»Quod licet Iovi, non licet bovi«, heißt es. Was Jupiter darf, das darf der Ochse noch lange nicht!

Ich erlebe in Deutschland, den USA, Großbritannien und einigen anderen westlichen Gesellschaften eine politische Abwandlung davon: Was den Linken erlaubt ist, dürfen Nicht-Linke noch lange nicht!

Unter den bezahlten Vordenkern scheint die Erwartung vorzuherrschen, es gäbe ein Recht der Linken, auf alles Nicht-Linke einzuprügeln – und die Opfer hätten die Hände unten zu lassen. Das kann in Worten und emotionalen TV-Bildern sein. Das kann sich zu Taten entwickeln, wie die gehäuften Angriffe auf Politiker zeigen. (Merkel hat sich diesem Krieg gegen alles Nicht-Linke entzogen, indem sie selbst von einer Linken ununterscheidbar wurde.)

Einige Nicht-Linke sahen mit gewisser Genugtuung, wie Trump diese Woche öffentlich BuzzFeed und CNN vorführte. Sie hatten Behauptungen über ihn verbreitet, Inhalte aus einem angeblichen Spionage-Bericht. Teile daraus waren schlicht erfunden. Nach allem, was man heute weiß, könnten die saftigsten Stellen darin sogar bloß aus schmutzigen Online-Witzen stammen. Natürlich ist deutschen Haltungs-Journalisten die »medientheoretische« Erklärung in Trumps Statement entgangen. Sinngemäß und zusammengefasst: »Viele Menschen haben diese Fake News satt, aber ich habe – er tippt aufs Mikrofon – das hier. Ich kann mich dagegen stellen. Ich habe gesehen, wie Menschen von Fake News zerstört werden.« (Video: youtube.com/watch?v=SUyAk0bYps0)

Es gibt eine Asymmetrie des Akzeptablen im manchen Ländern des Westens, etwa in den USA, in Großbritannien oder in Deutschland. Worte und Taten, für die ein Nicht-Linker seine Existenz oder manchmal sogar seine Freiheit verlöre, werden bei Linken von »veröffentlichter Meinung« akzeptiert, nicht selten sogar bewundert und gefördert.

Das ist kein einfach aufzuhebendes Missverhältnis. Alte Netzwerke kämpfen um den Erhalt dieser Asymmetrie. In Deutschland bilden sich besonders im SPD-Umfeld alle paar Tage neue »aktivistische« Initiativen, mit dem recht offen geäußerten Ziel, diese Asymmetrie aufrechtzuerhalten. (siehe auch mein Text »Kampa 2017«)

Die neuen Feinde der Freiheit haben oft beste Kontakte nach »ganz oben«. Riesige Geldtöpfe locken sie. Ein Wettbewerb findet statt, darum, wer am effektivsten abweichende Meinung verteufeln und zum Verstummen bringen kann.

Ich richte mich auf diese Asymmetrie des Akzeptablen ein. Wer die Regierung kritisiert, hat darin wenig Wahl – außer natürlich, zu verstummen. Ich wundere mich nicht mehr, wenn man Kritiker sozial (Anschwärzen bei Arbeitgeber), wirtschaftlich (Boykott) oder sogar körperlich (Antifa/Linksextreme) angreift. Das ist Deutschland 2017. Mal sehen, wie es nach der Wahl im Herbst sein wird.

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