Die grünen Luftballons platzen

9. Januar 2019, von Dushan Wegner; Bild von Maarten van den Heuvel
Grünen-Politiker wird Glyphosat-Lobbyist, Promi-Grüne fliegen ans andere Ende der Welt in den Urlaub, Tonnen CO2 produzierend, … Was für Heuchler! Hören Sie es auch, dieses Ploppen? Das ist das Platzen der grünen Luftballons, und ich finde das gut.
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Sicherlich, es bereitet einem durchaus Freude, mit so einem Luftballon zu spielen. Ich habe mehr als einmal erstaunlich viel Spaß aus den 10 Cent geholt, die so ein Luftballon kosten mag. Man bläst ihn auf, verknotet ihn, und dann spielt man ihn wie einen Volleyball hin und her. So ein Luftballon ist ja sehr leicht und er fliegt sehr langsam, so dass man damit auch in der Wohnung spielen kann und – anders als beim richtigen Volleyball – auch die weniger koordinierten unter uns ausreichend Zeit haben, sich jedes Mal in die richtige Position zu bringen.

Nur wenn er platzt, so ein Luftballon, das mag ich gar nicht. Dieses Knallen, das ist ja fast wie Krieg im Wohnzimmer! Deshalb macht es mich auch stets ein wenig nervös, einen Luftballon aufzublasen. Wie weit darf man so einen Ballon aufblasen? Zu wenig, und er ist zu schlaff – zu viel, und er platzt! Fragen, Fragen. Nein, das Aufblasen von Luftballons überlasse ich lieber anderen – womit wir bei den Grünen wären.

Es platzt

Hören Sie auch dieses Knallen im Land? Es ist eine Kakophonie, ein Missklang, mehrere übereinander gelagerte Schichten. Einiges davon sind die Einzelfälle. Einiges sind die Knochen der Opposition und Kritiker – und manchmal nur die Hoffnung der Anständigen, dass es besser wird, dass das Land klüger wird.

Einiges aber, und diese Tonspur wird lauter – und bei aller Verzweiflung der Noch-nicht-Betäubten dann doch ein wenig amüsant – einiges vom heutigen Surroundkrach ist das Platzen der grünen Luftballons.

Plopp!

Kennen Sie Glyphosat? Es ist eine Chemikalie, und es wird zur Unkrautbekämpfung genutzt, und es ist der Wirkstoff des bekannten Produktes »Roundup«, der von Monsanto vertrieben wurde – und damit seit 2018 von Bayer. Die Grünen sind ganz doll dagegen (siehe z.B. gruene-bundestag.de). Nun, Bayer hat jetzt einen neuen Chef-Lobbyisten fürs Glyphosat eingestellt. Es ist ein Grüner, der einst an der Seite von Künast für gesunde Ernährung warb, um dann zum Schokoriegelhersteller Mars zu wechseln, und jetzt eben zu Bayer. (siehe z.B. welt.de, 7.1.2019) – Plopp! Ein grüner Luftballon platzt vor lauter Heuchelei!

Plopp!!

Wer heute wirklich Geld hat, der legt sich mindestens als Zweitauto so einen schicken Tesla zu. Der Chef der Grünen, Robert Habeck, war im Wahlkampf mit seinem sauteuren Tesla unterwegs. Das Problem ist: Wenn man bei E-Autos auch die Produktion in Betracht zieht, sind sie nicht zwingend umweltfreundlich. Ein Diesel muss, so der Chef von Niedersachsenmetall, erstmal 200.000 Kilometer fahren, bis er die 17 Tonnen CO2 produziert, welche in der Herstellung des Akkus für ein E-Auto der Mittelklasse freigesetzt wurden – und danach erst kommt die Stromherstellung (siehe noz.de, 2.1.2019). Plopp, der nächste grüne Luftballon platzt, nur gibt es einige Investoren und andere Leute mit »Interessen«, die ihn aufpumpen wollen. (Ich hätte Ihnen ja gern den Link zu den Tesla-Posts des Grünenchefs geschickt, doch er hat seine Social-Media-Accounts aktuell stillgelegt, weil er zu unbeherrscht ist – kein Scherz, und der Staatsfunk ist ganz erschüttert darüber, siehe etwa tagesschau.de, 7.1.2019).

