Regierende prägen die Regierten. Im Frankreich des neunzehnten Jahrhunderts wollten Bürgerfrauen sich kleiden wie die Damen am Französischen Hof. John F. Kennedy gab den USA eine »Aufbruchstimmung«, die bis heute als Vorbild für Aufbruchsstimmungen gilt (Stichwort: »Mondfahrtprojekt«). Ludwig Erhard, vor allem als Wirtschaftsminister, gab deutschen Unternehmern das Original-»Wir-schaffen-das«-Gefühl. Donald Trump gibt vielen Amerikanern etwas vom Stolz zurück, den die »links-intellektuelle Elite« in ihrer Verachtung des »einfachen Menschen« ihnen zu nehmen drohte.

Wie prägt Merkel das Land? Wie prägt sie mich?

Merkel hat die kurzsichtige Reaktion als politische Handlungsweise etabliert. »Den Plan kann ich nur geben, wenn ich einen habe«, so lehnt Merkel bei Will ab, ihren Plan zu nennen. Der ehrlichste Satz ihrer Amtszeit?

Ob Atomausstieg, Euro-Rettung oder Grenzöffnung – Merkel steht für Reagieren statt Regieren. Zu oft muss sie auf die Folgen ihrer eigenen Planlosigkeit reagieren.

Ich will mich nicht von Merkel prägen lassen. Ich weiß, dass Gott über die Pläne des Menschen lacht. Aus Insiderkreisen habe ich aber gehört: Gott schüttelt den Kopf über die Planlosen. (Wir lernen: ER nimmt uns so oder so nicht für voll. Kann man es IHM verübeln?)

Ich will nicht, dass mein Leben auf händeringende Reaktion reduziert ist. Ich versuche, trotz und wegen allem, mein Leben nach vorne zu planen. Wo will ich hin? Welche Wege will ich meinen Kindern offenhalten? Bewege ich mich tatsächlich dahin? Was ist der Plan B, wenn meine optimistischsten Erwartungen nicht eintreffen?

Ich will nicht sein wie Merkel. Ich will planen und handeln, vor der Zeit.

Eine extremst bekannte Lebensweisheit vom Hockeyspieler Wayne Gretzky lautet: »Gehen Sie dorthin, wo der Puck sein wird, nicht dorthin, wo er war.« – Ein sehr banaler Rat für Menschen, die im realen Leben bestehen müssen. Und das Gegenteil der Merkel-Politik.

Merkel wartet, bis der Puck im eigenen Tor ist, stellt sich dann in Rautehaltung hin und sagt: »Wir sind alle betroffen von diesem Tor.«

Don’t be like Merkel. Be like Gretzky.

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