Die Instrumentalisierung des Deniz Yücel

17. Februar 2018, von Dushan Wegner; Bild von Jessica Ruscello
Ich werde den Eindruck nicht los, dass Deniz Yücel instrumentalisiert wird. Ob von der Politik, das weiß ich nicht. Von den Medien aber auf jeden Fall. Er äußert unschöne Dinge, die sie selbst sich (noch) nicht zu sagen trauen – damit schieben sie ihn vor.
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Es gibt nicht viele Berliner Redaktionen, die von einem Chef mit ausländischen Wurzeln geleitet werden, sich aber an das deutsche Publikum wenden, und mit ausländisch meine ich hier Orient, Afrika oder Ostblock, nicht die Kinder des kleinen Grenzverkehrs mit europäischen Nachbarstaaten. Nein. Es ist schon ein recht homogener Club.

Ausländer und selbst in Deutschland geborene Ausländerkinder sind im Medienbetrieb meist nur Zulieferer. Es wäre ja auch strukturell noch immer eher unwahrscheinlich, dass ein Eingewanderter oder seine Kinder an höchste Verantwortung im Medienbetrieb gelangen. Man muss sich hochgedient haben, vom Volontariat an, also muss es schon vor Jahrzehnten eine entsprechende Infrastruktur gegeben haben. Das ist ja nicht unbedingt schlecht! Selbstverständlich sollte ein Unternehmen ein gewachsenes Netz sein, in dem Mitarbeiter mit Verdiensten und auch kommunikativen Fähigkeiten nach oben gekommen, könnte man argumentieren. Quereinsteiger sind eben quer. Solche Veränderung braucht Zeit, um nicht zerstörerisch zu wirken.

Nein, in Berliner Redaktionen finden wir an verantwortlicher Stelle meist eher Westler, nicht selten aus praktischen Gründen kinderlos (wer 14 Stunden am Tag arbeitet, der hat entsprechend weniger Zeit für Familie – faul sind sie ja wahrlich nicht, diese Meinungshäuptlinge!), die fremde Kulturen im besten Fall aus früheren Einsätzen etwa als Auslandskorrespondent kennen – damals, in der „guten alten Zeit“, als echte Auslandskorrespondenten sich zu halten noch ein öffentlich wahrgenommenes Statussymbol war.

Und dann gibt es Kolumnisten wie Deniz Yücel. Er wurde in Flörsheim am Main als Kind von Gastarbeitern geboren. Er ist Deutsch-Türke mit zwei Pässen.

Der schreibende Yücel ist in seiner TAZ-Zeit durch hasserfüllte Äußerungen aufgefallen – und zwar im Job, veröffentlicht durch eine Redaktion, nicht etwa in persönlichen E-Mails oder privaten Chats. Zum Beispiel in der Causa Kiyak.

Die im schönen niedersächsischen Sulingen geborene Mely Kiyak hatte über den Merkel-Kritiker Thilo Sarrazin geschrieben:

„diese lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur, die Sonntagabend in Ruhe das tun darf, was er am besten kann; das Niedrigste im Menschen anzusprechen. Ich meine Sarrazin.“
– erschienen bei FR und BZ, hier von JF dokumentiert

Es gab Kritik an dieser Kritik, vor allem von Menschen mit Geschichtsbewusstsein. Kiyak „entschuldigte“ sich. Die Berliner Medienszene solidarisierte sich mit Kiyak und machte damit unmissverständlich deutlich, dass für sie die Würde des Menschen nach Grundgesetz Artikel 1 nur für Menschen mit „richtiger Meinung“ gilt. – Wer nichts hat, woran er sich festhalten kann, außer den Flicken und Fäden seiner Ideologie, dem ist der Abweichler stets das erste Objekt des Hasses, denn dieser bedroht durch gegenläufige Gedanken, ja schon durchs bloße Vorführen einer zusätzlichen Möglichkeit, den Strohhalm, an den sich der Verängstigte klammert.

Einer derer, die sich Kiyak an die Seite stellten, etwas Gift und viel Galle spuckend, war Herr Yücel, damals von der TAZ.

Yücel arbeitete als Journalist u.a. in verschiedenen Rollen für die Jungle World, welche interessanterweise ja einst entstanden ist im Kontext eines Arbeitskampfes bei der Jungen Welt, also dem einstigen Zentralorgan der DDR-Jugendvereinigung FDJ, wo Frau Merkel bekanntlich Sekretärin für etwas zweifelsfrei Harmloses war. Schön, wenn in Berlin immer wieder alles so ineinandergreift. (Aber ich schweife in die Geschichte ab – zurück zum Hass von heute!)

