23.3.2020

Das Haus brennt – lasst uns das Neue planen!

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten, Foto von Ilyuza Mingazova

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Die Situation in den Praxen, Heimen und Kliniken ist teils SEHR anders, als sie im Staatsfunk dargestellt wird. Ein weiterer Bericht von der Front. – Die Schwächsten erleben, welche Strukturen dem Land WIRKLICH »relevant« sind. Was lernen wir daraus?!
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Wenn ein Haus niederbrennt, wann soll man mit den Plänen, mit dem Wiederaufbau beginnen? Soll man warten, bis alles niedergebrannt ist? Sollte man erst mithelfen, den Schutt aufzuräumen? Und: Wie frech wäre es, noch während die Flammen lodern, die ersten Skizzen vorzustellen?

»Es wäre sinnvoll…«

Glaubt jemand wirklich, dass Deutschland in Sachen Coronakrise das Schlimmste hinter sich hat? Die Länder, die es wirklich geschafft haben, den Verlauf der Pandemie abzuflachen, verfügen 1. ohnehin über sehr disziplinierte Umgangsformen mit höflichem Abstand (etwa Japan), pflegen 2. ein starkes Gemeinschaftsgefühl (wieder Japan) und haben 3. früh zu 4. wirksamen Maßnahmen gegriffen (insbesondere etwa Taiwan).

Erlauben Sie mir, Ihnen den kommentierten Bericht eines Lesers vorzulegen!

Es wäre sinnvoll, wenn Mitarbeiter, die wie ich mit der U-Bahn zur Arbeit im Pflegeheim fahren müssen, korrekte Atemschutzmasken bekämen, um sich und die Bewohner zu schützen. Die haben wir aber nicht! Die Pfleger arbeiten wie immer, oft ohne Handschuhe und ohne Masken.
Gestern wurde eine Bewohnerin aus dem Krankenhaus zurück in unser Heim gebracht. Weder sie noch die Fahrer hatten Atemmasken und doch konnten sie so in den Wohnbereich gehen.
Einer Angehörigen, die ihren sterbenden Gatten besuchen will und dafür immer einen Schutzanzug bekommt, wurde gestern gesagt, dass dies der letzte Besuch sein wird. furchtbar.
Ich verstehe nicht, warum wir Pfleger nicht getestet werden, mindestens einmal die Woche. Ich will und kann mir nicht ausmalen, was passieren wird, wenn der erste Kollege positiv getestet wird – was passiert dann?!
Ich mache mir große Sorgen um unsere anvertrauten Bewohner. Viele von ihnen haben den Krieg überlebt, alle haben das Land wieder aufgebaut und nun könnten sie an dem planlosen Chaos sterben, das ist bitter.

Die alte Sitte der Ritter

Die tatsächliche Situation in Deutschland, die Zustände in den Praxen, Kliniken und Heimen sehen teilweise sehr anders aus, als es in der Parallelwelt des Staatsfunks verkündet wird.

Der Staatsfunk injiziert schon lange offene Unordnung und Hass in die Blutbahn der Gesellschaft. Hass auf Abweichler, Hass auf Alte (vergessen wir nicht etwa die »Umweltsau«) – die Spaltung wird zum Selbstzweck, denn ein gespaltenes Land mit gestörter Beziehung zu sich selbst, wird nicht rebellieren – zuerst und zuletzt nicht gegen die Zwangsgebühr, die der »Bully Staatsfunk« den Bürgern aus dem Leib prügelt.

Der Coronavirus ist nicht das, was Deutschland als eigentliche Ursache in die Knie zwingen wird, es war vorher und es bleibt auch nachher linksgrünes Denken, in dessen Kern das militante Ignorieren von Konsequenzen und Zusammenhängen steht (siehe auch mein Video: »Was meine ich, wenn ich ›Dummheit‹ sage?«).

Dieses brutale Virus ist für jedes Land eine riesige Herausforderung, doch ob man es überlebt, das hängt zuerst und zuletzt von der gelebten Lebensphilosophie, der »Geistesordnung« im Land ab – und das ist der Punkt, wo ums linksgrüne Deutschland echte Sorgen angebracht sind. Linksgrünes Denken ist die Quadratur von Dummheit (eine Dummheit, die sich ihrer eigenen Dummheit nicht bewusst ist) – um dieses Virus niederzuringen bräuchte es alle Klugheit plus eine ordentliche Portion Glück – beides in Deutschland eher »Bückware« (alle Wessis: siehe Duden).

Warum ist Deutschland so miserabel auf den Virus vorbereitet? Warum haben Staatsfunk und Politik die kommende Krise geleugnet und Mahner lächerlich gemacht?

