25.7.2019

Panik macht alle Probleme schlimmer – die Klimapanik genauso!

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten, Bild von Kim Daniels
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Selbst wenn man menschengemachten Klimawandel als Prämisse annimmt, so sind die Forderungen der Öko-Profiteure hanebüchen – erhalten aber milliardenfaches Echo. – Daraus folgt, leider: Wir können wenig ändern, gerade WEGEN der Öko-Propaganda.
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Vor einigen Wochen, an einem Tag, der fast so heiß war wie es heute heiß ist, da habe ich mir inniglich gewünscht – ich glaube, ich habe es sogar Elli zugerufen – dass es mal wieder regnen möge, zur Abkühlung, und – tatsächlich! – etwas später regnete es. Wer draußen noch etwas besorgte, der wurde nass bis auf die Haut, wozu man »bis auf die Knochen« sagt, und just als es regnete, da wünschte ich mir wieder, der Regen möge aufhören und die Sonne möge wieder scheinen, und als der Regen aufhörte, da war es mir etwas zu kühl. Nun ist es aber heiß, und ich schwitze, und ich trinke Flüssigkeiten – man mag sich kaum bewegen in der Hitze – ach, würde es wieder kühl werden!

Goethe, in einem Sommergedicht, schreibt über den Nachfolger des Frühlings:

Der Sommer folgt. Es folgen Tag und Hitze,
Und von den Auen dränget uns die Glut;
Doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
Erquickt ein Trank, erfrischt ein Wort das Blut.

Es ist Sommer, auch heute, und von den Auen dränget uns die Glut; doch ob ein Trank uns erquickt, vor allem metaphorisch und übertragen, das scheint mir wenig sicher.

Die Ursachen der Hitze

»Der Sommer kam, und alles wurde ernsthafter und heißer«, so rufen die Europäer heute mit Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre). – Ich weiß nicht, ob heute »alles« ernsthaft ernsthaft wird, ob wir überhaupt noch ernsthaft zu werden verstehen, doch dass es heiß wird, zumindest an Temperatur-Graden, das scheint zu den wenigen feststehenden Fakten zu gehören – anders als etwa die Ursachen der Hitze – doch was steht heute noch fest? – »Die Hitze schafft alles Flußartige weg« (Goethe, Italienische Reise) – bekanntlich.

In Deutschland ist die Holocaust-Leugnung verboten, und das Wort »Leugnung« ist also mit Tabu-Qualität aufgeladen, und wer heute erst gar keine Debatte über die Fakten hinter seinen Thesen erlauben will, der instrumentalisiert jenen Schrecken für sein eigenes Tabu, und also sprechen moderne Neureligiöse heute von der »Klimawandel-Leugnung«. Ich habe von öko-emotionalen Mitbürgern schon die Idee gehört, man möge die »Leugnung« des Klimawandels tatsächlich verbieten, genauso wie die Leugnung des Holocaust.

Julia Merlot (Jahrgang 1988) vom Blatt, das Relotius groß machte, schreibt eben dort aktuell, dass das »letzte Argument« der »Klimawandelleugner« widerlegt sei – das Intro über dem Text der Dame mit den wenigen Lebensjahren und der vielen Haltung gewährt den Feinden der Klimahysteriker nicht einmal die minimale Ehre, vollwertige Skeptiker zu sein – »sogenannte Skeptiker« steht da (spiegel.de, 24.7.2019). Ach, schaut doch mal in den Badezimmer-Spiegel, liebe Spiegler, etwas mehr Skepsis stünde manchem Claaskollegen gut zu Gesichte. (Bei welt.de, 24.7.2019 läuft dieselbe Geschichte übrigens ohne »sogenannte« vor »Skeptiker«.)

Nicht alle Nachrichten sind derzeit so politisch poliert, selbst wenn sie mit der Hitze zu tun haben. Manche Nachricht ist sehr menschlich, selbst wenn es darin um Schweine geht! – Polizei und Feuerwehr retteten auf der A1 bei Wuppertal eine Ladung Schweine vor dem Hitze-Tod, sie besprühten die verdurstenden Tiere mit Wasser aus den Feuerwehrschläuchen (bild.de, 24.7.2019) – alle bis auf drei Tiere konnten gerettet werden. Erholt und erfrischt konnten die Tiere ihre Fahrt fortsetzen – ich vermute, dass es zum Schlachthof ging – gerettet, gekühlt und wohlgelaunt quiekend.

