Ich will Frieden, was wollt ihr?

Das Weiße Haus gab vor einiger Zeit bekannt: Der US-Präsident gratuliert Putin zu seinem kürzlichen Sieg in der russischen Präsidentenwahl. Die beiden Staatenlenker haben telefoniert. Der US-Präsident betonte die Verbesserung der USA-Russland-Beziehungen, inklusive der militärischen Kooperationen. Der US-Präsident und Putin kamen überein, dass die erfolgreichen Beziehungen in den kommenden Jahren ausgebaut werden sollten. Der US-Präsident sagte zu Putin, dass er sich freue, ihn bald zu treffen.

Anschließend trafen sie sich auch! Sie waren gut gelaunt und schäkerten. Das Video dazu sehen sie hier bei YouTube, den Bericht lesen Sie hier bei Foreign Policy.

Haben Sie die beiden Links angeklickt? Wenn ja, dann wissen Sie: Meine Zeilen beziehen sich auf einen Bericht von 2012. Der erwähnte US-Präsident ist der »Messias« Barack Obama. (Diese Gratulation wird heute so intensiv verdrängt, dass snopes.com extra eine Seite dazu hat, die es bestätigt.) Es ist derselbe Obama, der Medvedev einst zusagte, nach der Wahl würde er »more flexibility« haben, um mit Russland zu verhandeln. (Ja, auch das ist via Video dokumentiert und von Snopes bestätigt.) Später verschlechterte sich das Verhältnis der USA zu Russland dann doch etwas.

Gestern hielten Trump und Putin eine gemeinsame Pressekonferenz in Helsinki. Trump war freundlich, wenn auch nicht so kumpelhaft wie Obama oder W. (der mit Putin noch angeln ging), anders als beim Clinton-Clan hat sich Melania Trump nicht im Kontext bezahlter Vortragsreisen in Moskau mit Putin getroffen, während Trump noch im Amt war (siehe newsweek.com, 20.10.2017) – und er hat auch nicht irgendwelche »Flexiblität« versprochen. Und doch war die Presse wütend – sehr, sehr wütend. Ginge es nach manchem Meinungsmachern, hätte Trump an Ort und Stelle den Dritten Weltkrieg erklären sollen. Gut, dass es nicht (immer) nach der Presse geht.

Die Schlechtschlafenden

Nach dem Krieg verboten die Alliierten zunächst die bisherige Presse, um bereits 1945 schrittweise Erlaubnisse an »Lizenzzeitungen« wie Süddeutsche, Zeit oder die Frankfurter Rundschau zu genehmigen. Erst 1949 wurde die Presse wieder ganz freigegeben, woraufhin etwa die FAZ (1949) oder die BILD (1952) gegründet wurden.

Die erste Generation der Journalisten kannte noch den Krieg. Der Chefredakteur der Welt etwa, Rudolf Küstermeier, war Widerstandskämpfer und Häftling im Konzentrationslager Bergen-Belsen gewesen. Arno Rudert, Mitgründer der Frankfurter Rundschau und später Vorstand des dpa-Vorläufers DENA, war mehrfach verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt worden. Nicht alle Journalisten waren so eindeutig auf jener Seite zu finden gewesen, die sich später als die richtige herausstellen sollte, doch alle hatten sie den Krieg erlebt. (Habe ich das vorsichtig genug gesagt?)

Die zweite Generation, die Kinder der Kriegsgeneration quasi, hatte Eltern, die ihnen zwar nicht gern vom Krieg erzählten, die aber nachts hochschreckten und schrien, oder die diese Erinnerungen, von denen sie nicht reden wollten, hinten im Wohnzimmerschrank versteckt hatten.

Heute, bald 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, haben wir es mit einer ganz neuen, ganz anderen Journalisten-Generation zu tun. Oh ja, sie reden vom Krieg, und wie! Doch: Die Intellektuellen reden heute vom Krieg wie einer, der in einer Fremdsprache flucht; sie sagen das Wort, sie kennen seine Bedeutung, doch sie fühlen den Schmerz nicht. Einer, der vom Krieg redet, aber den Schmerz nicht spürt, versteht das Wort in Wahrheit nicht. Ein Mann wird ja auch nie wirklich verstehen, was eine Geburt ist, und wenn er das Wort noch so oft ausspricht. Ich sehe Journalisten, die im Namen einer höheren »Moral« den Krieg herbeisehnen, und mir wird körperlich übel. Diese armen, dummen, verlotterten Kinder wissen nicht, wovon sie reden.

