14.7.2019

Deutschland und die Lust am Schmerz

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten, Bild von Nil Castellví
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In Frankreich stürmen Migranten das Panthéon. Die deutsche Regierung deliriert vom »Bündnis der Hilfsbereiten« und will »Vorreiter« sein bei der Verteilung von »Flüchtlingen«. Mir macht sie Angst, diese Lust an der Selbstzerstörung.
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Freitag, der 9. März 2001. Es ist eine andere Welt, ein halbes Jahr vor »9/11« und knapp eineinhalb Jahrzehnte vor 2015. Es ist eine andere Zeit. Eine ruhigere, klügere Zeit und Welt, doch nicht in allen Köpfen, nicht in allen Seelen.

In Kassel ist der Himmel wolkenverhangen. Es ist kühl, nicht einmal zehn Grad. Die Sonne wird sich an dem Tag nicht mehr zeigen. Es regnet immer wieder.

Am Kasseler Bahnhof treffen sich am Freitag den 9. März 2001 die beiden Herren Bernd Jürgen Brandes und Armin Meiwes. Meiwes würde später als »Kannibale von Rotenburg« mediale Berühmtheit erlangen. Brandes war sein freiwilliges Opfer.

Meiwes und Brandes hatten sich, nach aktuellem Stand der Erkenntnis, zuvor im Internet gefunden und verabredet, ähnlich wie man etwa den Verkauf eines Gebrauchtwagens online verabredet (siehe etwa welt.de, 30.1.2004). Es war kein Gebrauchtwagentransger, den sie verabredeten, nein – Meiwes und Brandes kamen überein, dass der eine den anderen teilweise verzehren und töten würde – in dieser Reihenfolge. Es wurde durchgeführt. Mit Tomatenscheiben, Pfeffer und Knoblauch – das Opfer probierte sogar noch von sich selbst (siehe etwa taz.de, 11.10.2017).

Nun ist es so, dass es Mörder und abartige Morde leider schon immer gegeben hat, und ja, auch Kannibalismus. Man weiß es, und man versucht, sich von diesen Leuten weit entfernt zu halten. Komplett neu und extra schockierend am Fall Meiwes-Rotenburg war für viele Medienkonsumenten, definitiv auch für mich, der andere Mann, Herr Brandes, der den Wunsch geäußert hatte, verzehrt zu werden.

Was einen Mörder treibt, das ahnen ja auch wir »Normalen«, auch weil es uns in Hollywood-Filmen und Nachrichten seit Jahrzehnten erklärt wird. Es könnte mit Machtgefühlen zu tun haben, welche eine zum Mörderischen verdrehte Seele anders nicht befriedigen zu können meint. – Doch was treibt einen Menschen, sich selbst opfern zu wollen? Und: Könnten solche rätselhaften Triebe ein ganzes Land und eine ganze Kultur erfassen?

Cassis-Limonade am Panthéon

Elli und ich sind früher gern nach Paris gefahren, es ist ja nicht weit von Köln aus, erst recht nicht mit dem Flugzeug, und als wir dann Kinder hatten, besuchten wir Paris auch mit den Kindern, immer wieder.

Es war in den Wochen vor der Einschulung unserer Tochter, da hatten wir uns in einem kleinen Hotel mit britischem Flair eingebucht, das unterhalb des Panthéons lag.

Selbstverständlich hatten wir auch bei diesem Besuch gemeinsam einige von Amelies Lieblingsorten in Paris besucht und Crème brûlée im Café des 2 Moulins gegessen (Links: Filmszene, Google Maps innen/außen), den geschmolzenen Zucker mit dem Löffel aufbrechend, wie Amelie! – Später sollte ich feststellen, dass wir wohl mehrfach auch in der Nähe jener Stelle gegessen hatten, an der im großartigen Film »Midnight in Paris« der von Owen Wilson gespielte Hauptdarsteller im alten Peugeot abgeholt wird zu einer magischen Reise in das Paris von Hemingway und Picasso (Google-Maps-Link). – Mancher Ort auf dieser Welt hat es zum Gegenstand unserer gemeinsamen Träume und Versprechen geschafft, doch Paris war ein Ort gewesen, der seine Versprechen auch einhalten konnte. – Für den letzten Abend jenes Trips hatte das Töchterlein einen ganz besonderen Wunsch: Sie wollte vom Panthéon aus das Glitzern des Eiffelturms beobachten. (Bei einem Spaziergang zuvor hatten wir kurz festgestellt, dass das möglich war, zumindest die Spitze des Turms.) – Ihr Wunsch sollte erfüllt werden, selbstverständlich! Am Abend, als es dunkel geworden war, kauften wir Cassis-Limonade, fanden eine Sitzgelegenheit in der Nähe des Panthéons (wir gingen dann noch ein paar Meter weiter, denn direkt vorm Panthéon sitzt es sich nicht so gut) und wir beobachteten, wie der Eiffelturm über den Pariser Sommerabend glitzerte.

