Der Gipfel der Absurdität

30. Oktober 2018, von Dushan Wegner; Bild: Collage (DW) mit Bildern von Les Anderson, Delaney Dawson & Josep Castells
Trump-Hasser mordet – und Trump ist angeblich dran schuld. Merkel tritt irgendwie zurück, aber dann doch nicht gleich. Journalisten übernehmen Forderungen von »Rechten« und schimpfen dennoch auf diese. Haben wir schon den Gipfel der Absurdität erreicht?
Der Gipfel der Absurdität
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Bevor es Bildschirme gab, liebe Kinder, damals in den Zeiten, die euch heute Angst machen, damals als die Menschen noch kleine Kätzchen quälten, als sie selbst dachten und auch sonst böse Dinge taten, damals gingen die Menschen jeden dritten Abend und am Sonntag sogar morgens ziellos in der »Natur« umher, in »Parks«, rund um »Parkseen«, und sie nannten diese ungesunde Gewohnheit das »Spazieren«.

Es war eine verdächtige Unart, ohne Überwachungsgerät und sogar ohne Markenkaffee im Papierbecher umherzugehen, doch sie war so weit verbreitet, dass einige Hetzer sogar im Sommer eigens in die Berge fuhren, um den ganzen Tag derart umherzugehen, und diese Tätigkeit nannten sie »wandern«.

Heute wissen wir es besser, heute haben wir solchen Populismus verbannt. Bundeskanzler Habeck hat uns erklärt, warum es besser ist, im Fitnessstudio auf dem mit Ökostrom betriebenen Laufband zu trainieren und über die Fernseher die Durchsagen der Grünen Einheitspartei zu empfangen, doch damals wussten es die Menschen nicht besser.

Damals also, als die Menschen »spazierten« und »wanderten«, da konnte es passieren, dass sie am Fuße eines Berges standen – in jenen barbarischen Zeiten hatten sie noch kein Navigationsgerät bei sich – und da fragten sie sich, wie man denn hinaufkäme.

Guter Rat ist nicht geheuer

Stellen Sie sich vor! Nein, Moment; bevor Sie mir jetzt Ihren Namen und Ihren Beruf nennen (den letzten), bevor Sie mir die geschätzte Höhe Ihrer bisherigen Spenden an die Grüne Einheitspartei vorsetzen, lassen Sie mich den nächsten Satz neu ansetzen! Also: Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Fuße eines Berges, angelehnt an eine Tanne und so sinnierend, und Sie möchten hinaufwandern, und Sie sehen, dass da mehr als nur ein Weg hinaufführt.

Nun, Wanderer, du weißt nicht, ob alle drei Wege auch wirklich zum Gipfel führen. Du weißt nicht, ob nicht einer der Wege etwa im Unterholz endet, da wo tückische Löcher und spitze Äste im Dunkeln sitzen, um unbedarften Wanderern den Fuß zu verletzen.

Ein Junge nähert sich, er ist sehr sportlich, denn er rollt wie ein Artist, wie ein Wagenrad, über die Hände auf die Füße und wieder auf die Hände, und dann rufst du: Ich brauche einen Ratschlagenden, keinen Radschlagenden, und es brummt der Berg, du solltest nicht so nuscheln, und der artistische Junge wird von einem Berglöwen gefressen, was erstaunlich ist, denn auf diesem Kontinent gibt es keine Berglöwen, und dann wird der Berglöwe gefressen, aber Sie schauen schon nicht mehr hin, und dann kommen drei Männer von hinter der Tanne hervor, an die du lehntest, als der Erzähler dich noch siezte, und die drei Männer bieten dir ihren Ratschlag an.