Selber schauen

Donald Trump gibt selten Pressekonferenzen, doch wenn er welche gibt, artet es schon mal in einen Skandal aus. Gestern, am 16. Juli 2018 gab Donald Trump in Helsinki eine Pressekonferenz an der Seite Vladimir Putins. Zuvor hatten sie sich privat unterhalten. Das Video der Pressekonferenz gibt es bei YouTube und das Transkript bei npr.org. (Beides ist auf Englisch.)

Die Reaktion einiger Journalisten und Mitpolitiker auf diese Pressekonferenz war von der Art, die einen denken lassen könnte, dass sie Herrn Trump nicht nur neutral bis freundlich gesonnen sind. Es fielen Worte wie »ignorant«, »verräterisch«, »naiv« und »nützlicher Idiot«. (siehe z.B. spiegel.de, 17.7.2018)

Ich habe die Konferenz auch gesehen. Ja, es stimmt, dass Trump freundlich zu Putin war, wenn auch nicht ganz so schäkernd wie damals Obama. Ja, es stimmt, dass er dem Narrativ im Kontext der Mueller-Untersuchung widersprach, wonach Putin die Wahl für Trump geschmissen hat. Doch es liefen noch ein paar Dinge mehr ab, wie sich anhand des Videos und der Mitschrift feststellen lässt.

Lassen Sie uns in die Materie einsteigen, doch zuerst werden wir, zum Warmwerden quasi, etwas Logik trainieren.

Syllogismen

In der Logik gibt es die Kunst des syllogistischen Schließens. Aus zwei Prämissen ergibt sich eine Konklusion.

Lassen Sie uns den Syllogismus üben!

Etwa so:

  • Prämisse 1: Alle Menschen sind sterblich.
  • Prämisse 2: Sokrates ist ein Mensch.
  • Konklusion: Sokrates ist sterblich.

Oder so:

  • Prämisse 1: Wer Politiker wie Trump und Putin im Empörungs-Zeitalter wörtlich nimmt, ist ein Idiot.
  • Prämisse 2: Viele Meinungsmacher nehmen Trump und Putin wörtlich.
  • Konklusion: Viele Meinungsmacher sind Idioten.

(Genug Logik geübt, weiter im Text!)

An diesem Punkt, nehme ich an, haben Sie in die Pressekonferenz selbst hineingeschaut und haben Schlagzeilen gelesen wie »Es ist ein trauriger Tag für die Welt« (faz.net, 17.7.2018). Glaubt man dem Medien-Konsens, dann hat im Rahmen dieser Pressekonferenz der US-Präsident sich und das Land dem russischen Präsidenten ausgeliefert.

Doch, lesen Sie das Transkript und die Berichte selbst! Lesen Sie die Kritik, selbst die geiferndste, und suchen Sie nach der Antwort auf die Frage, welche Zugeständnisse denn Trump eigentlich konkret gemacht hat? Welche Zusagen hat er getroffen? Welche Maßnahmen hat er eingeleitet?

Keine.

Keine einzige.

Wofür wird Trump dann kritisiert?

Journalismus heute

In etwa der 38. Minute des Videos steht der AP-Journalist Jonathan Lemire auf, zur letzten Frage, und versucht sich schließlich im aggressiven journalistischen Aktivismus, wie er u.a. durch CNNs Jim Acosta »berühmt« wurde. Lemire fordert Trump auf: »Würden Sie jetzt, mit der ganzen Welt als Zuschauer, dem Präsidenten Putin sagen, dass Sie verurteilen, was 2016 passiert ist, und dass Sie nicht wollen, dass er es je wieder tut?«

Wir müssen gar nicht diskutieren, ob das Journalismus ist. Es ist noch nicht einmal »Journalismus mit Haltung«. Es ist schlichter politischer Aktivismus (hier: nicht-gewählte politische Akteure), populistisch und sich für extra schlau haltend.

