18.4.2020

Von Höflichkeit und Vernunft

von Dushan Wegner, Lesezeit 12 Minuten, Foto von v2osk
Man kann am China-Virus sterben, das stimmt, an der Corona-Panik aber auch. Was es außer den Masken noch braucht, sind Vernunft (Disziplin, Mitdenken) und, ja, Höflichkeit (Abstand halten, Rücksicht). Wie stehen die Chancen?
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Am Ende gewinnt immer die Realität, doch eben diese Realität weist auch in Deutschland mehr als eine Facette auf, mehr als eine mögliche Perspektive. Erlauben Sie mir bitte, unseren Blick auf eine Auswahl von »Realitäten« zu lenken.

Letzte Woche ist ein Mensch in Folge der Corona-Krise verstorben. An und mit Corona sind einige mehr verstorben, aber dieser, den ich meine, ist verstorben, weil er sich davor fürchtete, zum Arzt zu gehen.

Er war zwischen 50 und 70 Jahren alt. (Ich weiß es genau, will aber absichtlich ungefähr bleiben.) Er spürte ein Ziehen im linken Arm. Enge im Torso. Kalten Schweiß auf der Stirn. Ihm wurde schwindlig. Er sagte es seiner Tochter. Die riet ihm, einen Krankenwagen zu rufen, oder zumindest den Arzt zu kontaktieren. Er wollte nicht, wegen Corona. Er fürchtete sich, im Krankenhaus mit dem Virus angesteckt zu werden.

Jetzt ist er tot. Es war ein ganz altmodischer Herzinfarkt. Hätte er sich nicht vor der Hilfe gefürchtet, hätte er wahrscheinlich noch ein oder zwei Jahrzehnte mit dem Rest von uns auf dem Erdenkarussell durchs Weltall rotieren können. Auch er ist ein Opfer der Pandemie, genauer: der Panik rund um die Pandemie.

Schaffende Kraft und Tätigkeit

Ein weiterer Aspekt der Realität, ein anderer: Das Robert-Koch-Institut meldet am 18.4.2020 für Deutschland insgesamt 138.439 übermittelte Virus-Infektionen, einen Anstieg von 3.609 gegenüber dem Vortag, und damit eine deutliche Steigerung, die offizielle Zahl der Toten am Wuhan-Virus liegt bei 4.110 (für Deutschland rki.de, Stand 18.4.2020, 10:00). Die Politik zielt, weltweit, auf das berühmte »Abflachen der Kurve« hin, doch stellenweise scheint sie wieder zu steigen. (Ich denke dieser Tage, obwohl wir es mit einem Virus zu tun haben, häufiger an Antibiotika-Therapien in anderen Fällen, wo Ärzte streng raten, das Medikament zu Ende zu nehmen, auch wenn es dem Patienten schon zu Beginn der Therapie deutlich besser geht – und wenn man es nicht tut, kann die Krankheit »so richtig« zuschlagen.)

Ein weiterer Aspekt der deutschen Realität sind die neuen Virus-Hotspots, die nicht selten auch Hotspots in anderer Hinsicht sind. Beispiel: Aus Ellwangen im grün-regierten Baden-Württemberg wird vom »Rätsel um hohe Zahl coronainfizierter Migranten« berichtet (welt.de, 18.4.2020), von »überraschend« ist seitens der Behörden die Rede, denn man habe die Bewohner mit »mehrsprachigen Informationen versorgt«. Man liest ja in der Geschichte von manchem Gläubigen, der Kraft seines Glaubens große Wunder tat oder Lobpreis singend die Feuer des Scheiterhaufens ertrug, doch der tiefe Glaube der deutschen Behörden an die magische Kraft verteilter Infozettel lässt sie alle wie Thomas den Zweifler dastehen. (Siehe auch Essay vom 10.4.2020.)

