Dinge ausspricht, die andere Akteure nicht sehen, nicht wahrhaben und in Folge nicht aussprechen wollen – so weit, so common sense.

Alle etablierten Parteien und weite Teile der Altmedien kämpfen gegen die AfD. Da es wenig elegant ist, zu sagen »wir hassen euch, weil ihr unangenehme Wahrheiten aussprecht«, berichtet man von sowohl tatsächlichem als auch böswillig aus dem Kontext gerissenen Aussagen und Aktivitäten, die sich als »zu weit rechts« deuten lassen. Beim Bürger bleibt die Botschaft hängen – und soll wohl auch hängen bleiben: AfD ist böse, für Fremde und die Regierung ungünstige Fakten zu benennen, wie die AfD es nun mal macht, ist »HateSpeech«, und damit auch böse.

CDU-Wähler sind hin- und hergerissen; viele haben sich ihren Lebenserfolg mit Fleiß, Vorsicht und Realitätssinn erarbeitet und sind noch immer bürgerlich, nun aber hören sie über alle Kanäle, dass gerade die dringendsten Probleme der Gesellschaft auch nur wahrzunehmen – geschweige denn anzusprechen! – schlimm böse sei. Selbstverständlichkeiten, die zu Beginn von Merkels Regentschaft noch Markenkern der CDU waren, gelten heute als »rechtspopulistisch« und sie öffentlich zu formulieren zieht regelmäßig berufliche und gesellschaftliche Vernichtung nach sich.

Als die Noch-Regierungspartei CSU begann, viertelherzig AfD-Inhalte zu übernehmen, sagte sich mancher Wähler, »Warum nicht gleich das Original?«, und wählte die AfD. – Entsprechend: Wenn CDU, FDP & Co. im Kampf gegen die AfD so richtig auf- und durchdrehen, wenn sie für den Bürger wichtige Argumente ignorieren, wenn sie so geschichts- wie verantwortungslos mit den einst bedeutungsvollen Worten »Nazi« und »Rechtsextremer« um sich werfen, während sie »CDU-Position vor 15 Jahren« meinen, kurz: wenn sie linke Emotion statt konservativ-liberaler Verantwortung predigen, dann nutzt ihnen auch ihr eintretender »Erfolg« recht wenig; mancher Bürger sagt sich: Wenn ich schon gegen meine Interessen und für die kollektive Emotion stimme, dann wähle ich das Original: die Grünen.

CDU, GEZ, SPD, FDP etc. rufen im Chor »Selbstbewahrung ist böse! Kollektive Emotion entscheidet! Globalismus ist Patriotismus!« – und die Wähler beginnen es zu glauben, und sie wählen die Partei, welche diese Anti-Werte zum Markeninhalt erkor: die Grünen.

Man könnte die Prognose wagen: Wenn die Nicht-AfD-Parteien weiter mit Schaum vor dem Mund auf die AfD eindreschen, immer weniger ein eigenes, positives, glaubwürdiges Bild der Zukunft entwerfen – und wie beim UN-Migrationspakt für demokratisch fragwürdige Globalisierung stehen – dann werden die Grünen, als das irrationale Original, stärker und stärker werden, und anders als bei der AfD werden die linksgrünen und gelegentlich antifa-freundlichen Mitarbeiter des Staatsfunks sie nicht daran zu hindern versuchen.

Angst vor der Enttäuschung

An der Spitze von Kulten sind oft Gurus und Übermütter, die sich wie Scharlatane verhalten. Sie sind sich (oft) sehr wohl der Widersprüchlichkeit ihres Handelns bewusst.

Denken Sie, ein grüner Bonze weiß nicht, wie widersprüchlich es ist, hinter »Nie wieder Deutschland« zu marschieren, während »Deutschland, du mieses Stück Scheiße« gebrüllt wird – und dann von eben diesem Deutschland einen Posten und viel Geld zu bekommen? Er weiß es, und er schmunzelt darüber, während er sich über sein dickes Einkommen freut.

Denken Sie, ein grüner Funktionär sieht nicht, wie widersprüchlich es ist, für Frauenrechte zu stehen und zugleich Deutschland zum gefährlichen Pflaster für Frauen zu machen? Er sieht es, und es ist ihm egal – wenn Feministen und Asyl-Lobby ihm beide Wählerstimmen und damit Einkommen bescheren, warum nicht beiden sagen, was sie hören wollen?

Viele Sektenjünger ahnen schon recht früh, dass etwas mit der inneren Mechanik ihres Kults nicht stimmt – doch sie wollen es sich nicht zugestehen. Vor sich selbst zuzugeben, dass man einem Irrtum aufgesessen ist, hat einen hohen Preis: Man fürchtet, »Freunde« zu verlieren, ohne Halt zu sein, und, vor allem: man will sich nicht vor sich selbst blamieren. Also investiert man mehr und mehr Zeit. Mit jedem Tag (und jedem Euro), den man in den Kult investiert, wird auch das Pochen stärker – doch vielen Sektenjüngern spielt ihre Psyche einen Streich: Statt die Reißleine zu ziehen, werden sie trotzig und steigern sich immer weiter in den Wahn – bis er platzt.