Zur Verteidigung von Kiyak griff Yücel in Sachen Sarrazin in der TAZ zum extra giftigen Wörterbuch:

„Buchautor Thilo S., den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten.“
Yücel in der TAZ, hier dokumentiert von tagesspiegel.de

Das Landgericht Berlin entschied, dass die verantwortliche TAZ an Sarrazin 20.000 Euro zahlen musste, wegen „schwerer Verletzung des Persönlichkeitsrechts“. – Seine Hetze gegen Deutschland vom Jahr zuvor („Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“) gilt wohl als „Satire“ oder „Glosse“ – sie ist sogar noch online. Wenn er als Deutscher über Türken gesagt hatte, was er über Deutsche sagte, was wären eigentlich die Reaktionen der Deutschen Behörden und Medien gewesen?

(Broder sagte übrigens 2012: „Die taz ist und bleibt der kleine Stürmer“. 2015 wurden Yücel und er eben Quasi-Kollegen – eine Zeitung als Integrationsexperiment.)

Zu seiner Freilassung wird Yücels Sarrazin-Episode in der Bild so beschrieben: „In seinen „taz“-Kolumnen provozierte er und eckte an, vor allem in der Konfrontation mit Buchautor Thilo Sarrazin“ – bild.de, 16.02.2018. Yep, das läuft unter Verharmlosung.

Im Wir-schaffen-das-Jahr 2015, als viele Menschen der Berliner Presse vorwarfen, eh alle das Gleiche zu sagen und austauschbar zu sein, wechselte Yücel von der TAZ zur Welt, als Türkei-Korrespondent. 2017 wurde Yücel in der Türkei verhaftet. Es wurden ihm wohl Volksverhetzung und Propaganda für die PKK vorgeworfen. Er saß ein Jahr lang ohne Anklage oder Prozess in Haft, davon einen Großteil in Einzelhaft.

Und jetzt ist Yücel wieder frei.

Die Umstände seiner Freilassung sind so fragenbeladen wie die seiner Festnahme. Herr Gabriel hat gesagt, dass es keinen „Deal“ mit der Türkei dafür gegeben hätte. Wir wissen, dass es stimmt, denn der Herr Gabriel ist bei der SPD und Sozialdemokraten können nicht lügen.

Wissen Sie, wer ebenfalls nicht lügen kann? Richtig, Journalisten.

Deutsche Medien, allen voran natürlich Yücels Arbeitgeber Die Welt, haben im Jahr seiner Verhaftung eine mediale Kampagne unter dem Hashtag #freedeniz initiiert und am Leben gehalten. Begleitet wurde die Kampagne von einem schnauzbärtigen Porträt Yücels, das in der Stencil-Optik und in der bald ins erotisch abgleitenden Verehrung an den linken Kult um Che Guevara erinnerte – und solches Übel hat der Schreiber Yücel wirklich nicht verdient.

Es gab verräterische Formulierungen, die man während dieser Kampagne immer wieder hörte – die Fettschreibung in folgenden recht zufällig ausgewählten Zitaten ist von mir:

Wie geht es für Deniz Yücel und die anderen Gefangenen weiter?
– daily.spiegel.de

 

Wir verstehen nicht, warum es nicht möglich sein kann, dass unser Generalkonsul Herrn Yücel und die anderen deutschen Gefangenen in der Türkei regelmäßig besucht“, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer.
– Quelle: deutschland.de

 

Deniz Yücel und die anderen friedlichen politischen Gefangenen in der Türkei sind freizulassen.
gruene-bundestag.de

Man sprach, wenn man sie überhaupt erwähnte, immer nur von Yücel und den anderen. Kein deutscher Gefangener in ausländischen Gefängnissen hat in den letzten Jahren eine solche Überhöhung erfahren wie Deniz Yücel. Es fiel mir in den letzten Monaten schwer, bei den vielen Journalisten, die routiniert #freedeniz twitterten, ihren Einsatz für Meinungsfreiheit und Menschenrechte anhand ihrer übrigen Biographie zu bestätigen.