Der erste sagt: »Geh den ersten Weg!«

Der zweite sagt: »Nimm den zweiten Weg!«

Der dritte sagt: »Hüte dich vor dem dritten Weg!«

Ein kleiner Hund zerrt an deinem Bein, ein lustiges kleines Hündlein, und es bellt dir zu: »Hör nicht auf sie, es sind allesamt Lügner!« – Und du fragst: »Allesamt?« – Und der kleine weiße Hund sagt: »Ja, allesamt. Kannst du mir etwas Geld borgen? Ich muss ein Busticket kaufen.« – Und dann verscheuchst du den kleinen Hund, denn da ist keine Busstation weit und breit. Wer unschuldige Ratschlagende allesamt Lügner nennt, der ist wohl selbst einer, und bestimmt würde das Hundevieh vom Geld wieder nur Schnaps kaufen, also verscheuchst du es, und der Zerberus frisst die Ratschlagenden und die Tanne gleich mit, dann rülpst er und läuft zur Seite weg.

Wem der drei Ratschlagenden wirst du glauben?

Wirst du den ersten Weg nehmen? Den zweiten? Wenn das bettelnde Hündlein die Wahrheit sagte, dich aber in Sachen Busstation belog, dann nimmst du offensichtlich den dritten Weg!

Der Aufstieg

Sie fragen sich, warum ich meinen Bericht zum Tage mit so einer fantastischen und absurden Erzählung beginne, und ich will es Ihnen sagen: Jenes Selbstgespräch der politisch-medialen Klassen, das wir heute »öffentliche Debatte« nennen, es ist selbst absurd und fantastisch, und das einzige, das wir heute sicher wissen, ist dass wir vieles von dem, was wir wissen, nicht wissen, denn gerechtfertigte, aber unwahre Überzeugung ist eben kein Wissen.

Wir (und mit »wir« meine ich: wir Bewahrer und Verantwortungsethiker) fahren aus Perspektive der tonangebenden Linken mit angezogener Handbremse und einem platten Reifen dazu: Uns ist nicht egal, ob das, was wir fordern, logisch Sinn ergibt. Uns ist nicht egal, was nach uns kommt. Wir prüfen, ob das, was wir sagen, wahr ist. Wir akzeptieren und begrüßen abweichende Meinung, doch haben Sie schon einmal versucht, einen Linksgrünen dazu zu bringen, zu akzeptieren, dass auch ein Andersdenkender ein Mensch mit voller Menschenwürde ist? Und, natürlich: Wir müssen finanziell und praktisch zaubern, wo Linksgrün den kompletten Staatsfunk zur Verfügung hat.

Man kann dem Absurden nicht nur mit Vernunft begegnen, manchmal braucht es die Gegenabsurdität – und manchmal will man einfach eine Reise durch den Irrsinn des grünen Dickichts unternehmen!

Sind Sie bereit zum Aufstieg auf den Berg der Absurdität? Darf ich mitkommen? Danke, gehen wir los!

Deutschland ist anders.

Die erste Station unseres Aufstiegs auf den Berg der Absurdität ist Freiburg. Dort ist ein schreckliches Verbrechen geschehen, liest man (siehe auch »Sollte man Grüne moralisch zur Verantwortung ziehen?«). Ein Zyniker würde formulieren: Schutzsuchende suchten mehr als Schutz.

Wie reagieren die Bürger mit »Haltung« (auch »non player characters« genannt)?

Sagen wir es so: Deutschland ist anders. In Deutschland schrien sie »Ja!«, als man sie fragte, ob sie den »totalen Krieg« wollten. Deutschland findet sich zivilisiert, doch nach einer Gruppenvergewaltigung rufen sogar Regierungsparteien zur Demonstration nicht gegen die Vergewaltigung auf, sondern gegen jene, welche frecherweise gegen die Vergewaltigung demonstrieren. Und so demonstrieren die »Guten« Seite an Seite mit Antifa-Straßenschlägern (siehe z.B. philosophia-perennis.com)!

Geliebtes Motorrad

Letztens habe ich die Prognose gewagt: Bald werden Wendehälse behaupten, man habe sie schon immer »rechts« genannt.

Nun, es gibt eine Journalistin, die für ihre »Haltung« bekannt ist und dafür auch schon Orden bekommen hat, die liebe Frau Hayali. Nein, noch nennt sie sich nicht »schon immer rechts«, keineswegs das, aber im Übrigen scheint sie erfrischend wendig. Als sie spürte, dass nach dem Verbrechen von Freiburg der Stimmungswind sich drehte, beschloss man vermutlich beim Staatsfunk, dass sie mithelfen sollte, etwas Druck vom Kessel zu lassen.

