Ja, man kann unlogische Forderungen durch Triggern von Emotionen »durchsetzen«, aber es erfordert Energie und ist auf Dauer instabil.

Nehmen Sie etwa jene Leute, die gleichzeitig Parkdecks für Frauen (gemeint: Menschen mit weiblichen Primär- und Sekundärmerkmalen) fordern – aber Unisex-Toiletten einführen wollen. Das ist unlogisch. Entweder gilt es als Wert-Prämisse, dass Frauen besonders geschützt werden müssen, oder es gilt nicht. Wenn Entscheidungen nachhaltig funktionieren sollen, dürfen die jeweils zu Grunde liegenden Prämissen sich zumindest nicht widersprechen.

Wenn es logisch nicht funktioniert, wird es früher oder später auch praktisch nicht funktionieren. Eins und Eins ergibt nur solange Drei, wie die Bank die fehlende Eins pumpt. »Alle Menschen werden Brüder« geht nur so lange gut, wie jene, die nicht Brüder werden wollen, dem Singfest fernbleiben.

Es ist die Aufgabe von Kritikern, die Kartenhäuser der Unlogik früh genug einzureißen. Wenn man die Pappkasernen zu lange stehen lässt, werden sich zu viele Menschen in ihnen einrichten und der unausweichliche Kollaps wird dann um so verheerender ausfallen.

Die Logik-Praxis-Regel: Das theoretisch Unlogische wird in der Praxis kollabieren. Wer das Unlogische bekämpft, der hilft, späteren Schaden zu vermeiden.

(Übrigens: Die Logik-Praxis-Regel ist verwandt mit der Vorstellung-Realität-Schere – sie kommt aber ohne »Realitätscheck« aus.)

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