Manche Aspekte der neuen Virus-Realität werden uns erst nach und nach bewusst, etwa die Spätfolgen bei offiziell Genesenen. Einige Aspekte konnten die Ärzte kaum vorher ahnen. Es scheint, so verstehe ich die Berichte über die Aussagen des Oberarztes der Universitätsklinik Innsbruck, Frank Hartig, dass das Virus auch bei Genesenen derartige im CT feststellbaren Veränderungen an der Lunge hinterlässt, dass diese Menschen ihr Leben lang nicht tauchen dürfen. Hartig wird zitiert, konkret über Tauchsportler nach einer auskurierten COVID-19-Erkrankung: »Die Schäden an der Lunge sind irreversibel.«, »Das ist schockierend, wir verstehen nicht, was hier gerade passiert. Sie sind wahrscheinlich lebenslang Patienten, da geht es nicht darum, ob sie wieder tauchen oder nicht«, und: »Als Notfallmediziner mit 20 Jahren Erfahrung schluckt man, wenn man bei einem 40-jährigen Patienten so etwas sieht.« (rainews.it, 18.4.2020) – Nein, nicht alle von uns sind Tauchsportler – aber alle von uns betrifft es, dass da noch einige Abgründe des Virus zu lauern scheinen, die selbst Mediziner noch nicht alle auf dem Radar haben.

Die Infektionen, die Krankheit, die verängstigten Reaktionen der Bürger und die möglichen Langzeitschäden sind natürlich der Auslöser und Motor dieser Krise, doch sie sind nicht der einzige Aspekt der neuen Realität – dann wäre da noch die Wirtschaft.

Ein schräger, aber realer Aspekt deutscher Corona-Realität ist eben auch, wie über Wirtschaft geredet wird. In manchen Äußerungen an blankes Irresein grenzende Vollversorgte mögen heute jubeln, dass Corona eine »Chance« sei, »vom Profit weg zum Menschlichen« zu kommen – in etwa wie das Wegbrechen des Fundamentes eines Hauses die Chance ist, sich »endlich« um Tapeten, Vorhänge und Heizung zu kümmern.

Menschenrechte, wie übrigens auch Umweltschutz, werden immer in Folge stabiler Wirtschaft umgesetzt (wie Brecht sagte (ich deute es als Heines »doppelte Ironie«): erst kommt das Fressen, dann die Moral), (interessanterweise anders als Hochkultur, die ist denkbar auch in Armut und Elend, etwa als innere Flucht aus dieser, als moralischer Widerstand gegen Barbarei diverser Sozialismen, siehe etwa den einstigen Ostblock, wo mehr Menschen klassische Instrumente zu spielen und bessere Literatur zu lesen schienen als heute im »reichen« Westen).

Egal, was Staatsfunk-Großverdiener und linksgrüne Funktionäre mit ihrem sicheren Einkommen aus Steuern und Zwangs-Propagandageld sagen mögen: »Wirtschaft« ist kein zu melkendes, aber generell bösartiges Monster. »Wirtschaft« ist der Sammelbegriff für die schaffende Kraft und Tätigkeit der Menschen in den vielen und verschiedenen Nationen. »Menschen vor Wirtschaft« ist nicht falsch, sondern es bedeutet nichts.

Sogar Gefangene handeln noch mit Zigaretten, Schutzdiensten, Versprechen für »die Zeit danach« oder womit man eben im Gefängnis handeln kann. Die einzigen Menschen, die nicht »wirtschaften« sind Tote (und selbst von denen »handeln« einige via Vermächtnis aus dem Grab heraus).

Am Ende gewinnt immer die Realität, und wer am Ende nicht auf der Seite der Verlierer stehen will (oder auch »nur« sicherstellen will, ohne Scham in den Badezimmerspiegel schauen zu können), der tut gut daran, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen – und sie dann, so möglich, wirklich zu verändern.

Es sind hehre Worte, die wir im letzten Absatz sagten, und ein gutes Schlusswort wäre es abermals, doch dies ist noch nicht der Schluss. Manche ahnen, dass es erst der Anfang ist. Wohin sollen uns die nächsten Schritte führen? Wie gelangen wir ans andere Ende der Brücke ohne vorzeitig abzustürzen?

