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In 10 Sekunden zum Trauertweet

Es sind anstrengende Zeiten. Täglich missverstehen Leute ihre eigene Lebensphilosophie, daraufhin bringen sie Menschen anderer Lebensphilosophie um. Anständige Menschen wie Sie und ich möchten unsere Trauer bekunden, mindestens auf Twitter. Das aber kann stressig werden, wir haben ja auch noch andere Dinge zu tun!

Ich habe Ihnen deshalb einen »Trauer-Tweet-Generator« gebaut. Normalerweise würde ich Ihnen superviele Euro für PR-Beratung berechnen, mit diesem Generator aber können Ihren professionellen Mitgefühl-Tweet in Sekunden erstellen.

1. Numerus

Zuerst wählen Sie bitte, ob Sie für sich oder für eine Gruppe sprechen. (Frau Merkel bitte hier klicken.)

Ort/Land

Jetzt, wo Sie festgelegt haben, wer trauert, müssen Sie natürlich angeben, welchen Ort Sie überhaupt betrauern. Hier ist eine Auswahl von deutschen Städten und den meisten Ländern weltweit. (Die Liste ist halbwegs aktuell. Sie können den Ort später noch korrigieren.)

zufälliger Ort

Emotion

Ganz wichtig: Das Gefühl! Welches Gefühl möchten Sie den Menschen an obigem Ort übermitteln?


zufällige Emotion

Formel für Nichtstun

Die Welt ist hektisch. Politische Korrektheit und strategische Interessen mögen verhindern, dass Sie wirklich etwas tun. Deshalb wählen Sie bitte eine Formel, die das Nichtstun gut klingen lässt. (Ich bin für weitere Vorschläge in den Kommentaren offen!)


zufällige Floskel

Mitgefühl-Tweet

Bitteschön, hier ist Ihr fertiger Trauertweet! Sie können Ihn anpassen, aber wahrscheinlich ist es nicht schlechter, als die offiziellen Tweets von jenen Politikern, die diesen ganzen Mist überhaupt möglich machen.

jetzt tweeten

Ich hoffe, Ihnen bei Ihrer Trauerarbeit ein wenig geholfen zu haben. Wie es in Fight Club so richtig heißt: Efficiency is priority number one, people!

Beitrags-Bild von Chester Alvarez

Bonus-Hack

Sie können auch die Ortsangabe via URL vorgeben.

Beispiel: https://dushanwegner.com/kunst/trauermaschine/?woschonwieder=Ortsangabe

Aktueller Text von Dushan Wegner

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14 Kommentare zu “In 10 Sekunden zum Trauertweet

  1. Diesen Trauer-Tweet-Generator sollten sie zum alternativlos hohen Preis an die Bundesregierung und friends verkaufen. Sie könnten dabei reich werden… Man kann es nur noch sarkastisch nehmen. Traurig, aber leider wahr.

  2. Vielleicht noch passende Trauerbilder mit Kerzen, Tauben, Himmel, Meer und so?

  3. BademeisterCGN

    Gerne kommen nach solchen Anschlägen in schöner Regelmäßigkeit bei WDR 2 Hörer-Stimmen zu Wort, die sich von solchen „Vorfällen“ „nicht unterkriegen lassen“ wollen, Terror in „jeglicher“ Form (nicht etwa ausdrücklich den Islamistischen) ablehnen und nicht wollen, “ dass der Terror am Ende die Oberhand behält“.

    Ich kann dieses Empathie-lose Geschwätz einfach nicht mehr hören, es relativiert sich vor allem dann ganz schnell, wenn derjenige mal (un)mittelbar betroffen ist.

    Aber auch erst dann, vorher ist das Gehirn noch im standby-Modus…

    • Geduldete

      Das sieht beim NDR nicht anders aus. Auch dort hört man immer nur Hörer die sich nicht unterkriegen lassen, die mit einer Gelassenheit, als sei in China ein Sack Reis umgefallen, erklären, daß es ja nun mal so sei und man deswegen sein Leben nicht ändern würde, etc.
      Die üblichen Floskeln halt, also die in den ÖR-Medien den Hörern und Zuschauern täglich vorgebetet werden. Diese werden einfach nachgeplappert. So ist das nun mal, wenn man keine eigene Meinung hat, dann muß man das nachplappern was einem im TV vorgesagt wird. Traurig aber wahr, insbesondere die Tatsache, daß diese Menschen wählen gehen…

  4. Dago Duck

    Was sich einer wie der Mazyek Zeit sparen würde… Geniale Sache!

  5. Marie Christ

    Dieser Generator macht so traurig. Traurig deshalb, weil inflationär zu gebrauchen. Ich will so etwas nicht! Ich könnte heulen, wenn ich jeden Tag lesen muss, dass ein ähnlicher Generator wohl im Dauergebrauch ist.

  6. Da der Trauer-Tweet-Generator nicht von „Demokratie leben“ unterstützt wird, generiert er sicher keine politisch geprüften Floskeln. Der brave Staatsbürger wartet also bei der Verwendung noch auf das Gütesiegel der Familienministerin und das „Go“ vom Bundesheiko. Aber dann sind der Anteilnahme keine Grenzen mehr gesetzt. 😉

  7. Neusprech

    Dieser Trauer-Generator ist sicher eine große Arbeitserleichterung Aiman Mazyek. Was leider noch fehlt ist ein Empörungsgenerator.

      • Neusprech

        Gern geschehen. Ich kenne da ein paar höchst kompetente Ratgeberinnen bei den Grünen. Die beste Ratgeberin ist sogar Vizepräsidentin des Bundestages.

    • Marc Jenal

      einige Vorschläge für Textbausteine im Empörungsgenerator
      – Die Anhänger der Ideologie des Friedens brauchen endlich mehr a) Sonderrechte b) finanzielle Mittel c) ein direktes Telefon zu Mutti d) alle drei Vorschläge.
      – Die Aufrufe zur Tötung, Verfolgung, Verachtung, Unterwerfung, sexuellen Unterdrückung, Einschränkung der Meinungs-/Religionsfreiheit usw. wurden nur schon wieder von „Monstern die meine Religion pervertieren“ falsch interpretiert/verstanden.
      – Das Zusammenleben muss endlich jeden Tag neu ausgehandelt werden! Wären die schon länger hier Lebenden nicht so verbohrt, ausgrenzend, unflexibel oder gar rechtsradikal, müssten die armen, abgelehnten, ausgestossenen Verwirrten sich nicht mit solch einem verzweifelten Hilferuf an die Gesellschaft bemerkbar machen.
      – Wir brauchen endlich mehr Mittel im Kampf gegen rechts!
      – Ich/Wir war(en) s nicht und die anderen haben auch (Kreuzzüge, Nazis,…).
      – Selbstverständlich aufgrund der Diskriminierung im Alltag niemals aufgrund unseres Verhaltens/unserer eigenen Grundhaltung oder einem eigenen Unvermögen/Unwillen zur Integration führen wir mit prozentualen Anteilen die Statistiken bei Sozialtransferbezügen/Gefängnisinsassen usw. in mehreren Ländern konstant und unangefochten an.
      – Pediga, die AfD sind schuld.

  8. Geduldete

    Der Generator ist eine super Idee, nur sollte er, damit er für die Bundesregierung geeignet ist, dem Trauertweet grundsätzlich folgende Sätze (ähnlich einer Signatur am Ende einer Mail) anhängen:

    1. Es handelt sich um einen geistig verwirrten Einzeltäter.
    2. Das hat nichts mit dem Islam zu tun.
    3. Wir dürfen jetzt nicht alle Flüchtlinge unter Generalverdacht stellen.

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