Nicht nur Schweine, auch Hunde (bild.de, 24.7.2019) und Menschenbabys (bild.de, 24.7.2019) werden aus heißkochenden Autos gerettet. – Zugleich: Im Privaten und in den Sozialen Medien hört man auch viele schöne Geschichten vom Sommer, von Grillfesten und Sommerabenden, doch Freude klickt weniger als Panik.

Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen

Letztens erst fragte ich mich in einem Essay, ob wir, die Deutschen, überhaupt noch glücksfähig sind (siehe »Die Deutschen und das Glück – warum tun wir uns so schwer?«), und die deutschen Reaktionen auf den heißen Sommer lassen mich die Frage wiederholen.

Gibt es einen neuartigen Klimawandel und ist er wirklich menschengemacht? Und, wenn es ihn gibt, soll man etwas gegen diesen tun? Und, wenn ja, was und unter wessen Anleitung?

Die deutsche Klimapanik wird zum Teil angetrieben von rätselhaften NGOs mit auffällig schneeweißen und auffällig anti-intellektuellen Gallionsfiguren wie aus der Casting-Retorte – auffällig ist auch deren gelegentlich »interessante« Familien-Geschichte. Warum aber findet die geschürte Panik solchen Zuspruch gerade bei den Deutschen?

Nehmen wir einmal an, dass die Deutsche Klima-Angst tatsächlich berechtigt ist, und dass Deutschland tatsächlich dem Rest der Welt moralisch überlegen ist – wie auch bei der Migration – was sollte daraus folgen?

Selbst wenn man annimmt, dass es einen neuartigen Klimawandel gibt, dass er diesmal menschengemacht ist, dass er dazu noch erstens aufgehalten werden sollte und zweitens aufgehalten werden kann – selbst wenn wir all das annehmen, stellt sich doch immer noch die Frage, wie man dabei vorgeht?

Wenn es nicht stimmen sollte, was die Klimapaniker verkünden, gibt es keinen Grund für irgendwelche spontanen Panik-Maßnahmen. Wenn es aber tatsächlich stimmt, dann haben wir ein gewaltiges logisches Problem: Die Anführer und Krisengewinnler der Klimapanik wirken durchgehend wie Opportunisten mit wenig intellektueller Spannbreite, und ihre Vorschläge bestehen nicht die einfachste Prüfung auf Plausibilität und Machbarkeit.

Selbst wenn es stimmen sollte, was die Klimapaniker sagen: Was hülfe es der Welt, wenn die Deutschen ihre Wirtschaft zu Tode würgten und all ihr Geld aus den Taschen der Arbeiter auf die Konten der Öko-Spekulanten verschoben?

China baut derzeit nicht nur eigene Kohlekraftwerke, es finanziert auch den Bau von Kraftwerken in anderen Ländern:

Insgesamt werden derzeit Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 399 Gigawatt global gebaut oder geplant – die meisten davon in Bangladesch, Vietnam, Südafrika, Pakistan und Indonesien. Zum Vergleich: Die rund 150 Kohlekraftwerke in Deutschland haben eine Leistung von 45 Gigawatt. (taz.de, 23.1.2019)

Deutschland könnte weiter an Technologien arbeiten, die dazu beitragen, saubere(re) Kohlekraftwerke zu bauen und zugleich mit gutem Beispiel vorangehen – stattdessen tut man einfach so, als sei Energiegewinnung nur dann moralisch eines Deutschen würdig, wenn sie mit verschandelten Landschaften und toten Vögeln einhergeht (siehe aktuell etwa geo.de: »Windenergie und Vögel: ›Die Opferzahlen sind viel höher als gedacht‹«).