Die meisten Bürger schauen sich nicht die ganze Konferenz an. Sie vertrauen Leuten, die als Journalisten auftreten und von der Politik berichten. Eine Großzahl der Bürger erhält ihr Weltbild vorgefiltert von Aktivisten, die sich selbst für die besseren Politiker halten.

Funktionierende Demokratie setzt informierte Bürger voraus. Wenn diejenigen, die informieren sollen, aber selbst ganz offen als politische Akteure auftreten, ist »die Presse« nicht mehr ein Garant sondern eine Gefahr für die Demokratie.

Der Server

Trump und Putin sind beides Präsidenten, die Kommunikation im Zeitalter der sozialen Medien begriffen haben. Dazu gehört, dass sie wissen, dass ein Großteil ihres Publikums soziale Medien verstanden hat.

Jene Journalisten aber, die sich noch für »Elite« halten, hassen soziale Medien, weil diese ihnen ihre wichtigste gesellschaftliche Rolle nehmen. Früher waren Journalisten »Gatekeeper«. Sie entschieden, welche Information publiziert wird und welche nicht.

Trump tweetet an Journalisten vorbei, direkt zum Bürger und Wähler. Journalisten werden Trump nie verzeihen, dass er ihre beanspruchte Hoheit darüber, was das »einfache Volk« erfährt, nicht akzeptiert.

Trump und Putin haben in dieser Konferenz eine Praxis eingeführt, die man als »Drunterkommentar« im Twitter-Stil bezeichnen könnte. Wenn ein Journalist eine einseitige Information oder Frage postet, steht bald jemand bereit, der den Kontext ausleuchtet und damit der Aussage die Spitze nimmt.

Als jener Aktivist von der Agentur AP sein politisches Plädoyer abgab, antwortete Trump, unter anderem: »Es gibt Gruppen, die sich fragen, warum das FBI niemals den Server genommen hat. Warum haben sie nie den Server genommen? Warum wurde dem FBI gesagt, es solle die Büros der Demokraten verlassen?« (Daily Wire hat eine Analyse geschrieben, warum Trumps Frage eine Ablenkung ist: dailywire.com, 17.7.2018)

Man könnte es »Whataboutism« nennen – übrigens der Legende nach eine klassisch russische Taktik (die Putin auch im folgenden Interview mit Fox News applizierte). Ich denke, dass es mehr ist als Ablenkung. Doch zu viele Journalisten sind so sehr damit beschäftigt, Trump eins auszuwischen, dass sie gar nicht mitbekommen, was die Politiker wirklich mitteilen wollen.

Trump und Putin haben – und das ist meine Deutung – vor allem eine zentrale Aussage transportiert: Zu jeder gegebenen Zeit passieren 10.000 Dinge zwischen allen größeren Staaten, von denen sich jede einzelne skandalisieren ließe. Aktivistische Journalisten picken gerne immer nur jene Aspekte heraus, welche den politischen Gegner ihrer Redaktionen schlecht dastehen lassen. Doch: Dank sozialer Medien ist es recht einfach, die Gegenargumente in den Raum zu stellen. »Ich weiß, wie Dossiers gemacht werden« sagt Putin in Bezug auf ein wahrscheinlich ganz oder in weiten Teilen gefälschtes Anti-Trump-Dossier, an dessen Weitergabe der republikanische Trump-Hasser John McCain beteiligt war (siehe z.B. theguardian.com, 11.1.2017foxnews.com, 10.5.2018).

