»Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen!«, wird gesagt, während man Weihnachtsgottesdienste mit paramilitärisch aussehender Polizei und Personenkontrollen sichert.

Die Guten müssen sich hinter Zäunen und Waffen verbarrikadieren, während die Bösen dank Schengen frei durch Europa reisen. Der Tote war wahrscheinlich nicht der einzige durch Europa tingelnde Terrortourist.

Die alte Freiheit ist fort. Zu viele gefährliche Menschen sind nach Europa gekommen. Ideologen und ihre Medienfreunde werden dafür sorgen, dass sie nicht wieder abreisen.

Die neue Freiheit wird »abgeschottete Freiheit« sein. Wir werden uns privat abschotten von der »Welt da draußen«. Der Trend hat ja bereits begonnen, er wird nur viel intensiver werden. Heimkino statt Multiplex. Privatparty statt Partymeile. Garten oder Balkon statt öffentlichem Park. Auch »einfache Menschen« werden beginnen, ihre Freizeit zu gestalten, wie »reiche Leute« es schon immer getan haben. Es war übrigens ein besonderes Merkmal der Titanic, dass sie den Erste-Klasse-Passagieren besonders viel private Rückzugsmöglichkeiten bot.

Menschen holen im Privaten nach, was der Regierungsirrsinn im Großen sich weigerte zu tun: Sie ziehen Grenzen. Sie schützen sich.

Das Problem der »neuen Freiheit«: Sie ist nur bedingt »sozial«. Sie erlaubt keine Zufallsbekanntschaften. Die virtuellen Filterblasen werden real. Und: Abschottung ist teuer. Öffentliche Parks waren einst die sozialste aller Einrichtungen. Private Parks, oder auch nur Gärten oder Terrassen, muss man sich erst leisten können.

Wozu noch argumentieren? Wenn professioneller ISIS-Terror mit Toten und Schwerverletzten unsere eigenen latent suizidalen Fanatiker nicht zum Umdenken zwingt, dann wird kein Argument sie bewegen. Das Schiff ist aus dem Hafen und wer vor Eisbergen warnt, gilt als Hetzer.

Die Frage scheint mir eher, wie man sich abfindet und einrichtet.

Die begrenzte Freiheit könnte ja auch Vorteile haben. Wir entdecken vielleicht die alten Bücher neu, etwa die alten Russen, die uns ja auch von privaten Bällen und Empfängen berichten. Wir nutzen unseren Netflix-Account so richtig aus. Und einige von uns entdecken die alte Kunst des Gesprächs aufs Neue.

Ich habe Zweifel, dass protestieren noch hilft. Wenn Sie es aber tun, werde ich Sie unterstützen!

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