Wir hätten schon damals ahnen können, dass jenes Paris bald anders sein würde, dass dort andere Dinge geschehen würden.

Noch nicht fertig

Über den inneren Niedergang Frankreichs wurde in den letzten Jahren und Monaten viel geschrieben. Der Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris war nicht nur eine herzzerreißende Katastrophe, es war auch gefühlt ein Symbol für den Zustand Frankreichs und des Westens insgesamt.

Letzten Freitag (so berichtet etwa welt.de, 13.7.2019) sind rund 700 Migranten in das Pariser Panthéon eingedrungen und haben es besetzt. Sie rannten umher, sie nannten sich »Schwarze Westen« und sie hatten – gemäß der Online-Videos – ein professionelles drahtloses Audio-System dabei und sie forderten »Papiere«.

Bei YouTube finden Sie Video-Aufnahmenbetrachten Sie diese selbst und bilden Sie sich ein eigenes Urteil. Vertrauen Sie nicht (nur) dem, was Sie im deutschen Staatsfunk sehen! – Formulieren wir es mal so: Ich würde heute nicht mehr mit meinem kleinen Töchterlein vorm Panthéon in der Nacht unsere Cassis-Limonade trinken.

Wie reagiert Deutschland auf die Krisensituation im Nachbarland – auf die Krise in ganz Europa? Es gibt immer eine kluge Reaktion und es gibt eine dumme, und dann gibt es eine geradezu irre Reaktion, und das ist meist die, welche die Merkel-Maas-Regierung zuverlässig finden wird.

Deutschlands Peinlichminister hat nun eine »Vorreiter-Initiative Deutschlands bei der Verteilung von Flüchtlingen« angekündigt (welt.de, 13.7.2019), ein »Bündnis der Hilfsbereiten«.

Wir lesen als Reaktion:

Der AfD-Politiker Curio warf Maas vor, mit seinem Vorschlag das Geschäft der Schlepper zu betreiben. (deutschlandfunk.de, 13.7.2019).

Ich lasse das mal so stehen.

Jemand sollte sich mit dieser Regierung hinsetzen – also mit diesem Land – und denen ruhig und einfühlsam erklären, dass wenn du allein es bist, der sich von der Klippe stürzt, dass du dann kein Vorreiter bist und nicht Teil eines Bündnisses, sondern wie ein einsamer Irrer wirkst – und wenn du andere erpressen solltest, es dir in deinem suizidalen Handeln gleichzutun, dann bräuchte es nochmal schärfere Worte.

Was ist Frankreichs Plan? Was ist Deutschlands Absicht? Was wollen Globalisten? Ich weiß es nicht, aber ich fürchte, sie sind mit ihrem zerstörerischen Werk noch nicht fertig.

Die Schuldgefühle nehmen

Der Sexualwissenschaftler Christoph J. Ahlers beschreibt die Psychologie des Kannibalen und seines freiwilligen Opfers:

»Brandes ging es fast ausschließlich um Lust, Meiwes dagegen vor allem um Beziehung«, fasst Ahlers zusammen. Ein Zweckbündnis.
»Brandes sehnt sich nach dem maximalen Schmerz«, sagt Ahlers. Die Qual soll ihm die Schuldgefühle nehmen, die er – so vermuten die Sexualwissenschaftler – wegen seiner Homosexualität hat. (aus: taz.de, 11.10.2017 – ich erspare Ihnen die einige Details)

Es gibt keine rationale, sachliche Erklärungen mehr für das Verhalten jener, welche Europa grenzenlos öffnen möchten, sich pseudomoralisch archaischen Denkweisen unterwerfend, und dabei auch nicht nur eine Woche im Voraus denkend. Was treibt Leute wie Merkel oder Maas?

Egal welche große Entscheidung ansteht, ob Schuldenkrise, Migrationskrise oder Klimahysterie, man kann sich darauf verlassen, dass deutsche Politiker jene Entscheidung treffen, die den maximalen Schaden für Deutschland anzurichten scheint – warum?

Was hat Frankreich bewegt, sich aufzugeben für den Traum der Globalisten einer grenzlosen Welt der freien Migration und billigstmöglichen Arbeitskräfte?