Die BILD konnte jetzt plötzlich titeln: »Hayali fordert schnellere Abschiebe-Verfahren für Straftäter« (bild.de, 28.10.2018). Hat Frau Hayali gar plötzlich ihr Mitgefühl für die Opfer des von ihr mitverbreiteten linken Wahns entwickelt? Bislang fiel sie ja eher durch stramme Linientreue auf, und wenn mit Mitgefühl auffiel, dann war es vor allem Mitleid mit sich selbst, etwa als ihr das Motorrad geklaut wurde. (bild.de, 3.10.2018: »ZDF-Moderatorin Dunja Hayali (44) vermisst ein ganz besonderes Stück: ihr geliebtes Motorrad. Am Dienstag wurde die schwarz-silberne Maschine in Berlin-Kreuzberg geklaut!«)

Doch nein, es wäre ungerecht und falsch, zu behaupten, dass Frau Hayali nie echte Gefühle gegenüber jemandem außer sich selbst äußert.

Bis vor Kurzem hatte Frau H. eine Hündin namens Emma. Diese Hündin wurde letztens krank. Auch eine Hundekrebstherapie (bild.de, 27.6.2018) half leider nicht. Am 10.9.2018 musste man auf bild.de leider über Emma und ihr Frauchen lesen: »Sie waren mehr als Freunde – DAS war Liebe auf sechs Beinen.«

Auch Frau H. kommt zu Wort: »Erst wenn der letzte Vorhang fällt, erst dann verliert die ‚Welt‘. Für mich bleibst du unsterblich, mein kleines Emmchen.«

Ach, würden ordensbehangene Staatsfunkler für Kinder von GEZ-Zahlern nur halb so viel Liebe und Empathie äußern wie für Motorräder und Hunde!

Es ist absurd. Wenn diese Frau Hayali, deren Qualifikationen jenseits von Haltung, Haltung und Haltung sich mir nicht unmittelbar erschließen, wenn Frau Haltung also plötzlich schnellere Abschiebung fordert wie so ein AfD-Pressesprecher, dann haben wir beim Besteigen des Absurditätslevel das bekannte Extrem-Heuchelei-Plateau erreicht. (Ach Hallo, Herr Bischof! Was machen Sie denn hier? Ach, Sie haben Ihr Lager aufgeschlagen. Ich verstehe.)

Ausgefülltes Menschenherz

»Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen«, sagt Camus, also auf, Sisyphos, kämpfe weiter, stapfe hoch zum Gipfel der Absurdität!

Was haben der Chef des Verfassungsschutzes und die Chefin von Deutschland am Anfang des Novembers 2018 gemeinsam? Über die Medien wurden Meldungen verbreitet, die nicht nur dem kursorischen Hörer den Eindruck vermitteln könnten, ihre Zeit im Amt sei vorbei – es ist in beiden Fällen (noch) falsch. Maaßen ist derzeit weiterhin Chef des Verfassungsschutzes und Merkel ist weiterhin Kanzlerin.

Die zum Antideutschen neigende Fraktion der Medienwelt weint der großen Zerstörerin nach (TAZ-Chefredakteur: »Wir werden uns noch nach ihr sehnen«, taz.de, 29.10.2018), doch sie ist weiterhin in Amt und … – sie ist im Amt.

Merkels Nicht-Rücktritt fühlt sich an wie der Teil einer Jetzt-erst-Recht-Kampagne. Merkel regiert weiter, doch die BILD ruft auf »Kommt zurück in die Mitte, AfD-Wähler!« (bild.de, 30.10.2018). Merkel-Gegner sollen weiter die Merkel-Partei unterstützen (zum Beispiel bei den 2019-Wahlen), weil Merkel angekündigt hat, irgendwann mal nicht mehr anzutreten? Es ist absurde Logik, was die Bild nicht als Einzelmeinung, sondern ganz offiziell als Bild (»Das meint Bild«) präsentiert.

