So entsteht die politisch korrekte Einheitsmeinung

4. November 2018, von Dushan Wegner; Animation: der Autor, basierend auf dem NPC-Meme
Linker, der einst für US-Demokraten arbeitete, beschmiert Synagoge antisemitisch und will Feuer legen – in Medien aber wirkt es, als sei Trump schuld. Glauben Sie NIEMALS »einfach so«, was Leitmedien sagen! Hier dokumentiere ich ein Beispiel von vielen.
So entsteht die politisch korrekte Einheitsmeinung
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Wenn Sie einen der folgenden Filme nicht kennen, sollten Sie auf keinen Fall nach diesem Absatz weiterlesen: Total Recall, Der Zauberer von OzRepo MenVanilla Sky (bzw. das Original »Abres los ojos«), Mulholland Drive, Shutter Island, Sucker Punch – was haben diese Filme gemeinsam, abgesehen davon, dass es richtig gute Filme sind? (Man könnte auch Inception nennen, aber bei dem bin ich mir bis heute nicht ganz sicher.)

Nochmal die Warnung: wenn Sie die Filme nicht kennen, hören Sie jetzt mit dem Lesen auf, denn es folgt ein »Spoiler« (ich verrate einen wichtigen Aspekt des Endes). – Sie sind noch dabei? Gut. Hier ist die Gemeinsamkeit der genannten Titel: Die Handlung des Filmes stellt sich am Ende als nur ein Traum heraus. (Ich hatte Sie gewarnt!)

Gegen Ende jedes dieser Filme erkennen wir (oder es wird zumindest nachdrücklich impliziert), dass die meisten zuvor gezeigten Ereignisse nur als Traum im Kopf des Darstellers stattfanden.

Selbst innerhalb der Fantasiewelt, die jeder Film ja darstellt, ist praktisch nichts vom Berichteten real.

Das Erstaunliche und zugleich Erschreckende ist: selbst wenn wir diese Filme ein zweites Mal schauen, um die Traum-Illusion wissend, verlieren diese Filme nicht ihren Reiz! Selbst wenn wir wissen, dass alles nur ein Traum im Traum ist (insofern ist Inception eine Metapher auf Filme selbst), erleben wir die gezeigte Handlung genauso intensiv, und genießen wohlig schauernd die vibrierende Realitätsunschärfe.

New York

Haben Sie von den neuen Hassverbrechen in New York gehört? Ausgerechnet kurz vor dem achtzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht, ist laut Medienberichten in New York ein offensichtlicher Antisemit in eine Synagoge eingebrochen. Er beschmierte die Wände mit Sprüchen wie »Kill all Jews«, »Hitler«, »Jews better be ready« and »Die Jew rats we are here« (laut cnn.com, 3.11.2018), und versuchte sieben Synagogen in Brand zu stecken.

Bild.de berichtet über die Taten mit der Überschrift »Sieben Brandanschläge auf Synagogen in New York – „Tötet alle Juden“-Schmiererei in Synagoge gefunden«. Der Artikel schließt so:

Laut der „Anti-Defamation League“, einem Verein gegen Antisemitismus, ist die Zahl der Angriffe auf Juden seit dem Amtsantritt von Präsident Trump um 57 Prozent gestiegen. Kritiker werfen ihm vor, mit seiner Rhetorik den Hass gegen Minderheiten insgesamt zu schüren. Trump selbst erklärte, es dürfe „keine Toleranz für Antisemitismus in Amerika oder für irgendeine Form von religiösen oder rassistischem Hass“ geben. (bild.de, 03.11.2018 – 13:59 Uhr, abgerufen 4.11.2018)

Wenn Sie den Artikel kursorisch lesen, könnten Sie zum Schluss kommen, dass Trump irgendwie an diesen Schmierereien und dem versuchten Feuer die Schuld trage, da er »mit seiner Rhetorik den Hass gegen Minderheiten« schüre.

Auch Spiegel.de berichtet über dieselbe Tat. Bei Bild wird es beiläufig im Artikel erwähnt, bei Spiegel.de ist es die Headline, dass der Täter gefasst wurde: »Mann nach Brandanschlägen auf Synagogen festgenommen«.