Wie redet man mit Kultmitgliedern?

Die Grünen stehen bei 23% bundesweit, zumindest bei den mutigsten Umfragen. Das bedeutet: 23% der Wahlberechtigten würden eine Partei wählen, deren Aussagen keinen Sinn ergeben, die an Emotion und die Faszination des Untergangs statt an Vernunft und Bewahrung appellieren.

Was soll man tun, wenn ein Verwandter sich als Anhänger oder potentieller Wähler der Grünen offenbart?

Für viele Vernunftmenschen wäre es naheliegend, einem Sektenfreund mit Vernunftargumenten zu begegnen, doch man läge bereits falsch.

Der Kultanhänger ist davon überzeugt, dass a) er auf magisch-moralische Weise immer Recht hat, und dass b) wer ihm widerspricht, zu den ultimativ Bösen (heute: Nazis) oder »nur« den »Ungläubigen« gehören muss – die Möglichkeit, nicht im Recht zu liegen, ist im Denken des Kultanhängers nicht vorhanden.

Ich habe in einer Debatte eine ultra-überzeugte Offene-Grenzen-Kein-Mensch-ist-illegal-Grüne gefragt, ob 80 Millionen Deutsche wirklich alle 1,2 Milliarden Bewohner Afrikas aufs deutsche Sozialstaat-Niveau heben sollen, wie viel Steuern man pro Kopf erheben sollte und wo man die Wohnungen bauen sollte – daraufhin fing sie zu weinen an und schluchzte: »Ihr Rechten mit euren Zahlen, ich habe doch eine starke humanistische Intuition, was richtig ist und was nicht.« (Sie haben mein Wort, dass ich in diesem konkreten Falle eher unter- als übertreibe.) – Wir sprechen nicht mehr miteinander.

Kultexperten raten, Sektenjüngern nicht mit Argumenten, sondern mit Verständnis zu begegnen.

Es gibt einen Grund, warum Menschen in sektenartige Denkmuster verfallen, und dieser Grund ist nie sachlich-argumentativer Natur, sondern immer ein emotionaler Mangel, den das hermetisch abgeschlossene Sekten-Weltbild kurzfristig bedienen kann.

Mit Grünen zu reden sollte – so naheliegend es für einen Vernunftmenschen ist! – nicht beginnen mit »du widersprichst dir«, sondern mit: »Ich verstehe dich«.

Vergleichen Sie selbst

Die Grünen ähneln einer Sekte mit auffälliger Fixation auf Endzeit-Themen wie explodierende Kernkraftwerke und angeblich überall lauernde Gifte; sie wären nicht die einzige Sekte mit einer dunklen Frage zur Pädophilie in ihrer Geschichte (siehe z.B. »Pädophile hatten Grüne stärker unterwandert als bisher bekannt«, spiegel.de, 12.5.2013; »Ein Triumph der Päderasten«, faz.net, 19.5.2013; et cetera.) – Wie bei Sekten üblich, glauben Grüne an widersprüchliche Dogmen, die sie umso aggressiver verteidigen, umso widersprüchlicher sie sind. All das wäre (von den unangenehmen Kindergeschichten abgesehen), fast schon niedlich, wenn Grüne nicht auch noch Ziele verfolgen würden, die letztendlich zur wirtschaftlichen Lähmung, Bedrohung der Natur (z.B. durch Vogelhäcksler), Bildungswüsten und Abschaffung des eigenen Landes zugunsten Fremder und archaischer Tradition führen würden.

Sie mögen einwenden: »Aber Grünen-Wähler wählen die Grünen alle freiwillig!« – Nun, auch die meisten Sektenmitglieder sind freiwillig in der Sekte – sogar die Bilder vom Heaven’s-Gate-Suizid wirken sehr freiwillig. Sekten sind auch keine Sache von »armen Schluckern« – manche Sekten kassierten Millionenspenden von reichen Mitgliedern (siehe auch: »Nur Sekten setzen das Gefühl über den Verstand«). Und, falls Sie sich noch immer nicht sicher sind, ob der Stil-Vergleich zwischen Grünen und einem Selbstmordkult nicht etwas hart, etwas weithergeholt sei, dann glauben Sie nicht mir und meinen Argumenten – glauben Sie Ihren eigenen Augen, ihrem Verstand und Ihrer Menschenkenntnis!

Hier ist das Video des Initiations-Tapes von Heaven’s Gate: youtube.com/watch?v=AqSZhwu1Rwo

Hier ist ein »Statement zur aktuellen Lage« der Bayerischen Grünen Katherina Schulze: youtube.com/watch?v=D6h8fo_osBQ

Vergleichen Sie selbst. Urteilen Sie selbst. 23% der Bürger sind bereit, die Zukunft des Landes für ein irrationales Bauchgefühl zu riskieren. Wir müssen versuchen, zu verstehen, was Menschen dazu bewegt.

23% sind vor allem eines: ein Alarmsignal!

 

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