Plopp!!!

Die Grünen demonstrieren gern gegen Startbahnen und auch sonst gegen vieles, was das Land stark macht – doch eine auffällige Anzahl grüner Chefs fliegt gern über Silvester in die ganz-weit-Ferne, etwa Bayern-Schulze nach Kalifornien. Übrigens, laut dem CO2 Rechner von naturefund.de ergibt ein Flug von München nach Los Angeles und zurück 7105kg CO2 pro Passagier. Wir alle kennen im Alltag ach-so-überzeugte Grüne, deren Ideologie sich als Show und Heuchelei entlarvt, die über Klimawandel jammern, aber mit dem SUV ihre Kinder zur Schule fahren et cetera. Die Ploppgeräusche, die Sie hören? Das sind die Chefs der Grünen, wie sie ihren persönlichen Wettbewerb um die weitere Urlaubs-Flugreise bestreiten, und dabei viele, viele grüne Luftballons platzen lassen.

Außerdem gibt es noch die vielen Luftballons, die eher still platzen. Etwa: immer mehr Eltern in Deutschland schicken ihre Kinder auf Privatschulen (siehe z.B. wiwo.de, 8.1.2019); sprich: Eltern fliehen vor den oft grün geprägten Bildungsexperimenten – und jedes Mal, wenn ein Bürger sich still und heimlich vom grünen Tralala verabschiedet, platzt ein grüner Luftballon.

Grüne teilen eine erschreckende Anzahl von Eigenschaften mit religiösen Fanatikern, die darauf angewiesen sind, dass das Land, in dem sie agieren, nicht ihrer Ideologie folgt – und wenn es das dann doch tut, wenn die Luftballons platzen, dann müssen sie weiterziehen. (Nur wohin wollen die Grünen denn ziehen?)

Wer hoch fliegt…

Der Ikarus der griechischen Sagenwelt ist bekannt dafür, zu nah an der Sonne geflogen zu sein. Das Wachs seiner Flügel schmolz, die Federn fielen ab und er stürzte ins Ikarische Meer.

Es sind salzige Zeiten, also erlauben Sie mir bitte, auf einen geradezu süßen Widerspruch hinzuweisen: Ende letzten Jahres wollten die Grünen im EU-Parlament es verbieten lassen, Luftballons steigen zu lassen (berichtet bild.de, 19.12.2018). – Natürlich. Hier ist ein Video, wie die Grünen ernsthaft »Europaluftballons« gegen den Orbanbesuch steigen lassen: @evilell, 5.1.2018 (archiviert), hier eines, wie sie bunte Ballons zur Feier der Ehe für Alle steigen lassen: youtube.com, und so weiter und so fort. Damit Ihnen die Luftballons nicht ausgehen, können Sie im Grünen-Shop welche bestellen, natürlich mit Frauenlogo für das genderbinäre Weltbild oder mit dem tiefsinnigen Slogan »KLIMA OHNE WENN UND ABER« (wer will da widersprechen?). – Der grüne Kindergarten ist doch ohne Luftballons kaum vorstellbar! Ich habe eine Ahnung: Das Ende der Grünen wird sein, dass sie sich am Ende selbst verbieten.

Ja, die Grünen erleben einen Höhenflug, doch was sie in der Luft hält, sind Luftballons, gefüllt mit Heuchelei, Fake-Moral und Selbstüberschätzung.

Es ist ernst, kein Zweifel, denn Kinder an der Macht sind gefährlich, nicht romantisch, doch an manchen Tagen kann es eben auch lustig sein, wenn ein grüner Luftballon platzt, so dass wir es alle hören und sehen.

Die Realität ist die Nadel, die einen grünen Luftballon nach dem anderen platzen lässt – lassen Sie uns also frohen Mutes in die grünen Luftballons piksen, mit scharfen Argumenten gegen luftiges Moralin, mit piksigen Fakten gegen gefühlte Wahrheiten.

Hören Sie auch dieses Platzen grüner Luftballons, einer nach dem anderen? Ich höre es, und ich mag es sehr.

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