Eher merkelkritische Twitterer vermuten, Merkel wolle auf jeden Fall so lange im Amt bleiben, bis der »Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration« unterzeichnet sei, ein »Alle Teile der Gesellschaft umfassender Ansatz« (klingt etwas totalitär, aber wen überrascht das?), siehe z.B. juergenfritz.com – nach mancher Ansicht Merkels übelster Verstoß gegen den Amtseid, und das in einer an fragwürdigen Entscheidungen wahrlich nicht armen Kanzlerschaft.

Rücktritte, die keine sind. Grenzöffner, die ihr Werk noch vollbringen wollen – unser Weg zum Gipfel hat die komplett absurde Merkel-Ebene erreicht: alles bedeutet sein Gegenteil, und als Lügner und Hetzer gilt, wer die Absurdität zu erkennen wagt.

Der Weg zum Gipfel

Nicht nur Deutschland ist absurd, der Weg zum Gipfel der Absurdität führt über die USA – und dann doch wieder nach Deutschland.

In den USA überbieten sich Trump-Hasser (ja, teils von Soros gesponsert) in bislang in einer Demokratie nicht vorstellbarem Hass und Drohungen gegen Donald Trump und jeden, der sich dem Machtanspruch von Linken und ihren Geldgebern in den Weg stellt.

Maxine Waters (Democrats, Trump-Hasserin) hat in der Vergangenheit etwa den Antisemiten Louis Farrakhan umarmt und hat gesagt: »I will go to take Trump out tonight« (via CNN), was eine offene Morddrohung darstellen könnte. Hillary Clinton hat sich jüngst erst öffentlich rassistisch über Schwarze lustig gemacht (»die sehen doch alle gleich aus«). Auf CNN ruft Clinton öffentlich nach manchem Verständnis zur Gewalt gegen Republikaner auf (»You cannot be civil with a political party that wants to destroy what you stand for«, cnn.com, 9.10.2018)

»Punch a Nazi« ist ein unter US-Democrats akzeptierter Slogan – mit »Nazis« sind Konservative gemeint, insbesondere Trump-Anhänger und jeder, der Linken widerspricht, und es ist ein offener Aufruf zur Gewalt.

Hier ein YouTube-Zusammenschnitt von US-Democrat-Äußerungen, die sich als Aufruf zur Gewalt gegen Trump-Anhänger deuten lassen: youtube.com/watch?v=nw9kyYEwg2A, hier noch einer: youtube.com/watch?v=UEf4Xtg-1kY. Hier ein Zusammenschnitt von praktischer Gewalt gegen Trump-Anhänger:

Wenig ist absurder als die Logik von Trump-Hassern: Weil Trump angeblich frauenfeindlich und rassistisch sei, greifen weiße linke Männer sogar Frauen und Schwarze brutal an, und sie begannen bereits vor der Wahl (youtube.com/watch?v=uWIMt9JxugQ).

Als nun in den USA ein Antisemit und fanatischer Trump-Hasser (siehe z.B. zerohedge.com, 28.10.2018) in einer Synagoge brutal 11 Menschen ermordete, wie reagierten Anti-Trump-Medien? Sie ahnen es, sie reagierten absurd – und diese Absurdität war nicht auf die USA begrenzt.Auf CNN durfte die Journalistin Julia Ioffe tatsächlich behaupten, Trump habe mehr Menschen radikalisiert als ISIS – um sich, anschließend wieder pflichtgemäß zu entschuldigen. In Deutschland bot der Deutschlandfunk kurz zuvor dem SPD-Politiker Naumann die Möglichkeit, Trump mit Hitler zu vergleichen (deutschlandfunk.de, 26.10.2018).

Auf unserer Reise auf den Berg der Absurdität haben wir ein neues Plateau erreicht: Die Trump-Hasser-Ebene. Viel Unsinn liegt auf dieser Ebene herum, unendlich viel Unsinn, etwa dieser: Als Reaktion auf das Attentat eines erklärten Trump-Hassers schreibt ein Die-Welt-Journalist: »Trumps Saat des Hasses geht auf« – in den USA rufen Linke nun schon jahrelang offen zur Gewalt gegen politische Gegner auf, in den USA wie in Deutschland leben viele Nicht-Linke in Angst, auf der Straße zusammengeschlagen, wirtschaftlich vernichtet oder auch »nur« von ihren Kindern denunziert und verraten zu werden. Linke rufen zur Gewalt auf – und die Konservativen sind laut linken Medien irgendwie schuld daran.

