Danke!

Es ist Zeit, „Danke“ zu sagen! – Das christliche Gemeindelied „Danke, für diesen guten Morgen“ mag unter sogenannten „Intellektuellen“ in Ungnade gefallen sein (es ist unvereinbar mit ihrem zwanghaften Zynismus, welcher Verachtung für Klugheit hält), und doch ist wenig fürs persönliche Glück wichtiger als sich bewusst zu machen, wofür man wirklich dankbar ist.

(Hinweis für Leser: Wofür ich wirklich dankbar sein sollte, ist ein guter Hinweis darauf, was meine wirklich „relevanten Strukturen“ sind. Dankbarkeit wäre so gesehen eine Vorübung zum Glück.)

Ich bin meiner Familie dankbar, meiner wunderbaren Gattin Elli. Ich bin dankbar für zwei so gesunde wie verrückte Kinder. (Die Tochter hat jetzt übrigens Judo entdeckt und wirft selbst wesentlich größere Jungs um – das Leben ist immer wieder überraschend.) Ich bin meinen Eltern dankbar, und ich bin nach wie vor all meinen Lehrern dankbar, besonders Thomas (you know who you are), der mich das Denken lehrte.

Ich bin Ihnen, meinen Lesern, so sehr dankbar. Ich bin jedem einzelnen Spender dankbar! Ja, ich schreibe „für mich“. Ich schreibe, um für mich selbst eine Perspektive zu finden, wie man mit dem ganzen Irrsinn klarkommen könnte. Und doch wäre es einerseits etwas verrückt und andererseits wirtschaftlich wenig nachhaltig, wenn ich wirklich nur für mich schriebe und niemand bereit wäre, seine Zeit, seine Aufmerksamkeit, und ja, sein Geld in diese meine Schreibarbeit zu investieren. Ich danke Ihnen! Sie, meine Leser, sind der Grund, warum ich mich Morgen für Morgen an den Schreibtisch setze. Dank Ihrer Unterstützung konnte ich dieses Jahr Warteraum 254, Relevante Strukturen und Der Fuchs will Frieden nach Amazon und damit auf Ihre Nachttische bringen.

Ich will aber auch kurz in etwas größeren Maßstäben denken. Ich danke allen Wählern und Politikern, die den Mut haben, den Kampf mit dem Establishment und diesem Krebs namens „Politische Korrektheit“ aufzunehmen. Einige davon lesen hier mit, nicht alle heimlich: Ich danke Ihnen ganz ausdrücklich. Wenn Sie gläubig sind, möge Gott Ihnen Kraft geben – wenn nicht: mögen Sie die Kraft einfach so haben! Hauptsache, Sie kämpfen weiter! Danke dafür.

Schließlich aber, nach all den „kleinen“ und großen Gründen zur Dankbarkeit, der größte, letzte und erste Grund zur Dankbarkeit: Dass wir „da“ sind. Dass Sie da sind. Dass ich da bin. – Das Universum ist Milliarden von Jahren alt und es wird noch lange, sehr lange existieren, wenn Sie und ich nicht mehr da sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie oder ich überhaupt entstehen konnten, ist unvorstellbar klein. Und doch schreibe ich dies und Sie lesen es. Sie lesen, also bin ich. Dass wir da sind, dass wir jetzt da sind – wenn das nicht ein Grund zur Dankbarkeit ist, was dann?

Nächstes Jahr werden, mindestens statistisch gesehen, nicht alle von uns hier sein. Einige werden gegangen sein, für immer. Andere werden dazugekommen sein. Ich wünsche uns allen ein Jahr, für das man gern Dankbarkeit zollt.

Ich darf Ihnen einige Zeilen aus „Boogie Street“ von Leonard Cohen zitieren:

So come, my friends, be not afraid
We are so lightly here
It is in love that we are made
In love we disappear

Denen also, die das nächste Jahr von uns gehen, wünsche ich, dass sie zufrieden und in Liebe gehen. Möge aber mein Wunsch ein hypothetischer bleiben! Ich wäre dankbar, wenn wir auch nächstes Jahr gemeinsam streiten, diskutieren und unsere Faust wütend in Richtung „derer da oben“ schütteln.

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Ihr
Dushan Wegner

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