Unterströmung und Entstellung

Vor allem Journalisten leiden bezüglich der Realität an blinden Flecken, hier sogar ärger als Politiker, und diese sind eine Art »Déformation professionnelle« (eine »berufliche Entstellung«, siehe Wikipedia). Der Journalist wird für tägliche Empörung und nützliche Willfährigkeit bezahlt, nicht für Weisheit und Widerspruch – und so darf, also: muss er, wenn er erfolgreich ist, blind sein für die Zusammenhänge, die unter der Oberfläche wirken, den »Undertow« (»Unterströmung«, siehe auch Essay vom 5.11.2017).

Ich wage die These, dass wichtige Ursachen dieser Pandemie und ihre menschlichen Folgen auf denselben Ebenen liegen wie die Lösungen, und dass Journalisten (und damit die von Journalisten abhängigen Politiker) für diese Ebenen weitgehend blind sind (da sie weder Klickzahlen noch die Karriere fördern).

Die beiden Ebenen sind: 1. Höflichkeit, und 2. Vernunft. (Ja, es ist kompliziert, aber es ist, meine ich, nicht falsch. Wenn Sie allzu einfache Wahrheiten bevorzugen, die zur Hälfte morgen schon widerlegt sein werden, schalten Sie den Staatsfunk ein.)

Von der Höflichkeit

Das Wort »höflich«, schaut man im Wörterbuch nach, wird beschrieben als…

liebenswürdige Umgangsformen wahrend, wohlerzogen und zuvorkommend (dwds.de/wb/h%C3%B6flich)

Meine Definition von »Höflichkeit« verläuft in etwa so: »Gewohnheitsmäßiges Verhalten zum Wohl der jeweils relevanten sozialen Struktur.«

Wenn die »relevante Struktur« gerade nur das aktuelle Gespräch ist, dann wird eine höfliche Gesprächsführung jedes Thema meiden, das den Gesprächspartner verletzen oder das Gespräch für eine der beteiligten Parteien (Redende, direkte Zuhörer, indirekte Zuhörer) unangenehmen machen könnte. Die »große Höflichkeit« aber, die über die Form des Augenblicks hinaus reicht, ist dasselbe wie das Gute im ethischen Sinne.

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass eine der Ursachen der von Wuhan ausgehenden Pandemie die Falschmeldungen lokaler Partei-Funktionäre gewesen sein könnten. Anfang Februar 2020 etwa berichtete foreignpolicy.com, 3.2.2020 (meine Übersetzung): »Chinesische Offizielle können nicht anders, als über das Virus zu lügen – trotz Rufen nach Transparenz ist Repression ein Teil des Systems«. – In anderen, meinen Worten: Es gilt als »unhöflich«, schlimme Meldungen nach oben durchzureichen.

Die »üblichen Verdächtigen« nahmen die Pandemie zum Anlass für einen »Höflichkeitskrieg«. Linke Journalisten wollen durchsetzen, dass das Image dieser Pandemie von China losgelöst wird (also anders als Spanische Grippe, Ebola et cetera), siehe etwa qz.com, 25.3.2020, cnn.com, 19.3.2020 et cetera. CNN wettert »höflicherweise« präventiv dagegen, dass Trump von China konsequenterweise Reparationszahlungen fordert (cnn.com, 20.3.2020). Verantwortliche zu benennen und zur Verantwortung zu ziehen gilt Linken, Globalisten und Chinas erweitertem Propaganda-Arm als unhöflich (in deren Sprache: »rassistisch«).

Und dann, vor Ort in Deutschland: Manche Infektion – und vielleicht auch mancher Todesfall – könnte von Höflichkeit oder eben deren Mangel mitverursacht sein. Der eingangs beschriebene Verstorbene ist aus Furcht vor dem Virus nicht ins Krankenhaus gegangen, doch ich habe auch von Fällen gehört, wo Menschen die Ärzte nicht belästigen wollten, weil diese »so viel zu tun hätten«.

Mancher jedoch gefährdet nicht sich selbst durch Höflichkeit – mancher gefährdet die Mitmenschen aus Unhöflichkeit. Seit langer Zeit schon gilt es etwa in Japan als Zeichen der Höflichkeit, selbst beim geringsten Anzeichen einer Erkältung einen Mundschutz zu tragen, um andere nicht zu gefährden.