Der Leser ist natürlich neugierig und man liest in den Artikel hinein, doch im Artikel steht als nähere Angabe nur (Stand 4.11.2018, ca. Mittag), dass der Mann bei der Festnahme »emotional verwirrt« gewesen sei.

Während Informationen zum Festgenommenen auf auffällige Weise fehlen, ist dem Artikel ein zweiter Artikel angehängt, zum Anschlag auf die Synagoge in Pittsburgh zuvor. In diesem zweiten, angehangenen Artikel wird nicht erwähnt, dass der Attentäter dort nicht nur Antisemit, sondern auch Trump-Hasser war, aber es wird eine andere Pseudo-Information eingebaut.

Der Artikel über Schmierereien an einer und versuchte Brandstiftungen auf sieben New Yorker Synagogen bei Spiegel.de endet (sich auf Pittsburgh beziehend!) so:

Unter den sechs Verletzten war auch Mallingers 61-jährige Tochter. Bowers soll der Verfasser einer Reihe judenfeindlicher Botschaften im Onlinenetzwerk Gab.com sein. Dieses ist bei weißen Nationalisten und Mitgliedern der rassistischen Alt-Right-Bewegung beliebt. (spiegel.de, 3.11.2018, 18:10; abgerufen 4.11.2018, gegen Mittag)

Wenn man beide Artikel oberflächlich überfliegt, könnte man zum Schluss gelangen,  dass a) der Schmierer und versuchte Brandstifter von New York von Trumps Rhetorik motiviert wurde, und b) dass irgendwie Gab.com involviert sei, was angeblich bei Rassisten beliebt sei. Mit anderen Worten: wenn man die beiden Artikel bei Spiegel.de und Bild.de für sich allein nimmt und nicht präzise darauf achtet, wo das Thema dreht und wo von Bericht (X ist passiert) zu emotionalen Null-Aussagen (Kritiker werfen Y vor) gewechselt wird, und wenn man nicht nachhakt zu all den fehlenden Informationen über den Täter, wird man exakt zur linken Einheitsmeinung gelangen: »Trump motiviert böse Leute, die sich auf bösen Internet-Plattformen treffen und dann böse Dinge tun.«

Ich glaube nicht einmal, dass die Filterung gemäß linkem Narrativ (in allen Fällen) beabsichtigt ist; es kann gut sein, dass sich diese Gewichtungen einfach so in die Redaktionsarbeit einschleichen – es ist ja hektisch dort! – doch der Effekt ist oft derselbe.

Nicht wirklich höflich

Es gibt (mittlerweile) mehr Informationen zum mutmaßlichen Täter, deutlich mehr. Dank Internet können sogar New York Times und CNN die Wahrheit immer weniger ignorieren – also versuchen sie sofort den bekannten Psychische-Probleme-Spin.

Anders als der merkwürdige angehangene Artikel bei Spiegel.de es indirekt vermuten lässt, war der Festgenommene keineswegs ein »weißer Nationalist« oder Teil der »rassistischen Alt-Right-Bewegung« – er war schwarz.

Letztes Jahr veröffentlichte die New York Times einen Text über James Polite. Man erfährt, wie er im Wahlkampf für Barack Obama aktiv war und dass er für die US-Demokratin Christine C. Quinn aktiv war (nytimes.com, 14.12.2017). Mittlerweile hat Quinn ein Statement auf Twitter veröffentlicht, wie sehr sie das alles schockiert.

Quinn hat, bis heute, auf ihrem Twitter-Feed ein Foto von sich hinter einem Resist-Rednerpult und einer Regenbogenflagge. Polite arbeitete als Praktikant an Anti-Hass-Projekten. Im Internet kursieren Meldungen, wonach James Polite im Internet auch unter dem Alias »Aabraham Aali« auftrat und als solcher etwa Bilder der brennenden US-Flagge postete.

