Die Hand im Motorhäcksler

Dinge sind wie sie sind, und sie haben immer Konsequenzen. – Es sind oft diese einfachen Wahrheiten, denen wir auf Nachfrage ohne Zögern zustimmen, die aber in der großen Debatte verloren zu gehen drohen.

Früher hatten wir Lehrer, Bücher, ja sogar Politiker und Intellektuelle, die uns solche einfachen, aber wichtigen Wahrheiten lehrten. – Heute haben wir Propagandisten und Schnellsprecher, die uns Gehorsam und Unterwerfung als Weisheit und Erlösung verkaufen. Früher zeigten uns die Großen einen Weg in die Zukunft. Heute wedeln sie ihre dünnen Ärmchen, damit wir den Abgrund hinter ihren weichen Fingerchen nicht entdecken.

Es fehlt heute nicht nur an Bildung, also am Latein und am Griechisch und am Klavier sowieso. Es fehlt zuerst – und ganz schmerzlich – an Lebensbildung, also etwa: Erst denken, dann reden. Oder: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Und, eben: Taten und Ereignisse haben Konsequenzen.

Die Handlungen des Menschen haben Folgen. Auch Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe, haben Folgen. Mit beidem muss ich zu leben lernen. Wie lerne ich, mit den Weltfakten und ihren Folgen zu leben? Der Beginn muss doch sein, anzuerkennen, das ist was ist. Selbst das ist doch in diesen moralbetrunkenen Zeiten ein Skandal: Zu sagen, dass ist, was ist. – Mehr Skandal wagen!

Wer seine Hand in den Motorhäcksler steckt, wird nie wieder Geige spielen können. Wer ohne Hand geboren ist, auch nicht. Unschuld befreit nicht von Konsequenz – Reue auch nicht.

Ich sehe Menschen, denen – um in diesem Bild zu bleiben – eine Hand fehlt. Sie wollen die Welt zwingen, zu tun, als könnten sie dennoch die Geige spielen.

„Oh, was für ein schönes Geigenspiel!“, rufen daraufhin die Gehorsamen. Und: „Was für ein feiner Bogenstrich!“ – Was für eine Farce.

Es fehlt an Lebensbildung. Es fehlt am einfachsten Brot. – Dinge sind, wie sie sind, und sie haben immer Konsequenzen.

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