Klimapanik ist Geschäft (vergleiche auch tichyseinblick.de, 24.7.2019: »Bestätigt: Fridays for future wird monetarisiert«) mit Schulen und Journalisten als latent treudoof wirkenden Zuarbeitern. Die Vorschläge der Öko-Panik-Profiteure aber zeugen von selbst für linksgrüne Verhältnisse spektakulärer Ignoranz tatsächlicher Kausalitäten. Wenn der menschengemachte Klimawandel real ist, dazu noch gestoppt werden kann und sollte, selbst dann sind die Öko-Profiteure die letzten, deren Vorschläge ich ernst nehmen könnte.

Es folgt: Entweder es gibt keinen »menschengemachten Klimawandel«, dann erübrigt sich alle Hysterie – sollte es aber tatsächlich so sein, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt, gegen den etwas getan werden kann und sollte, selbst dann würden in Deutschland sowieso alle vernünftigen und realistischen Stimmen übertönt werden von hysterischen, arroganten und via Staatsfunk milliardenfach verstärkten Propheten der praktischen Dummheit, sprich »Öko-Aktivisten«.

»Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden«, so lautet ein altes Gebet – entweder wir können am Klima nichts ändern, weil es nichts zu ändern gibt, oder wir können nichts ändern, weil unsere Waffe das vernunfttreue Argument ist und die Acht-Milliarden-Euro-Maschinerie des Staatsfunks jede Vernunft im Ansatz übertönt.

Schon kreuzen sich die Blitze

Goethes eingangs zitierter Vers zum Sommer geht so weiter:

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
Die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
Dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
Doch Liebe lächelt unterm Sturm und Wettern.

Es ist ein Sturm, der auf uns zurollt, doch der wahre Sturm ist nicht der Klimawandel sondern der Sturm westlicher Dummheit und deren Konsequenzen. Die deutsche Debatte dreht sich, vom Staatsfunk täglich neu angetrieben, nur noch um die Frage, mit welcher Waffe man sich heute ins eigene Bein schießt – währenddessen investieren unsere globalen Konkurrenten beharrlich in die Technologien der Zukunft, derer keine »deutsche Moral« heißt.

Im Schweiße unsres Angesichts

Es ist Sommer, es ist heiß, und wir beginnen zu ahnen, dass ein Sturm aufzieht – was tun?

Erlauben Sie mir, mit einem weiteren Gedicht zu antworten, nicht von Goethe dieses Mal, aber von einem anderen großen Namen – Nietzsche. Das Gedicht heißt »Im Sommer«:

Im Schweiße unsres Angesichts
Soll’n unser Brot wir essen?
Im Schweiße isst man lieber Nichts,
Nach weiser Ärzte Ermessen.

Der Hundsstern winkt: woran gebricht’s?
Was will sein feurig Winken?
Im Schweiße unsres Angesichts
Soll’n unsren Wein wir trinken!

Der »Hundsstern« heißt »Sirius«, und die Sternendeuter früherer Zeiten verbanden ihn mit Feuer und Hitze – dem Fieber der Erde gewissermaßen. Wenn der Hundsstern tut, was der Hundsstern tut, was soll man selbst dann tun? – Unsern Wein sollen wir trinken, so sagt Nietzsche!

Es ist heiß, es ist fiebrig, und bald wird es regnen, und später wird es kühl sei, und dann wird es wieder heiß sein, und zwischendurch auch mal ganz angenehm, und die, die sich zu beschweren gewohnt sind, werden sich beschweren.

»Von den Auen dränget uns die Glut«, und das gilt, selbst wenn man als Auen die ausgedachten Welten berichteter Wahrheit deutete und als Glut deren profitable Hysterie.

»Dort am Wasserfall, am Felsensitze, erquickt ein Trank, erfrischt ein Wort das Blut«, so versprach Goethe, doch heute, bei der Hitze in Wort und Wetter, ist dem Schweißgebadeten aufgetragen, seinen erfrischenden Trank selbst zu finden, selbst zu sichern, sich selbst einzuflößen.

Es ist heiß, doch wir ahnen den heranziehenden Sturm am sich eindunkelnden Horizont. Lasst uns loslassen, was wir weder befestigen noch halten können! Nehmen wir ein kaltes Getränk zu uns, tatsächlich wie metaphorisch.

Gönnen wir uns ein Glas Wein, im Schweiße unseres Angesichts, oder auch, je nach Gusto, einen Becher kühlen Wassers aus geheimer Quelle.

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