Ich weiß nicht, ob Bild.de oder Spiegel.de planen, ihre Stories zu erweitern. Es kann sein, dass Spiegel später, wenn die Narrativ-Bestätigung ihren Dienst getan hat, die Meldung still und leise ergänzen wird. (Man erinnere sich etwa an die Demo in Paris, wo Spiegel.de erst von festgenommenen Identitären sprach, um dann fast einen Tag später, als es sich längst verlaufen hatte, zu korrigieren und richtig anzugeben, dass es tatsächlich Linksextreme waren, die wegen Waffenbesitz festgenommen wurden, siehe spiegel.de, 26.11.2017; aber auch den Syrer, der Hakenkreuze schmierte und Feuer legte, was selbst danach Linke nicht von Mahnwachen »gegen rechts« abhielt, siehe welt.de, 10.4.2016.)

Polite heißt übersetzt »höflich«. Litt er unter dem sich immer weiter öffnenden Delta zwischen linkem Narrativ und der Realität, und wollte die Realität mit seinen Taten so aussehen lassen, wie linke Medien ihm erzählten, dass sie aussieht? War er unter der Oberfläche, wie so manche Linke, ein heimlicher Antisemit? Auf jeden Fall war seine Tat nicht höflich. Ich überlasse es den Psychologen, die Motivationen und Ursachen für die mutmaßlichen Taten von James Polite festzustellen; Anti-Trump-Medien haben ja schon begonnen, auf alle Tränendrüsen zu drücken, um Entschuldigungen zu finden, etwa New York Times:

Er hat viel von seiner Kindheit in Pflege verbracht, und lebte in 13 Haushalten. Er kämpfte mit psychischer Krankheit und Drogensucht, als er versuchte, das College zu beenden. (nytimes.com, 3.11.2018, 2ter Absatz, meine Übersetzung).

Lesen Sie den Tränendrüsen-Text selbst (englisch by nytimes.com), und fragen Sie sich, wie viel Verständnis und Empathie ein mutmaßlicher Täter von der Linken bekommen würde, wenn er zuvor für Trump oder Republikaner gearbeitet hätte – und ob er ebenso schnell von den Titelseiten verschwinden würde.

Damit linke Einheitsmeinung entstehen kann, braucht es Medien, die ein »Trump ist böse«-Narrativ bedienen – ob sie es absichtlich tun oder aus Versehen. Wenn die Fakten direkt widersprechen, lässt man eben störende Fakten weg und wechselt mitten im Artikel das Thema. Was bleibt ist die Emotion, die politisch korrekte Empörung, und eine auf Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen gebaute Überzeugung, moralisch überlegen zu sein. (Siehe auch: »Non-Player Characters (NPCs) und das automatisierte politische Denken«, woher auch die Inspiration zur animierten Illustration dieses Textes stammt.)

Red Pill

Wer nichts als Leitmedien konsumiert, von A(RD) über S(piegel) bis Z(DF), der lebt wie in einem Traum, welcher mit der Realität, befürchte ich, nur zufällig und nach Bedarf übereinstimmt.

Es ist klug von Donald Trump, in die kommenden Midterm-Wahlen mit dem Slogan »Jobs not Mobs« zu gehen (siehe z.B. Fox News auf YouTube, 23.10.2018). Die US-Demokraten, ähnlich wie in Deutschland die Grünen, wenden sich an den linken Mob, der linke Halbwahrheiten konsumiert und »Wir sind mehr!«-grölend durch die Straßen zieht. Trump wendet sich, wie schon 2016, an Bürger, die einfach nur einen Job, Ruhe vor der Antifa und sichere Grenzen wollen – und ansonsten Trump einen guten Mann sein lassen möchten.

Nicht alle Filme enden damit, dass alles nur ein Traum ist. Ein ganz bestimmter Film beginnt mit der schockierenden Feststellung, dass die Realität nur ein Traum ist: Matrix. Die symbolische Szene steht als politischer Slogan, der Linke geradezu rasend macht: die rote Pille, die den Helden aus dem schönen, aber falschen Traum aufwachen lässt.

Was ist die »rote Pille«? Wie wacht man auf aus dem Traum? Freie Denker können helfen, doch am Ende des Tages musst du selbst aus deiner selbst verschuldeten Unmündigkeit herausgehen. Glaube keiner Nachricht, nur weil sie in den Leitmedien lief.

Stelle fest, was sie sagen, und was auffälligerweise nicht.

Suche, welche Information fehlt! Frage, was sie weglassen und warum wohl.

Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

 

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