Ich kann die Migranten durchaus verstehen – Sie denn nicht? Es sind Menschen, die bestimmte Denk- und Verhaltensweisen gelernt haben, und die ihren Vorteil suchen, was ja per se keinesfalls verwerflich ist. Es ist menschlich und normal, dass Menschen, Völker und Kulturen sich ausbreiten und ihren Einflussbereich ausweiten wollen, dass sie dort leben wollen, wo zu leben einfacher und lukrativer ist – es ist unser Verhalten, dass »nicht normal« ist. Wenn der Westen anbietet, sich zu opfern für das zeitweilige Wohl der Bürger eines anderen Kontinents, warum sollten jene es nicht annehmen? – Die europäischen Eliten allerdings, sowie ihre roboterhaften Helfer, welche diesen wenig nachhaltigen Irrsinn zulassen und gelegentlich sogar zu forcieren scheinen, deren Beweggründe sind mir so fremd wie die des Opfers von Rotenburg.

Was bewegt Leute wie Merkel und Maas – und ist es noch rational nachvollziehbar? Selbst das »alternativlos« ist offensichtlich eine Lüge, denn eine ganze Reihe von Staaten rund um Deutschland sind sehr wohl in der Lage, weniger suizidale Alternativen zu denken.

Tausend Hinweise dagegen

Es gibt keine rationale Erklärung für das Verhalten der Offene-Grenzen-Eliten und ihrer willigen Helfer in Redaktionen und dunklen NGOs, zumindest keine Erklärung, die das Wohl des eigenen Landes als moralische Prämisse setzt.

Eine meiner größten Vorfreuden und Sehnsüchte im Leben war es – ich korrigiere: Meine größte Vorfreude und Sehnsucht war es, als ich mit Elli eine Familie gründete, meine Liebe zur westlichen Kultur und Lebensart an meine Kinder weiterzugeben. Unsere Kinder zur Freude am Leben zu ermutigen und zugleich zu befähigen, das sollte eigentlich meine erste Aufgabe im Leben sein. – Was sonst soll die erste Aufgabe eines Vaters sein, wenn nicht die, seine Kinder auf die Welt vorzubereiten, und zugleich darum zu kämpfen, dass diese Welt eine gute und ihr Leben ein angenehmes sei?

Was sollte denn der Plan derer-da-oben sein, für die Zeit nach der Selbstopferung des Westens? Dass jene, die aus armen Regionen auswanderten und ihre Denkweisen mitbrachten, aus magischen Gründen hier plötzlich mit denselben Denkweisen ganz neue, gute Ergebnisse erzielen? Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass das passieren wird – und es gibt tausend Indizien dagegen.

Die Zukunft meiner Kinder und der Welt, in der sie lebten, diese Zukunft ist mir so wichtig wie mein Leben selbst, wenn nicht mehr – und genau diese Zukunft wird geopfert von denen-da-oben – doch warum? Ich verstehe nicht das Gehirn des Opfers von Rotenburg, ich verstehe nicht die Gedanken unserer Regierenden.

Ein revolutionärer Akt

Juli 2019, bald zwei Jahrzehnte nach »9/11« und einige Jahre nach 2015. Es ist eine andere Welt, eine ins Wahnhafte gleitende Welt. Die Worte der Mächtigen ergeben oft keinen Sinn mehr, ihre Taten noch weniger. Manche Dinge sind bekanntlich so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig ist (aktuell denke man etwa an die Aussagen der Kanzlerin zum 75. Jahrestag des Hitlers-Attentats – sie nennt die Attentäter »Vorbilder« und rief im gleichen Atemzug zum Kampf gegen Rechtsextremismus auf – stellen wir uns kurz den Aufschrei vor, ein Rechter hätte Stauffenberg als Vorbild im Kampf gegen Linksextremismus benannt – welt.de, 13.7.2019).

Ich will nicht kämpfen und ich will nicht kämpfen müssen. Ich will eine Regierung, die für mich und an meiner Stelle kämpft, nicht gegen ihre eigenen Bürger im Namen einer irren Moral. – Die Zukunft meiner Kinder und der Welt, in der sie leben sollen, darf doch nicht geopfert werden für die Lust am Schmerz einer innerlich verwahrlosten Elite und ihrer willigen Zombies!

Ich will nicht opfern und ich will nicht geopfert werden. Ich will leben, einfach nur leben. Einfach nur leben zu wollen ist heute schon ein revolutionärer Akt.

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