Yücel wurde zu einer Figur aufgebaut, die er nicht ist. Yücel ist kein Freiheitskämpfer. Bei der TAZ schrieb er für eine verklemmte Klientel in der Hauptstadt und deren Vororten bundesweit, ähnlich wie Böhmermann oder Shapira, also ein Publikum, das linke Ressentiments, bewährte Stanzen und die Angst vorm abweichenden Gedanken für „frech“ und „lebendig“ hält, wenn diese nur unhöflich daherkommen. Alte FDP doof, weil „Hass auf die Armen“, aber irgendwie fehlte sie doch, weil Individualität.Gegen Pegida, weil die nicht wirklich „Sorgen“ haben.Broder kann gut formulieren, muss er es nur mit der Meinungsfreiheit immer so übertreiben? Und so weiter, und so fort. Inhaltlich betulich. Gelegentlich in der Formulierung vulgär. Wenn von TAZ über Springer bis zum Außenminister alle dich mögen, dann bist du vielleicht vieles, aber garantiert nicht neu, individuell oder mutig.

Apropos Springer! Welt-Chef-Poschardt wird von seinem eigenen Laden mit diesen Wörtlein zitiert:

Deniz ist frei, wir freuen uns so
welt.de, 16.2.2018

Es soll wohl persönlich klingen. Freundschaftlich und liebevoll. Seien Sie mir nicht böse, aber ich finde, dass es ans Schmierige grenzt, mindestens aber paternalistisch daherkommt.

Einen Menschen öffentlich mit dem Vornamen anzureden soll Nähe simulieren. Wen spricht man noch mit Vornamen an? Kinder. – Und der Nachsatz: „wir freuen uns so“, das ist Kindersprache.

In der Video-Ansprache dazu betont Poschardt übrigens – wieso auch immer – dass in der Causa Yücel die Medien „solidarisch“ waren und explizit nicht immer gesagt haben, „was ist“, sondern auch mal auf Berichte verzichtet haben, wenn es Deniz hätte schaden können. In einer Logik, die sich mir nicht unmittelbar erschließt, sei das Zurückhalten von Informationen wohl gerade wichtig gewesen, in einer Zeit, in der „viel zu oft schlecht über Medien geredet wird“. (Schauen Sie selbst.) Äh, Herr Poschardt, bestätigt das taktische Zurückhalten von Informationen nicht gerade die Vorurteile gegenüber einer „Lückenpresse“? Und, natürlich: Welche Informationen zur Freilassung werden heute noch zurückgehalten?

Herr Yücel hat in Berlin geschrieben, was man in Berlin so schreibt. Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass Yücel instrumentalisiert und benutzt wird. Ob er politisch instrumentalisiert wurde, das wissen wir nicht offiziell. Wir haben nur die Aussage eines SPD-Politikers. Wir wissen nur, dass Informationen zurückgehalten wurden, nicht aber, welche. (Wenn Yücel trotz aller Beteuerungen doch Verhandlungsmasse gewesen war, dann wurde der Wert dieser Verhandlungsmasse deutlich gesteigert durch die Kampagne des vergangenen Jahres.)

Doch Yücel wird auch und vor allem publizistisch instrumentalisiert – und zwar schon vor seiner Gefangenschaft.

In der Berliner Meinungsklasse ist – mindestens von außen – seit Jahren ein gewisser Suizidalismus zu beobachten. Sie hassen den Ast, auf dem sie sitzen. (Im Tagesspiegel schreibt aktuell Deniz Utlu darüber, wie schlimm „rechts“ der Begriff „Heimat“ sei – was für ein trauriges Elend ist dieser Hass aufs eigene Land!) Sie stacheln jene an, die am liebsten den ganzen Baum abbrennen würden. („Danke, liebe Antifa!“, Tagesspiegel 2014)

(Randnotiz: Man könnte das ganze Phänomen Merkel als den kanzleringewordenen Geist der Berliner Suizidalisten deuten. 2002 hat Merkel die Begrenzung der Zuwanderung gefordert: „Bevor wir neue Zuwanderung haben, müssen wir erstmal die Integration der in Deutschland lebenden Kinder verbessern.“ – Der Medienwind hat sich gedreht, und damit Merkel. In der Epoche, als Der Spiegel vor ungeordneter Zuwanderung warnte, warnte auch Merkel davor. Mit heutiger suizidalistisch abdriftender Presse öffnet Merkel eben die Grenzen. Merkels Wille als Golem der Hauptstadtpresse?)