Die Pandemie, so scheint es, wurde zu einer solchen, weil man auf den falschen Ebenen »höflich« war, und zwar innerhalb Chinas als auch im Bezug auf China. Als Trump die Grenzen erst zu China und dann zu Europa schloss, waren die üblichen Empörten auch über diese Unhöflichkeit empört.

Es war und ist weiterhin eine Kombination aus kontra-produktiver Höflichkeit, welche die Pandemie zu Beginn anfeuerte – und doch ist es Höflichkeit untereinander, der höfliche Abstand und der höfliche Mundschutz etwa, aber auch die höfliche Hilfe, die uns helfen wird, die Kurve flach zu halten bis ein Gegenmittel gefunden ist.

Der Zusammenhang von Pandemie und Höflichkeit, welche ja selbst mehrere Ebenen aufweist (etwa: diplomatisch, wirtschaftlich, privat-alltäglich), ist heutigen Journalisten weitgehend verschlossen. (Wir reden von einer Branche, wo den politischen Gegner als »Arschloch« oder »lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur« zu bezeichnen, oder ihm recht offen den Tod zu wünschen, den derart unhöflichen Journalist nicht ausschließt, sondern ihn sogar noch Solidarität genießen lässt, eine Branche wo man dem Volk »satirisch« das Aussterben wünschen und danach weiter Karriere machen kann. Denen ist die Ebene der Höflichkeit verschlossen – und so manche andere auch – sonst wären sie nicht geworden, was sie sind.)

Journalisten sind zumeist blind für die Ebene der Höflichkeit, und doch ist sie eine wichtige Ebene der Realität, und auf der Ebene der Höflichkeit wird diese (und manch andere) Schlacht gekämpft.

Von der Vernunft

Furcht und Vorsicht können unser Leben retten – solange es unsere Vernunft ist, die daraus selbst Konsequenzen zieht.

Der Mitbürger, der am Herzinfarkt verstarb, weil er nicht ins Krankenhaus wollte, hatte die Wahrscheinlichkeit, am Herzinfarkt zu sterben, falsch gegen die Gefahren abgewogen, sich 1. mit dem China-Virus zu infizieren, und 2. daran zu sterben, wenn man 3. nach deutschen Standards versorgt wird. Vielleicht hatte auch die Furcht vor dem Virus ihn dazu bewegt, sich einzureden, dass es »schon kein Herzinfarkt sein wird«.

Angst und Vorsicht retten unser Leben. Panik dagegen lähmt unser Denken und gefährdet eben das, was sie doch schützen will. Der »Angstbürger« ist ein vorsichtiger und überlebender Bürger, der lieber selbst prüft und eigene Schlüsse zieht, weil ihm das Überleben wichtiger ist als Gehorsam – deshalb hassen ihn Journalisten so.

Medien verdienen ihr Geld mit andauernder Panik, auch und gerade wenn sie in typisch orwellschem Stil das Gegenteil behaupten. (Wenn es keine andere Panik gibt, schüren sie »Moral-Panik«, etwa als »Kampf gegen Rechts« – Moral-Panik weil diese oder jene Prinzessin unmoralisch unterwegs war verfängt nur noch in recht abgegrenzten Kreisen; siehe Wikipedia: »Regenbogenpresse«.)

Als die Krise bereits am Horizont lauerte und einige Politiker zumindest die Einsetzung eines Krisenstabs forderten, schien der Staatsfunk wie automatisch die übliche Gegenpropaganda hochzuschalten, indem er die übliche linke »Moral-Panik« weckte (»alles rechte Panikmache«). Gegen jede und alle Vernunft wurde via Staatsfunk gegen Masken gewettert (@tagesschau, 19.3.2020, archiviert), stellenweise wurde sogar insinuiert, Masken würden die Gefahr erhöhen.

Vernunft und Höflichkeit sind verknüpft, und wo eines via Propaganda oder schlicht mangelnder Erziehung ausgeschaltet wird, da fehlt oft auch das andere.

