Es ist ein langfristig teurer Fehler, das Einfache und das Richtige zu verwechseln.

  • Pizza zu bestellen ist einfach, Salat zu machen wäre aber richtig.
  • Grenzen zu öffnen war einfach, Kontrollen verschärfen und Migrations-Management wäre richtig gewesen.
  • Fernseh gucken ist einfach, ein Buch zu lesen wäre aber richtig.

Wer sich in etwas Einfaches flieht, statt das Richtige zu tun, sagt oft Sätze zur Selbstberuhigung. Etwa: »Das fühlt sich jetzt richtig an.« Oder: »Das habe ich jetzt verdient.«

Sollte man also automatisch das Komplizierte wählen? Nein. Das Komplizierte ist genauso wenig automatisch richtig.

In der Politik gibt es etwa einen »Populismus des Komplizierten«. Politiker, die sich in der Widersprüchlichkeit der eigenen Interessen und Inkompetenz verstrickt haben, fliehen nicht selten in die Komplexität. Sie sagen dann Sätze wie: »Vorsicht vor denen mit den einfachen Lösungen!«

Natürlich sind die richtigen Lösungen auch manchmal einfach. Wenn ich Durst habe, brauche ich ein Glas Wasser – und keinen Vortrag über die sozialen Implikation der Wassergewinnung aus Sicht der ArbeiterInnenklasse.

Eine Maßnahme ist für Sie »richtig«, wenn und weil diese Maßnahme Ihre relevanten Strukturen stärkt, nicht weil sie einfach oder kompliziert umzusetzen ist.

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