12.10.2019

Katzenbabies, Kinder und andere Haustiere

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Bild von Tevarak Phanduang
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12-Jähriger wird von 5 Männern ausgeraubt, 12-Jährige berichtet, missbraucht worden zu sein, u.s.w. – kein Aufschrei, nirgends. Die eigenen Kinder werden von den Guten behütet (hoffentlich), die Kinder der Schwächeren gehen denen am Öko-Popo vorbei.
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Auf welche Bilder stoßen Sie im Internet lieber – Fotos fremder Babies oder Fotos fremder Kätzchen? Seien wir ehrlich – die meisten von uns werden schnell »Kätzchen« antworten – natürlich Kätzchen!

Vom Datenschutz-Aspekt einmal abgesehen: Babies sind doch nur für die Eltern und Großeltern interessant, und das auch lieber einige Zeit später, mit dem süßen Nektar nostalgischer Erinnerung beträufelt. Der Ausdruck »fremde Babys« klingt ja ganz normal, aber »fremde Kätzchen«, das klingt irgendwie schräg, ein Kätzchen kann doch niemals »fremd« sein – Bilder kleiner Kätzchen bilden eine weltweite Sprache der Niedlichkeit!

Junge (12), Mädchen (12)

Wir hören aktuell aus Leipzig:

Er war auf dem Heimweg – Junge (12) von fünf Männern in Leipzig ausgeraubt (…) Der erste Mann, der mit dem Messer drohte, ist 165 cm groß, ca. 20-30 Jahre alt, hat eine normale Statur und sprach arabisch (…)
(bild.de, 12.10.2019)

Wir hören aus Stralsund:

Mädchen (12) von zwei Männern missbraucht? – In Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) sollen sich zwei syrische Männer (16, 32) an einem jungen Mädchen vergangen haben. Der 16-jährige Verdächtige wurde bereits festgenommen, sein mutmaßlicher Komplize ist noch auf der Flucht.
(bild.de, 11.10.2019)

Man kann und muss ein Land daran messen, wie es seine Kinder behandelt, welche Zukunft es seinen Kindern bereitet – woran denn sonst?!

Es sind nicht die einzigen Nachrichten, in denen es heute um Kinder geht, oh nein. Wir könnten von Kindern sprechen, die nicht dereinst schon aus psychologischen Gründen arbeitsfähig sein werden (focus.de, 11.10.2019). Wir könnten über NRW den Kopf schütteln, wo die Bildungsministerin den Faust aus dem Pflicht-Lehrplan streichen lässt (focus.de, 3.10.2019), heutzutage fast schon eine Kleinigkeit, sicher, aber eine mit viel Symbolkraft.

Objekt der Lufthoheit

Der linksgrüne Blick auf Kinder sieht das Kind als Objekt, als Mittel zum Zweck, das genutzt wird, oder eben vorab entsorgt, wenn es im Wege stehen sollte. Bevor das Kind geboren wird, entscheidet die linksgrüne Mutter, ob es ihrer Selbstverwirklichung »nutzt«, und wenn nicht, wird es getötet. Wenn es dann doch geboren ist, galt gewissen linksgrünen Subkulturen das Kind als selbstverständliches Sexualobjekt. Wenn Kinder in die Fänge linksgrüner Lehrer geraten, kann es passieren, dass sie wie ganz selbstverständlich zu Quasi-Parteisoldaten ausgebildet werde, die »Wir sind mehr!« brüllen und vielleicht auch mal petzen, was die Eltern daheim über Politik erzählen. Schon Kindergärtnerinnen erhalten »Empfehlungen«, was sie tun können, wenn die Äußerungen eines Kindes auf »falsche« Gesinnung der Eltern schließen lassen. Es wird seinen Grund haben, dass vor allem Linke darauf drängen, Kinder so viel und so lange wie möglich in staatlicher Erziehungsaufsicht zu lassen. Der heutige Finanzminister, Olaf Scholz von der SPD, sprach einst von der »Lufthoheit über den Kinderbetten« (welt.de, 10.1.2002), und die damalige SPD-Familienministerin: »Wir müssen lernen, was Liebe ist. Da kann der Staat helfen« (ebenda). Aus dem Familienministerium höret man nicht erst seit der demokratisch höchst fragwürdigen Propaganda-Kampagne »Demokratie leben!« (ein zynischer, orwellscher Gegenteilname) säuselnde Töne, als stünde es im Dienst der politisch korrekten Umerziehung der Deutschen, und zwar von Babybeinchen an.

Mit den von dubiosen NGOs betriebenen und linksgrünen Journalisten unterstützten Kinderkreuzzügen für mehr Steuern und gegen deutsche Wirtschaft (und damit für die chinesische) erreicht die gewohnheitsmäßige Instrumentalisierung von Kindern neue Höhen – beziehungsweise Tiefen, moralisch betrachtet.

Während Kinder im linksgrünen Denken zu Objekten werden, mit denen man seine Ideologie und seine Selbstverwirklichung befriedigen will (oder, früher in gewissen linksgrünen Kreisen, seine Lust), würde man eigentlich erwarten, dass man auf die Kinder besser acht gibt, dass man sich zumindest ganz allgemein um Kindeswohl kümmert, doch das wäre wieder ein Irrtum, wenn auch ein verständlicher.