In diesem Pendelschlag der Unvernunft, vom breiten Leugnen der Gefahr bis hin zu panischen Hamsterkäufen von Toilettenpapier und Nudeln, von gefährlicher Verharmlosung zu gefährlicher Übertreibung, ist es leicht, den Mittelweg zwischen Leugnen und Panik zu finden.

Das Business des Journalismus ist Panik, die Ermahnung zur ruhigen Vorsicht, zum kritischen Selbstschutz und gesundem Misstrauen gegen »die da oben« bringt weder Klicks noch politische Fleißbienchen. Und doch ist die Neu-Entdeckung der kritischen Vernunft (ja, ich habe es gehört), welche die Gesellschaft auch in Sachen »Weisheit« vor dem nächsten Wahnsinn immunisiert.

Praktische Höflichkeit der Altvorderen

»Am Ende gewinnt immer die Realität«, so ist schon länger mein Motto. Die Mottos derer, gegen die zu protestieren unser Gewissen uns treibt, diese Mottos werden in der Krise mal eben kassiert, wenn auch nur vorübergehend (etwa der Offene-Grenzen-Wahn, siehe Essay vom 17.3.2020) oder sie erweisen sich gleich als blanke, teure Lügen (etwa die Stickoxid-Lüge, siehe Essay vom 11.4.2020). Unsere Mottos und Leitwerte haben den Vorteil, gerade in der Krise belastbar zu sein, vom Lied der Innenhöfe übers Bedenken und Ordnen seiner Relevanten Strukturen bis hin zu Aufruf: »Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!«

Gestern schrieb ich vom Vortasten über eine hohe Brücke, in den Nebel hinein (Sie können es sich auf YouTube anhören!). Worin werden unsere nächsten Schritte bestehen? Worin sollten unsere nächsten Schritte bestehen?

Deutschland hat zu lange auf die Vernunft und die »praktische Höflichkeit« (sprich: den Fleiß), der Altvorderen aufgebaut, von ihr gezehrt, sie verschleudert, wie einer, der eine Truhe voll Gold erbt und es für wertlos hält und also verschleudert, weil ihm nie einer erklärte, was Gold ist – oder weil er einfach so ein unbeherrschter, unhöflicher Klotz ist. Um Goethe zu bemühen: Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen. Oder verschleudere es, wenn du ein Gutmensch bist, kurzsichtig wie ein Maulwurf, aber nicht halb so nützlich.

Es ist falsch, das Virus zu ignorieren und gering zu reden, wie Staatsfunk und Politik es lange taten – und gewisse Kreise es noch immer tun. Es wäre ebenso falsch, als Gesellschaft im Kafkaesken Sinne »Selbstmord aus Angst vor dem Tode« zu begehen.

Wenn wir, als Nation oder als Einzelne, eine Zukunft haben wollen, müssen wir uns selbst neue, kluge Höflichkeit anerziehen – und jene aus unseren Kreisen bannen, die nicht selbst ebenso höflich sein wollen. Wenn wir nicht von den Stürmen der Zeit gegen jede einzelne Klippe geschleudert werden wollen, müssen wir neu vernünftig werden – und aufs Neue etwas Höflichkeit erlernen.

Am Ende gewinnt immer die Realität. Die Höflichkeit ist eine Art, die Realität des Zusammenlebens so zu gestalten, dass sie zugleich nicht allzu unangenehm und idealerweise auch nicht potentiell tödlich ist. Vernunft aber ist die Kunst, sein Denken (und seinen Überlebenswillen) in Einklang zu bringen mit den Fakten und Gesetzen der Wirklichkeit.

Am Ende gewinnt immer die Realität, und ich fände es höflich, wenn wir mit Vernunft und Realitätssinn versuchten, die Realität realistisch lebenswert zu machen.

Ich danke allen, welche heute mit Vernunft und Vorsicht gegen die Beschwichtigungen und gegen die unvernünftige Panik ankämpfen. Nichts ist wichtiger als das Leben, und weder das Verschließen der Augen vor der Realität noch die blinde Panik im Angesicht der Gefahr sind hilfreich dabei, das Leben zu bewahren.

Bleibt höflich, bleibt realistisch, bleibt vernünftig. Ein Schritt nach dem anderen, Mensch, ein Schritt nach dem anderen.

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