Für einen Moment

Wir sind erschöpft von der Reise. Wir entdecken weitere Absurditäten. Wir sehen etwa, dass Anti-Trump-Publikationen wie die New-York-Times begonnen haben, free speech in Anführungszeichen zu schreiben (nytimes.com, 28.10.2018), so wie man »DDR« geschrieben hat, und sich schon früher recht verächtlich gegen Meinungsfreiheit äußerte. Wir könnten erwähnen, dass die linke, postdemokratische (und teilweise zugleich neo-reaktionäre) Silicon-Valley-Elite das Attentat von Pittsburgh instrumentalisiert, um den ungeliebten Twitter-Konkurrenten »Gab« auszuschalten, wo der Attentäter postete – während etwa auf Twitter der erwähnte Louis Farrakhan weiter ähnlichen ungefilterten Antisemitismus posten darf (Link zur Anschauung).

Wir sind erschöpft, wir schauen nach oben. Wie lange noch, bis zum Gipfel? Die Wolken klaren für einen Moment auf. Wir erschrecken bis in die Knochen: Der Berg der Absurdität hat gar keinen Gipfel!

Ich weiß als Nichtwissender, so sagte Sokrates. Wir aber schauen auf den fehlenden Gipfel, als wäre es jener Abgrund, und wir wissen, dass es das Nichtwissen ist, das zurückblickt.

Ja, das Delta zwischen Realität und Nachrichten ist derzeit mit einem Abgrund zu vergleichen, und schaut man zu lange hinein, schaut der Abgrund wieder in einen zurück (Danke, Autor, den wir alle etwa mit 16 Jahren gelesen haben und heute nochmal lesen sollten).

Der Weg zurück

Die Sonne brennt, selbst durch die Wolken. Es ist Zeit, den Weg zurück zum Fuß des Berges zu beschreiten. Die Absurdität hat keinen Gipfel. Wir werden nicht finden, was es nicht gibt. Vielleicht hätten wir doch auf die drei Ratschlagenden hören sollen.

Wir gehen an einem satten Berglöwen vorbei. Wir gehen leise, denn wir wissen nicht, wie lange er noch satt sein wird.

Auf dem Weg nach unten kommen uns hoffnungsvolle Wanderer entgegen. Sie sind später losgezogen als wir. Ein paar mal sagen wir ihnen: »Spart euch die Mühe, die Absurdität hat keinen Gipfel!«

Sie schauen uns an, protestieren und gehen weiter. Wir rufen ihnen noch hinterher: »Ach, ihr hoffnungsvollen Narren! Wir waren einst wie ihr.«

Drei Tickets

Ich glaube keiner Meldung, keiner einzigen, bei der ich nicht aktiv nach Gegenthesen und Erklärungen gesucht habe.

Ein Angeklagter gilt als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Linke möchten diese Regel heute aufheben, ich weiß, doch ich lasse mich inspirieren: Eine Nachricht gilt mir als falsch, bis sie von wirklich unabhängiger Quelle belegt ist.

Ach, da ist ja das kleine Hündchen. »Du hattest Recht, kleiner Hund, da oben ist wirklich nichts.«

Ein Bus fährt vorbei. Die Tür öffnet sich. Der Hund fragt: Nun, habt ihr etwas Geld fürs Ticket?«

»Ja, sicher«, sagen wir zum Busfahrer, »drei Tickets bitte. Nur weg von hier!«

Der Busfahrer nickt, wissend.

Wir steigen ein und setzen uns, zwischen drei Ratschlagende und einen radschlagenden Jungen, und nehmen das Hündlein auf den Schoß.

Wir kraulen sein Fell. Der Bus fährt los. Unsere nächste Wanderung unternehmen wir woanders! In einem Park vielleicht, wo in der Mitte ein schöner Parksee die Spazierwege brav im Kreis führen, immerzu im Kreis.

Der Hund brummt zufrieden. Es ist alles absurd.

Guter Text?

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