Das Große Kotzen

Heute bin ich Herr Creosote. Kennen Sie Herrn Creosote? Falls nein, eine kurze Erklärung: Es ist ein Sketch von Monty Python, und es ist das zweifellos Widerlichste, worüber ich jemals gelacht habe.

Der Sketch spielt in einem Restaurant. Ein grotesk adipöser Herr – geschätzte 800 Kilogramm, aber fein gekleidet – betritt ein Restaurant und übergibt sich erstmal. Der Ober, gespielt von John Cleese, lässt sich auch durch fortwährendes Übergeben nicht davon abbringen, formvollendet das feinste Essen und Trinken anzubieten, eimer- und flaschenweise. Schließlich hat Herr Creosote gegessen, der Tisch vor ihm ist von dutzenden leeren Tellern und Flaschen bedeckt. Herr Creosote leidet sichtlich, Halbverdautes fließt schon längst wieder aus dem Mund heraus.

Der Ober, John Cleese, nähert sich, um das Essen, Herrn Creosote und den Sketch selbst ins Finale zu geleiten. Der Ober drängt dem Überfressenen ein „hauchdünnes Minz-Oblatchen“ („wafer-thin mint“) auf. Dieser lehnt erst ab, denn er ist wirklich voll. Der Ober drängt weiter. Der Dicke isst es doch. Der Ober flieht und springt in Deckung. Der Dicke platzt und seine Innereien verteilen sich auf das Restaurant samt aller Gäste. Es ist für alle Beteiligten – außer offensichtlich für den Ober – buchstäblich „zum Kotzen“. – Womit wir bei der neuen deutschen Regierungskoalition wären.

Kein einziger Wähler hat auf dem Wahlzettel „Große Koalition“ angekreuzt, kein einziger. Im Gegenteil! Wenn es irgendwas gab, worüber sich alle nach der Wahl einig waren, dann eben dass die Große Koalition abgewählt ist.

Die wahrscheinlich einzige wahrheitsähnliche Aussage, die wir in den letzten Monaten aus der Chefetage des SPD-Konzerns gehört haben, war die jenes Vulgärpolitikers, eine Groko würde die Glaubwürdigkeit der SPD beschädigen. Wobei man natürlich fragen muss: Welche Glaubwürdigkeit?! Wie will man beschädigen, was längst den Weg der Galapagos-Schildkröten gegangen ist?

Die Foren und Nachrichtenwebsites sind heute voll mit Wut. „Selbstaufgabe!“, ruft Blome in Bild, und natürlich hat er recht. Die CDU hat sich selbst endgültig entkernt und hat Schlüsselpositionen aufgegeben, alles nur, um eine alte, „gut sortiert“ (Klöckner) Frau an der Macht zu halten, eine Frau, die Deutschland geschadet hat wie kein anderer Politiker in der Geschichte der Bundesrepublik, eine Frau, die sich über Recht und Vernunft hinwegsetzt, aus Motivationen, die man außer einem brisanten „Suizidalismus“ kaum nachvollziehen kann.

Würde ein abgehalfterter TV-Produzent eine Polit-Reality-Soap mit diesen Darstellern vorschlagen, man würde ihn auslachen. Man wünscht sich, dass der Nachrichtensprecher heute Abend in die Kamera sagt: „Haha, das war alles nur ein Witz! Sie haben doch nicht wirklich geglaubt, dass wir Schulz zum Außenminister machen? Haha, das wäre ja wirklich verrückt! Das würde Deutschland ja in der Welt völlig lächerlich machen!“ – Er wird es nicht sagen, nicht so.

Wir erreichen eine neue Frust-Ebene. Wie motiviert sich der Arbeiter, den Wecker auf 5:30 zu stellen um früh morgens zur Arbeit zu gehen und Steuern zu zahlen, wenn er weiß, dass seine Mühe zunichte gemacht wird von Politikern jenseits des Eindrucks von Zurechnungsfähigkeit oder Restmoral? Erwarten wir von jungen Ingenieuren wirklich, ihre Karriere in einem Land mit tragischer Clown-Regierung zu beginnen, wenn andere, seriöse Länder ihnen, statt Einwanderern aus Nordafrikas Ghettos, den roten Teppich ausrollen? (Zu diesen Ländern zählt übrigens auch Kanada – Trudeaus ganzes Social-Justice-Gedöns ist mehr eine Show für Kinder, Veganer und Journalisten.)

Alle sind müde. Die Bürger sind müde, die Deckchair-Verschieber sind müde. Schreiber wie Leser fragen sich: Soll man den Irrsinn noch kommentieren – und wenn ja, wie? Wenn du denkst, es kann nicht peinlicher werden, machen sie Schulz zum Außenminister. Nüchtern betrachtet möchte man sich lieber besaufen.

Es gibt mindestens zwei Gründe, dennoch weiter zu schreiben.

Der erste Grund: Die Geschichtsschreiber von einst, Herodot, Tacitus, Josephus, man stelle sich vor, sie hätten aus lauter Frust und Müdigkeit ob der schlechten Show aufgehört, ihre Papyrusrollen vollzukritzeln. Wie sollten zukünftige Generationen lernen, nicht die gleichen Fehler zu wiederholen?

Der zweite Grund aber ist bitter: Diese Groko wird auf morbide Art unterhaltsam werden, etwa so unterhaltsam wie eine Busfahrt über Alpen-Serpentinen mit einem volltrunkenen Busfahrer.

Auf dieser Busfahrt, wenn der Busfahrer lallt und lacht, und wenn der Bus sich in den Abgrund neigt, da kann es einem schnell übel werden, und wenn einem übel wird, dann übergibt man sich schon mal. So wissen wir jetzt zumindest, wofür „Groko“ wirklich steht: Das Große Kotzen.

Ich gehe jetzt eine Minz-Oblate essen – und wünsche uns allen zumindest etwas Humor. Was uns bleibt, ist doch das Lachen.

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