10.4.2019

Statistiken erfassen nicht, wie Heimat zerrinnt

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten, Bild von Anthony DELANOIX
Deutlich mehr Deutsche werden statistisch Opfer einer Straftat durch Zuwanderer als andersherum (»Nein! Doch! Oh!«), doch keine Statistik erfasst, wie das Gefühl von Heimat zerrinnt.
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Nein! Doch! Oh!, so schrieb ich letztens (siehe: »Nein! Doch! Oh! – die Überschrift, die heute über fast jede Nachricht passt«) – Auch heute möchte man bei mancher Meldung sarkastisch jene Szene mit Louis de Funès zitieren, und neckisch ausrufen: »Nein! Doch! Oh! Was dachtet ihr niedlichen Naivlinge denn, dass der Fall sein würde?«

Wir lesen heute eine Wahrheit in den Nachrichten, die trocken ausformuliert selbst den abgeklärten Realisten unter uns die Spucke ebenso trocken werden lässt:

Deutsche werden deutlich häufiger Opfer einer Straftat, die von einem Zuwanderer verübt wurde, als umgekehrt. (welt.de, 9.3.2019)

Es seien Anmerkungen gestattet, zunächst wie zu erwarten (und notwendig!) dies: »Nein! Doch! Oh!« – wir stellen fest: Die Realität ist »rechts«, und der sogenannte »Kampf gegen Rechts« ist ein Kampf gegen die Wahrnehmung der Realität als ebendiese; früher hatten wir Namen für Leute, die getriebenerweise solches trieben, und es waren keine höflichen Namen. Ich bin ein brennender Befürworter von Teilhabe, Inklusion und all dem, doch allmählich zweifele ich an diesem neuen Programm »Politische Verantwortung statt Gummizelle«.

Versuch und Vollendung

Von was für Zahlen reden wir? Da die 81 deutschen Opfer des Attentats vom Breitscheidplatz (6 deutsche Tote (von 12 insgesamt) und 75 deutsche Verletzte nach BKA-Bundeslagebild) erst 2018 in die Statistik eingingen, ist die Zahl der »vollendeten Taten« hochgeschnellt. Während 2017 in der BKA-Statistik »nur« 13 Deutsche erfasst sind, die von Einzelfällen unter denen, die noch nicht so lange da sind, »vollendet« getötet wurden, so gibt die Statistik für 2018 die immense Zahl von 102 »vollendeten« Taten – und insgesamt (inklusive Versuche) 230 Taten im Bereich »Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen« (nachzulesen im PDF bei bka.de, 2.4.2019).

Nicht auf Verlangen

Ein Zyniker könnte der Nation als Ganzes den Wunsch einer »Tötung auf Verlangen« attestieren, doch hier ist zu vermuten, dass die verzeichneten Fälle zumeist in die anderen Kategorien fallen, also Mord, Totschlag und sonstige Missverständnisse, aber eher nicht »auf Verlangen«.

Die nicht-tödlichen Zahlen sind deutlich höher. Politikredakteur Leubecher analysiert:

Im Bereich Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen standen laut BKA-Lagebild 33 Asylbewerbern und Flüchtlingen, die Opfer einer Straftat mit einem deutschen Tatverdächtigen wurden, 230 deutsche Opfer eines tatverdächtigen Zuwanderers gegenüber. Bei den Sexualstraftaten lag dieses Verhältnis bei 89 zu 3261. (welt.de, 9.3.2019)

Diese Zahlen, so sehr sie uns schmerzen, erfassen nicht das, was gar nicht zählbar ist – und was die Politik gewiss nicht zählen will. Keine Statistik erfasst, wie das Gefühl von Heimat zerrinnt. BKA-Statistiken erfassen nicht den Verlust an Heimat und öffentlichem Raum, den Deutsche erleben, wenn sie sich nicht mehr in Parks oder in die U-Bahn trauen, wenn sie sich nahenden Männergruppen weiträumig aus dem Weg gehen, wenn sie lieber daheim bleiben oder präventiv einen Umweg nehmen und ausweichen, wenn sie ihre Kinder aus Angst zur Schule fahren und wieder abholen, all das im Bewusstsein, dass im Gutmenschland niemand einsamer ist als das Opfer, dessen Leid die Gutmenschen als Lügner und Naivlinge entlarvt. Das Gezählte ist schmerzhaft – das Ungezählte ist beklemmend.

Die Heimat aber

»Es wird niemandem etwas weggenommen«, so behauptet die Politik seit 2015 (so etwa der Peinlichminister im Staatsfunk, siehe achgut.com, 30.6.2018). Es ist falsch.

Das Geld wird den einen genommen und den anderen gegeben, und das ist unfair. Schmerzhafter als das verlorene Geld ist die verlorene Heimat, die denen genommen wird, die ein Recht auf genau diese Heimat haben, geraubt von dummer,  realitätsblinder Politik.

Morde und Mordversuche lassen sich in Zahlen erfassen, der Verlust an Heimat nicht. Das Geld ist futsch, wir haben es längst aufgegeben. Die Toten sind fort, die Erde soll sie aufnehmen. Die Heimat aber, die hätten wir gerne wieder.

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