Ich sehe die Erhöhung des Mitschreibers Deniz Yücel als Instrumentalisierung. Er hat Texte geschrieben, die sogar vom Gericht als Hass gedeutet wurden – das stört die Medienklasse nicht. Wer Art. 1 GG nicht für den politischen Gegner gelten lässt, den stört auch gerichtlich festgestellte Menschenverachtung nicht. Wir haben Haltung, wir brauchen keine Moral. Er hat offenen Hass auf Deutschland geäußert – die Reaktion der Hauptstadtpresse ist Jubel und Verehrung. In einer Orwellschen Umdeutung hat Außenminister Gabriel ihn zu einem „deutschen Patrioten“ erklärt. Patriot ist, wer sein Land hasst? Das ist unsinnig, das ist ein linker Orwellismus. Krieg ist Frieden, Unwissenheit ist Stärke, Hass aufs eigene Land ist Patriotismus. Yücel äußerte den linksintellektuellen Hass auf Deutschland, den sie sich selbst nicht so deutlich auszusprechen trauen.

Es ist gut, dass Yücel frei ist. Es stellt der Demokratiefähigkeit der Völker in und um Europa ein erbärmliches Zeugnis aus, im einundzwanzigsten Jahrhundert noch immer Meinungen und Berichte mittels Gefängnis, Accountsperren oder Geldbußen verbieten zu wollen.

Doch Yücel wird zur Projektionsfigur aufgebaut. Die Verehrung, die vor seiner Haustür angehäuft wird, sagt mehr über den politischen-medialen Komplex als über ihn aus.

Hätte Gabriel ihn als Patrioten gepriesen, wenn er wirklich ein Patriot im klassischen Sinn wäre? Ich weiß es nicht. – Hätten sie sein Konterfei auf T-Shirts getragen, wenn er statt das deutsche „Völkersterben“ zu feiern, zur Verteidigung deutscher Werte und zum Studium deutscher Literatur aufgerufen hätte? Um Himmels Willen, Nein! – Hätten sie ihn liebevoll „Deniz“ genannt, wenn er gefragt hätte, ob Sarrazin nicht auch in der Sache hier und da recht hatte? Im Leben nicht.

Es ist gut, dass Deniz Yücel frei ist. Ich teile den von ihm geäußerten Hass wahrlich nicht. Doch Meinungsfreiheit ist immer zuerst die Freiheit der unappetitlichen Meinung – auch wenn Herr Yücel selbst da wohl Diskussionsbedarf sieht was die Meinung von Leuten angeht, die er als „Arschgeige“ einordnet. (Andersdenkende als „Arschgeige“ titulieren, da klatscht der Mitläufer besonders saftig.) Es ist sehr gut, dass Deniz Yücel frei ist. Alles andere als schön ist seine Instrumentalisierung durch mittelalte Männer in diversen Berliner Fluren.

Nachtrag 22.2.2018

Die AfD hat für den 22.2.2018 den Antrag 19/846, „Verhalten der Bundesregierung im Fall Deniz Yücel“ in den Deutschen Bundestag eingebracht.

Darin fordert sie:

Es ist dringend dem Eindruck entgegenzutreten, dass die durch nichts begründete bevorzugte Behandlung des Deniz Yücel durch die deutsche Regierung etwa eine Billigung seiner Deutschland-feindlichen Äußerungen einschließt. Dies kann nur durch öffentlich ausgesprochene Missbilligung geschehen.
AfD, Deutscher Bundestag, Drucksache 19/846

Mit Verlaub: Das erinnert doch genau an die anti-freiheitlichen, teilweise verfassungsrechtlich bedenklichen Maßnahmen, welche die Merkel-Regierung etwa mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz oder den propagandistischen Aktivitäten des Familienministeriums betreibt, wo Politik in die öffentliche Meinungsbildung eingreift. Soll der Bundestag allen Ernstes nun die Schriften eines einzelnen Schreibers verurteilen? Ja, die Kanzlerin hat Sarrazin verdammt („nicht hilfreich“), ohne ihn gelesen zu haben. Ja, die SPD hat Anteile an erschreckend vielen Zeitungen, was einem viel über die Medienlandschaft in Deutschland sagt. Ja, dem Noch-Justizminister scheint Meinungsfreiheit ein Dorn im Auge zu sein. Diese Entwicklungen sind falsch und gefährlich. Wer aber Merkel und die SPD in ihren demokratisch fragwürdigen Gedankengängen kopiert, sollte sich nicht „Alternative“ nennen. Die Politik hat sich aus der Publizistik herauszuhalten, das gilt auch und besonders für den Bundestag und die Regierung. 

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