Taub vor Wut

Viele Journalisten haben sich so sehr in ihrem Anti-Trump-Aktivismus eingemauert, dass sie gar nicht mitbekommen haben, wie Putin durch die Blume einige Dinge sagte, die als Eingeständnis der Meinungsbeeinflussung gedeutet werden könnten. In Bezug auf die Firma »Concorde Management« (welcher Einflussnahmen in den 2016-Wahlkampf vorgeworfen werden, siehe z.B. cnn.com, 14.5.2018) streitet Putin ab, dass die russische Regierung mit dieser zu tun hat – und erwähnt ausgerechnet George Soros als Beispiel für einen politischen Akteur ohne Verbindung zur Regierung. (»But does that make him, his position the posture of the United States? No it does not.«, npr.org)

Nun ist es so, dass die George-Soros-Stiftung »Open Society« sehr wohl mit einigen Politikern freundschaftlich verbunden scheint und Seite-an-Seite mit Regierungen gegen den gemeinsamen politischen Gegner kämpft (siehe z.B. tichyseinblick.de, 3.5.2017), während sie in Ländern, deren Politik weniger »suizidal« ausgerichtet ist als die Regierung Merkel, eher misstrauisch beobachtet wird, etwa in seinem Geburtsland Ungarn (siehe z.B. welt.de, 15.5.2018) oder Israel (siehe z.B. jpost.com, 4.2.2018). Wenn Putin sagt, dass Russland von jener Firma so weit entfernt sei wie Soros den Regierungen fern ist, dann ist das mindestens spannend.

Die bezahlten »Qualitäts-Journalisten« sind förmlich taub vor Wut. Vielleicht fehlt der neuen Generation von Journalisten, die über wer-weiß-welche Beziehungen ins Amt gekommen ist, einfach nur die innere Spannweite, hinter den Vorhang aus Belanglosigkeiten zu blicken. Die beide Herren wollen ja, dass man versteht, was sie wirklich sagen – doch sie müssen es so sagen, dass sie es jederzeit bestreiten können.

»Wer Ohren hat, zu hören, der höre!« heißt es in der Bibel, und das scheint auch hier ein guter Rat zu sein.

Selig sind die Friedfertigen

Nein, nicht alle Journalisten sind empörte Affekthanseln. Es gibt sie noch, die ruhigen Denker, die kurz durchatmen und überlegen, was da passiert – und dabei auch ihre Kollegen nicht aus dem Blick verlieren!

Timo Lokoschat von der BILD-Zeitung schreibt zu der Pressekonferenz:

»Da ist sicher viel Kritikwürdiges am #TrumpPutinSummit, bei manchen Kommentatoren hat man allerdings das Gefühl, sie wären erst zufrieden, wenn sich die beiden vor laufenden Kameras anbrüllen oder besser noch einen Ringkampf veranstalten.« (@Lokoschat, 17.7.2018)

Was hätte Trump denn machen sollen? Bill Clinton war freundlich zu Putin. George W. Bush war freundlich zu Putin. Obama war freundlich zu Putin. Bei Trump aber wird es zum Vorwurf gemacht, dass er Putin nicht vor laufender Kamera auf die Nase schlägt.

Was hat Trump denn wirklich in Europa getan, in Bezug auf Putin? Er hat Druck auf Deutschland ausgeübt, das russisch-deutsche Pipeline-Projekt »Nord Stream 2« auf Eis zu legen (einige sagen, auch mit eigenem Interesse, siehe z.B. handelsblatt.com, 11.7.2018). Er insistiert, dass Deutschland aus eigener Kraft aufrüstet (siehe z.B. cnn.com, 11.7.2018). Auf Deutsch: Er handelt zum Vorteil Amerikas, er stärkt die Energie-Unabhängigkeit des Westens und er will Mitteleuropa de facto zwingen, endlich Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – und weil er Mitteleuropa stärker und unabhängiger von Russland machen will, ist er ein Putin-Knecht?! Es ist Journalisten-Logik, es ist nicht meine Logik.

Ein zynischer Witzbold könnte sagen, dass Trump in Wahrheit ein armer Mann ist, der tut, als sei er ein Milliardär – und Putin ein armer Mann, der tut, als wäre er ein armer Mann (siehe z.B. welt.de, 12.11.2007). Aber nein, ich glaube, dass spätestens jetzt sich beide inklusive aller Enkel und Urenkel keine Sorgen mehr machen müssen, wie sie den Kindern die Zahnspangen bezahlen. Beide, Trump wie Putin, sind Geschäftsleute, und so weit ich das überblicke, sind sie nicht von der Art, die im Krieg mehr verdienen als im Frieden. Trumps Hochhäuser und russische Energiefirmen gleichermaßen verdienen besser, wenn die Leute fröhlich umher reisen, Golf spielen und sich überteuerte Appartments leisten.