Warum stehen wir da, wo wir stehen? Die richtige Antwort scheint mir nicht eine »Verschwörungstheorie« zu sein (siehe auch mein Video zu »Wegners Rasiermesser«, auf YouTube).

Die linksgrüne Lebensphilosophie brennt vor unseren Augen nieder. Wer in der Krise überleben will, muss de facto alles, wofür Linksgrüne und Globalisten stehen, streichen – und zur konservativen Vernunft zurückkehren. Eine Gesellschaft, die heute überleben will, muss in vielen Bereichen konservativer als die konservativsten Konservativen sein – und hiernach werden hoffentlich klügere Gesellschaften zurückbleiben – oder weniger dumme.

Ein Beispiel, das nur auf den ersten Blick absurd erscheint: Orthodoxe diverser Religionen weigern sich länger schon, dem anderen Geschlecht die Hand zu schütteln – nun schütteln wir uns alle nicht die Hände. Die Japaner etwa machen schon länger vor, einander freundlich mit einer Verbeugung zu grüßen, ohne Handkontakt, statt darauf vertrauen zu müssen, dass das Gegenüber – und alle denen das Gegenüber an dem Tag die Hand schüttelten – sich nach jedem Toilettengang und nach jedem Schnäuzen, Niesen und Popeln die Hände wirklich gründlich wuschen. – Ernsthafte Frage: Wie lange können wir in einer »globalen Welt« die alte Sitte der Ritter aufrecht erhalten, einander die Hand zu schütteln, um sicher zu stellen, dass der andere keinen Dolch darin trägt? (Und, wenn wir schon Legenden zur Herkunft unserer Sitten bereden: Ist es noch immer angebracht, dass Männer grundsätzlich alle Frauen zur Begrüßung auf die Wange küssen, um sicher zu stellen, dass sie keine Fahne haben, was sie dem Verdacht der möglichen »Unzucht« aussetzen würde?)

Wir kaufen nur noch, was wirklich notwendig ist – was sagt das aus über die Dinge, die wir zuvor gekauft haben? Wir unternehmen Reisen, die wirklich notwendig sind – was sagt das aus über die Reisen, die wir sonst unternommen haben? Überraschend viele Leute haben sich überlegt, während der »freiwilligen« oder verpflichtenden (!) Ausgangssperre etwas zu lernen, zum Beispiel daheim eine Fitness-Challenge anzunehmen (»Bauchmuskel-Sixpack in 1 Monat« schlug mir meine Frau vor…), endlich das dicke Buch zu lesen, das man seit der Schulzeit aufschiebt, und überhaupt die Zeit auf eine Weise zu verbringen, die sie klüger und oft auch gesünder aus dieser Zeit herauskommen lässt – was sagt das über die Art und Weise aus, wie wir sonst unsere Zeit verbringen?

Ich musste erklären

Ich kann und darf also etwas tun, was nur wenigen Welterklärern (um nicht »Philosophen« zu sagen) gegönnt ist. Unter normalen Umständen sind unsere Anschauungsbeispiele rein theoretischer Natur, ätherisch und wenig greifbar. Ob Platons Höhle oder das Hirn-im-Tank (»brain in a vat«, siehe Wikipedia) – normalerweise müssen Philosophen (jetzt habe ich es doch gesagt) erst das Haus im Kopf der Hörer bauen, bevor sie eben diese bitten, dessen Räume zu untersuchen.

Bis eben noch ging es mir mit den Relevanten Strukturen ähnlich. Ich musste erklären, was Strukturen überhaupt sind, und wie es mit der »Relevanz« beschaffen ist.

Plötzlich aber, unter Umständen, die wir alle für immer in die Geschichte verbannt glaubten, wird die Welt geeint durch den Kampf gegen eine unsichtbare Gewalt, und die Menschen reduzieren ihr Leben auf ihre wirklich relevanten Strukturen.

Wir sollen keine Menschen mehr persönlich treffen, außer unsere Familien – soweit Mitmenschen betroffen sind, die relevantesten unserer Strukturen.

Wir sollen nicht nach draußen gehen, außer um Essen und/oder Medikamente zu kaufen – also um unseren Körper zu stärken, eine maximal relevante Struktur.

In verschiedenen Ländern werden Fabriken umgerüstet, produzieren Masken und Desinfektionsmittel statt Luxusgütern und Genussmitteln.

Das Leben der Menschen wird reduziert darauf, was die Menschen als ihre »Relevantesten Strukturen« sind.

Der zweite Schritt meiner Lebensphilosophie ist übrigens recht einfach: Ein Mensch bezeichnet das als »gut«, was seine relevanten Strukturen stärkt – und als »böse« das, was sie schwächt.

Wo sie Masken herbekommen

Nicht nur Europa und die Welt taumeln in eine Krise – auch das Gebäude linksgrüner Lebenslügen steht in Flammen.