Im linksgrünen Denken sind Kinder eben Objekte. Kinder sind denen im besten Fall ein Mittel zur Selbstverwirklichung, derzeit immer wieder auch zur ideologischen Selbstdefinition. – Man würde meinen, dass wenn linksgrünes Denken sich in Kindern »selbstverwirklicht« (was auch immer das im Konkreten bedeutet), damit auch für das Wohl der Kinder gesorgt sein sollte – und es wäre plausibel, so zu denken, und es wäre sehr falsch.

Erstens hören wir über Kinder, die ohne eigene Anstrengungen und ohne praktische Werte erzogen wurden: »Sie haben keinen Sinn mehr für Pünktlichkeit. Strukturen und Arbeitsabläufe zu erkennen, fällt ihnen schwer. (…) es fehlen ihnen soziale Fähigkeiten oder sie haben eine starke Selbstüberschätzung« (focus.de, 10.10.2019).

Zweitens gilt die Aufmerksamkeit auch der anstrengendsten Helikopter-Eltern meist den eigenen Kindern, vielleicht noch denen der Yoga-Club-Freundin. Die Kinder sozial schwächerer Familien, die nicht mit dem SUV von der Schule abgeholt und zum Chinesisch-Unterricht gefahren werden, sind denen praktisch egal. Kinder, die zur Brennpunktschule gehen? Kinder, die als deutsche Minderheit in der Klasse rassistisch beschimpft werden? Kleine Mädchen, die Jugendlichen aus Krisenregionen als Integrationshelfer helfen müssen – und dazu überforderte Lehrer? Und dann: 12-Jährige, die ausgeraubt oder möglicherweise sogar vergewaltigt werden? Nein, die Guten und Gerechten würden nicht laut sagen, dass es ihnen egal ist, doch ihre tatsächlichen Handlungen (und ihr Wahlverhalten) lassen wenig andere Schlüsse zu.

Im linksgrünen Denken wird das Kind als Objekt behandelt, und die Objekte anderer Menschen sind den meisten von uns egal.

Welche Zivilisation?

Wenn ein Anschlag passiert, wird manchmal davon gesprochen, es sei »ein Anschlag auf uns alle«. Es ist symbolisch gemeint, gefühlt und moralisch. Ein Anschlag auf Kinder ist allerdings, wenn man eine Sekunde darüber nachdenkt, tatsächlich ein Anschlag auf uns alle.

Die Kinder sind es, woraus die Gesellschaft morgen bestehen wird. Linksgrüne argumentieren viel von Moral und wollen die ethischen Regeln der Zukunft schreiben, doch wie kann eine Zukunft aussehen, wenn Kinder mit der Erfahrung von Gewalt und Hilflosigkeit aufwachsen?

Die 12-Jährigen von heute brauchen eine Kindheit, um morgen verantwortungsvolle Erwachsene sein zu können.

Kinder sollen einst die Fackel der Zivilisation weitertragen, da wird jeder zustimmen, doch zu viele Elemente dieses Satzes sind umstritten: Sollen sie die Fackel dereinst tragen, oder jetzt (siehe Öko-Fanatismus), weil sie so leicht zu manipulieren sind? Welche Zivilisation hinterlassen wir ihnen? Was ist heute die »Fackel«, was sind die »Werte«, die wir denen hinterlassen? Und, die vielleicht unauffälligste aber vermutlich gewichtigste der Fragen, die Frage nach der Normativität: Mit welchem Recht geben wir ihnen diesen Auftrag in die Hand, warum »sollen« sie die Fackel weitertragen?

Signalfeuer und Bauchgefühl

Die Moral der Linksgrünen kennt nur ein Signalfeuer, einen »kleinen Gott«, eine Richtung der Kompassnadel: das eigene Bauchgefühl. Als »gut« erscheint denen, was ihr Bauchgefühl ihnen im Moment sagt. Das ist die Moral, welche Propaganda und NGOs von dem Menschen wollen – mit genug Geld und totaler Immersion lässt sich jedes Bauchgefühl erzeugen.

Ich erlaube mir eine neue Regel: Wenn dein privates Bauchgefühl dir wichtiger ist als das Wohl der Kinder – auch und besonders der Kinder anderer Eltern – dann ist dein Gefühl moralisch falsch – und wenn du dich besonders moralisch fühlst, dann bist du besonders unmoralisch.

Ein Gutmensch, der die Kinder anderer Eltern für seine Ideologie opfert, der ist doch moralisch übler als ein Politiker, der Soldaten für Profite zum Sterben in den Krieg schickt, denn die Profite kommen wenigstens dem Land zugute, die Ideologie aber niemandem, nicht einmal der Gutmensch selbst wird ja davon glücklich.

Die darum ringen

Es sind merkwürdige Zeiten, in denen uns die Kinder von Haustieren wichtiger sind als die Kinder unserer Mitmenschen. Der alte, fast schon leer klingende Spruch, wonach die Kinder unsere Zukunft seien, er ist buchstäblich wahr.

Lasset die Kinder zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich, so etwa sagt es Jesus bei den Synoptikern.

Wir müssen ja gar nicht nach dem Himmelreich greifen, im Gegenteil – heute täte uns sogar weniger Nach-dem-Himmel-Greifen und mehr Realismus sehr gut.

Leser kennen meinen Aufruf, »Ordnet eure Kreise!«, und heute will ich ihn erweitern: Ordnet eure Kreise – und helft denen, die darum ringen, ihre Kreise zu ordnen!

»Weiterschreiben, Wegner!«

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