Es sind merkwürdige Zeiten. Man hat das Gefühl, dass die Mächtigen den Frieden wollen, aber die Journalisten auf Gedeih und Verderb den Dritten Weltkrieg herbeischreiben möchten.

Ja, wahrlich merkwürdige Zeiten! Wer Frieden will, der gilt bald als »Rechter«. Man sollte Trump nicht wörtlich nehmen, das stimmt, aber man sollte ganz genau hinhören, was für Wahlversprechen er abgab. Es war schon im Wahlkampf vielen Beobachtern klar – und Trump hat es explizit gesagt (siehe z.B. guardian.com, 25.10.2018) – dass das Kriegsrisiko unter Hillary Clinton höher wäre als unter Trump (siehe z.B. independent.co.uk, 25.10.2016).

Ich könnte falsch liegen, doch ich denke, in Helsinki ist aus unserer europäischen Perspektive etwas passiert, das noch problematischer ist, als das abgedroschene Trump-Collusion-Narrativ nahelegt.

In Helsinki hat Trump zu Putin gesagt: »Vlad, altes Haus, was machen wir mit Europa? Diese Merkel, mal ernsthaft?«

Darauf Putin: »Ach hör auf, ich kenne die, noch von früher. Und Angst vor Hunden hat die auch. Ne, Europa ist unzurechnungsfähig.«

Trump: »Unzu-was?«

Putin: »Stupid.«

Trump: »Yeah, incredibly stupid. Okay. Wir müssen Ordnung bringen nach Syrien. Und Nord-Korea. Und Iran. Und Israel! Ohne Europa, denn die haben gerade Afrika eingeladen und sind auf die nächsten 100 Jahre beschäftigt.«

Putin: »Charashow. Israel hat uns gebeten, denen mit Syrien zu helfen

Trump: »Eins noch: Habt ihr uns gehackt?«

Putin: »Wir, euch? Niemals. Ihr uns etwa?«

Trump: »Wir euch hacken? Never ever!«

(Beide lachen.)

Ich weiß, dass manche Journalisten es anders sehen, dass Linke plötzlich Blutlust spüren und Journalisten, die selbst vom Zweikampf mit Plastiklöffeln überfordert wären, plötzlich »Härte« verlangen. Sie reden vom Krieg und wissen nicht, was ihre Worte bedeuten. Wir redeten einst vom »gerechten Krieg« – manche Journalisten scheinen zu meinen, es gäbe einen »ungerechten Frieden«.

Ich kenne noch die Generation, die nachts aufwachte, weil sie den Kampf wieder und wieder nacherlebte. Ich kenne noch die Generation, die zu berichten wusste, wie der Kamerad nachts raus aus dem Graben ging, zum Scheißen, und dann schlugen die Granaten ein, und dann musste man den Kindheitsfreund in Stücken aufsammeln, Schienbein hier, Schädelhälfte dort.

Trump wird heute »Verräter« genannt und »nasse Nudel« (siehe z.B. bild.de, 17.7.2018). Er bekommt »Ratschläge» von George W. Bush (Afghanistan– und Irakkrieg) und Obama (10 mal so viele Drohnenschläge wie Bush, 20.000 Bomben).

Wer »nie wieder« sagt, der muss bei jedem Politiker fragen: Ist ein neuer Krieg mit ihm mehr oder weniger wahrscheinlich?

Man wird heute dafür böse angegangen (»Hetzer« oder »Rechter« ist da noch das Mildeste), doch ich glaube schlicht, dass nichts wichtiger ist als das menschliche Leben und nichts schlimmer als der Krieg.

Mein Motto ist »Ordne deine Kreise!«, doch wenn man Staatsmannn ist, muss es immer auch lauten: Ordne deine Kreise, so dass Frieden herrscht.

Ich werde mich immer für den Politiker und die Politik aussprechen, die nach meinem Verständnis den Frieden wahrscheinlicher machen. Wenn man mich dafür beschimpft, dass ich Frieden gut finde, dann betrachte ich das als Ehre.

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