Was für ein Denken herrscht in der Gesellschaft vor, dass Außenstehende in Zeiten der Pandemie einfach so ins Pflegeheim latschen können? Wo liegen die Prioritäten einer Gesellschaft, wenn sogar Ärzte und Pfleger nicht wissen, wo sie Masken herbekommen oder gar getestet werden können? (Warum sind nicht alle Bürger mit Schutzmasken ausgestattet?)

Die Folgen dieser Krise werden brutal sein. Menschen werden sterben, und mancher wird dafür die Schuld beim deutschen Staatsfunk und der unfähigen Regierung suchen, die gemäß linksgrüner Denkart zu lange die Gefahr leugneten und Vorbereitungen vernachlässigten.

Die Folgen werden schrecklich sein, doch absurderweise werden einige von uns zumindest eine Ahnung von echtem Glück gefunden haben, so fern das jetzt auch scheinen mag, von Ordnung, und, ja, von den wirklich relevanten Strukturen.

Weil uns manche Ablenkung genommen wird, sind wir geradezu dazu gezwungen, unsere »Kreise zu ordnen«, die relevantesten unserer Strukturen zu bestimmen, auszuwählen und in Ordnung zu bringen.

Einige von Ihnen schreiben mir, dass sie die Maßnahmen überzogen finden, oder dass man nur die Alten isolieren sollte, oder dass da ein düsterer »Plan« dahinter stecken könnte. Und andere Leser schreiben mir, dass bei ihnen in der Nachbarschaft eben Menschen gestorben sind, an COVID-19, und »gar nicht so alt«. Ich bin schon seit einiger Zeit im »Team Innenhof«. Heute stimmen mir die Regierungen zu, und das war wahrlich nicht immer so, und es wird gewiss nicht immer so sein. Meine Meinung entspringt meiner bestmöglichen Erkenntnis, ob »die da oben« das gegenteilig sehen … oder auch mal exakt so wie ich.

Glück braucht Ordnung, und die Seuche zwingt uns zur Ordnung. Unordnung tut heute doppelt weh, gerade dort, wo man wörtlich zusehen kann, was passiert, wenn ohnehin geschwächte Menschen durch Unordnung, Schmutz und Chaos sterben. Wie viele Menschen werden wir in den kommenden Wochen und Monaten begraben, die hätten leben können, wenn Deutschland weniger dumm, chaotisch und linksgrün wäre?

Die Made vom Speck

Unser Haus brennt, und ich rede nicht einmal nur über die allgemeine Gesundheit und wohl auch bald die Wirtschaft, der es bereits zuvor so blendend ging, dass jede Woche tausende Arbeitsplätze »futschi« zu gehen schienen.

Was wir nicht wirklich, dringend und lebensnotwendig zur Ordnung brauchen, das wird eben gestrichen, verboten, aufgeschoben – und vielleicht sogar neu abgewägt und dereinst vergessen.

Das Haus, das heute brennt, ist zuerst die linke Lebensphilosophie – die diversen Krisen (die Pandemie ist ja nicht die einzige!) – zehren von linksgrüner Dummheit wie die Made vom Speck.

Ich wünsche den Helfern die Kraft, durchzuhalten – und ich wünsche ihnen hiernach eine Welt, die endlich begreift, dass sie es sind, welche die wirklich relevanten Strukturen stützen. Und ich wünsche uns allen, dass wir hiernach ein neues Haus bauen, eine neue Lebensphilosophie, in der Alte gewürdigt werden wie sie es verdienen, statt vom Staatsfunk beleidigt und beschimpft zu werden – wo Pfleger die Mittel und Materialen und auch Gehälter erhalten, die sie brauchen und verdammt nochmal verdienen – kurz: ein Land, das versteht, was seine wirklich relevanten Strukturen sind.

Wann ist die richtige Zeit, die Pläne fürs neue Haus zu zeichnen? Ach, ich will keine Pläne zeichnen, ich will nur ein oder zwei Striche zeichnen.

Ein Virus zwingt uns, unsere relevanten Strukturen zu bedenken, zu verteidigen, zu ordnen. Das ist, was bleibt, wenn linke Lebenslügen und deren praktische Folgen abbrennen.

Unsere relevanten Strukturen zu bewahren, das ist, was uns bleibt – das ist, von wo aus wir neu anfangen werden.

Passen Sie, bitte auf sich auf! Tragen Sie Ihre Masken, so Sie eine erhalten haben (manche nähen sich ihre eigenen), waschen Sie Ihre Hände und bleiben Sie, so irgend möglich, in Ihrem Innenhof!

Wir brauchen Sie, wenn es hiernach weitergeht!

»Weiterschreiben, Wegner!«

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